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26.01.2005

18:20 Uhr

Laborglassparte vor Verkauf

Schott lässt Haushaltsglas fallen

Wie der Spezialglashersteller Schott am Mittwoch mitteilte soll die Laborglassparte des Konzerns mit Standorten unter anderem in Mainz verkauft werden. Zudem steht die Produktion von Schott-Glasgeschirr in Jena vor dem Aus.

HB MAINZ/JENA. Auf Grund mehrjähriger Verluste in Millionenhöhe werde die Schott Jenaer Glas GmbH ihre Haushaltsglas-Sparte Ende dieses Jahres schließen. Den 120 Beschäftigten der Sparte würden Versetzungen am Standort Jena und innerhalb des Konzerns sowie sozialverträgliche Maßnahmen angeboten. Trotzdem rechnet Schott nach eigenen Angaben mit bis zu 30 betriebsbedingten Kündigungen.

Die Verkaufspläne bei der Laborglassparte betreffe in Mainz die Produktion und den Vertrieb mit rund 300 Mitarbeitern, die Schott Medica GmbH im baden-württembergischen Wertheim mit 180 Beschäftigten sowie 250 Schott-Mitarbeiter in Kroatien. Interessent sei der Finanzinvestor Adcuram (München). Das Unternehmen beabsichtige, alle 730 Beschäftigten zu übernehmen und die drei Standorte zu erhalten, teilte Schott mit. Zudem wolle Adcuram das Sortiment erweitern. Der Verkauf stehe noch unter Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrates der Schott AG.

Das mehr als 100 Jahre alte Laborglasgeschäft, das weltweit unter der Marke Duran bekannt ist, passe nicht mehr zu den Konzernzielen, nannte Schott als Verkaufsgrund. „Diese Sparte war jedoch nicht defizitär“, betonte ein Unternehmenssprecher.

Der vom Ende der Haushaltsglasproduktion betroffene Standort Jena mit derzeit 900 Beschäftigten soll nach Unternehmensangaben erhalten bleiben. Weiterhin produziert würden dort Glaskeramik-Kochflächen, Brandschutzglas, Kristalle für die Chipherstellung und Dünngläser für Flachbildschirme.

Der Schott-Konzern beschäftigt weltweit nach eigenen Angaben 18 400 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beträgt rund zwei Mrd. €, im vergangenen Geschäftsjahr 2003/2004 (30. September) erzielte der Technologiekonzern einen Überschuss von 16 Mill. €. Wegen einer Absatzkrise war zum 30. November 2004 die Produktion herkömmlicher TV-Bildschirme in Mainz geschlossen worden.

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