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02.02.2015

14:48 Uhr

Lafarge-Holcim verkauft Zementwerke

Iren zementieren Baustoff-Fusion

Die irische CRH übernimmt für 6,5 Milliarden Euro Zementwerke von Holcim und Lafarge. Die Aktien des Unternehmens schießen in die Höhe. Für Holcim und Lafarge ist der Deal ein wichtiger Schritt zur Fusion.

Die beiden Konzerne erfüllen EU-Auflagen und stoßen Zementwerke ab. dpa

Lafarge steht vor der Fusion mit Holcim

Die beiden Konzerne erfüllen EU-Auflagen und stoßen Zementwerke ab.

DublinDie Fusion von Holcim und Lafarge zum weltweit größten Baustoffkonzern ist einen großen Schritt vorangekommen. Die beiden Konzerne verkauften Firmenteile wie Zementwerke und Anlagen im Wert von 6,5 Milliarden Euro an den irischen Rivalen CRH und erfüllten damit Auflagen der Wettbewerbshüter.

CRH schiebt sich mit dem Zukauf nach eigenen Angaben gemessen am Unternehmenswert auf Rang drei - hinter die französische Saint Gobain und vor die mexikanische Cemex und die deutsche Heidelberg-Cement. Wie CRH am Montag mitteilte, soll die Akquisition mit einem Umsatzvolumen von 5,2 Milliarden Euro zum Teil in bar bezahlt werden.

Zudem planen die Iren für die Finanzierung die Aufnahme von neuen Schulden sowie eine Platzierung von Aktien in Höhe von knapp zehn Prozent. Ab kommenden Jahr soll der Zukauf, der rund 15.000 Mitarbeiter in elf Ländern umfasst, den Gewinn steigern. CRH galt als Favorit für die von Holcim und Lafarge zum Verkauf gestellten Werke und Anlagen und hat Insidern zufolge eine Gruppe um den Finanzinvestor Blackstone ausgestochen.

Bei den Anlegern fanden die Neuigkeiten Anklang. Die Aktien von CRH schnellten um rund sieben Prozent in die Höhe, die Holcim-Titel verteuerten sich um zwei Prozent, die Anteile von Lafarge zogen mehr als ein halbes Prozent an.

„Mit dieser Ankündigung sind wir weiter auf Kurs, den geplanten Zusammenschluss unter Gleichen in der ersten Hälfte 2015 abzuschließen“, erklärte Wolfgang Reitzle und Bruno Lafont, designierter Präsident und Konzernchef von Lafarge-Holcim. In Europa trennen sich die beiden Firmen von Zementwerken und Anlagen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Ungarn Rumänien, Serbien und der Slowakei. Zudem werden Aktivitäten in den USA, Kanada, Brasilien und auf den Philippinen abgestoßen.

Die EU hat den im April vergangenen Jahres angekündigten Zusammenschluss der Schweizer Holcim und der französischen Lafarge zum weltgrößten Zementkonzern unter Auflagen genehmigt. Um die Bedenken der Kartellwächter für die rund 38 Milliarden Euro schwere Fusion auszuräumen, erklärten sich beide Unternehmen bereit, überlappende Geschäftsbereiche in Deutschland, Frankreich und weiteren Ländern zu veräußern.

Holcim und Lafarge treten mit dem Zusammenschluss die Flucht nach vorne an in einer mit Überkapazitäten, Wirtschaftsflaute und hohen Energiepreisen kämpfenden Branche. Die beiden Unternehmen sind in 90 Ländern präsent und ergänzen sich geografisch. Lafarge ist in Afrika und im Nahen Osten stark, Holcim dagegen in Asien und Lateinamerika.

Von

rtr

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