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11.05.2012

16:01 Uhr

Kunststoffverarbeiter

Neuer Balda-Chef wirft Vorgängern Versagen vor

Der neue Chef des seit Jahren mit Verlusten kämpfenden Kunstoffverarbeiters Balda geht mit seinen Vorgängern hart ins Gericht. Er wirft ihnen schwere Versäumnisse vor.

Balda-Hauptsitz in Bad Oeynhausen Wulferdingsen. dpa

Balda-Hauptsitz in Bad Oeynhausen Wulferdingsen.

DüsseldorfDominik Müser, ehemals Partner der Beratungsfirma Roland Berger und seit Januar bei Balda im Amt, warf am Freitag auf der Hauptversammlung laut Redetext dem früheren Management von Balda schwere Versäumnisse vor. „Das operative Geschäft wurde zu keinem Zeitpunkt in einer Form restrukturiert beziehungsweise weiterentwickelt, dass es aus sich heraus profitabel und dividendenfähig hätte werden können.“ Balda habe in den vergangenen Jahren ausschließlich aus der Substanz gelebt, nämlich von seiner profitablen Beteiligung an dem taiwanischen Touchscreen-Hersteller TPK.

Das habe das Management zu einem mangelnden Kostenbewusstsein verleitet, „nicht zuletzt in der Balda-Holding, in der so manches Mal Mittelstand mit Großkonzern verwechselt wurde.“ Müser will hier den Rotstift ansetzen: „Ziel des Vorstands ist es, die Holdingkosten in absehbarer Zeit auf ein übliches Niveau von unter fünf Prozent des Konzernumsatzes zu reduzieren.“ 2011 habe der Kostenanteil bei 12,4 Prozent gelegen.

Auch das Management der Geschäftsbereiche kritisierte Müser: Das Medizintechnik-Geschäft, das durch Zukäufe ausgebaut werden soll, habe in den vergangenen Jahren nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die erforderlich gewesen wäre. Das Krisenmanagement im Geschäftsbereich Electronic Products nannte Müser "alles andere als glücklich“. „Schlecht kalkulierte Aufträge blockierten die Produktionskapazitäten und ließen nur wenige Möglichkeiten, Neugeschäft zu auskömmlichen Margen zu akquirieren.“ Der früher erfolgreiche Geschäftsbereich sei zum Verlustbringer und Restrukturierungsfall geworden.

Balda kämpft seit Jahren immer wieder mit zum Teil hohen Verlusten und stand mehrmals vor dem Aus. Letztendlich hielt die TPK-Beteiligung die Firma über Wasser. Der Verkauf eines Teils des Aktienpaketes bescherte Balda im ersten Quartal 2012 einen hohen Nettogewinn, während das operative Geschäft weiter im Minus dümpelt und die Erlöse bei mageren 12,2 Millionen Euro. Balda will sich nun auf die Medizintechnik konzentrieren und den Bereich durch Zukäufe auf einen Umsatz von über 100 Millionen Euro ausbauen. Davon ist die Firma allerdings noch weit entfernt: Im ersten Quartal erreichte das Segment einen Umsatz von sechs (6,8) Millionen Euro.

Von

rtr

Kommentare (1)

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deruebersWassergehenkann

12.05.2012, 12:48 Uhr

was war gerade das Problem bei Yahoo? das HB sollte mal besser recherchieren und nicht jede narzistische Selbstdarstellung abdrucken. Partner bei RB war Herr Müser jedenfalls nicht.

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