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23.01.2014

15:42 Uhr

Landtechnik

Claas wagt Schritt auf chinesischen Markt

Der deutsche Landtechnikhersteller Claas hat das chinesische Unternehmen Jinyee für eine noch unbekannte Summe gekauft. Mit der Übernahme will das ostwestfälische Unternehmen auf dem chinesischen Markt Fuß fassen.

Blick auf das Firmengelände der Claas Jinyee Agricultural Machinery Co. Ltd. im chinesischen Gaomi (Provinz Shandong). Claas hat die Mehrheit an der chinesischen Firma Jinyee übernommen. dpa

Blick auf das Firmengelände der Claas Jinyee Agricultural Machinery Co. Ltd. im chinesischen Gaomi (Provinz Shandong). Claas hat die Mehrheit an der chinesischen Firma Jinyee übernommen.

Harsewinkel/ GaomiDas Landtechnik-Unternehmen Claas hat einen großen Schritt auf den chinesischen Markt gemacht: Die mehrheitliche Übernahme des im chinesischen Gaomi sitzenden Landtechnik-Produzenten Shandong Jinyee Machinery Manufacture (Jinyee) sei erfolgreich abgeschlossen, teilte das ostwestfälische Familienunternehmen am Donnerstag mit. Eine Kaufsumme wurde nicht genannt.

Für 2013 hat Jinyee den Angaben zufolge einen Umsatz von mehr als 90 Millionen Euro erwartet. Das rund 1100 Mitarbeiter zählende Unternehmen produziert an zwei Hauptstandorten in Gaomi und Daqing Erntemaschinen - vor allem für die Mais- und Weizenernte - und verfügt über ein umfassendes Vertriebs- und Servicenetz in Zentral- und Nordchina.

Zahlen und Fakten zu Claas

Gegründet vor 100 Jahren

August Claas gründete die Firma im Jahr 1913, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs – zunächst produzierte und reparierte er Strohbinder. Den ersten Mähdrescher entwickelte die Firma ab 1930.

Mähdrescher und Feldhäcksler

Claas zählt zu den fünf größten Landtechnik-Herstellern der Welt. Als wichtigstes Claas-Produkt gilt der Mähdrescher – in Europa ist das Unternehmen damit Marktführer. Bei den Feldhäckslern sieht sich der Hersteller gar als Weltmarktführer. Zudem stellt es seit 2003 Traktoren her – damals übernahm Claas eine Renault-Sparte.

Familie mischt noch mit

Die Familie Claas ist derzeit nicht in der Geschäftsführung vertreten, mischt aber immer noch mit: Der 87-jährige Helmut Claas, Sohn des Firmengründers, leitet den für die langfristige Strategie zuständigen Gesellschafterausschuss. Seine Tochter Cathrina Claas-Mühlhäuser ist Vorsitzende des Aufsichtsrates.

Rund 9700 Mitarbeiter

Claas beschäftigt weltweit rund 9700 Mitarbeiter, jeder zweite davon im Ausland. Dieser Anteil dürfte sich weiter verlagern, wenn die Übernahme eines chinesischen Unternehmens abgeschlossen ist.

Fabriken in aller Welt

Claas produziert nicht nur in Deutschland und Frankreich, Fabriken stehen unter anderem auch in Ungarn, Russland, den USA und Indien. Außerdem kauft das Unternehmen einen chinesischen Landtechnik-Hersteller. Der Vertrieb ist in mehr als 100 Ländern vertreten.

Geschäft mit Know-how

Claas hat mehr als 3000 aktive Patente, darunter Steuerungssysteme für selbstfahrende Landmaschinen und ein „Datengenerierungs- und -übertragungssystem in landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen“.

„Die Mähdrescherstadt“

Claas prägt die ostwestfälische Stadt Harsewinkel wie kein anderes Unternehmen. Das zeigt auch der offizielle Namenszusatz: „Die Mähdrescherstadt“.

„Die Bedeutung Chinas gerade im Bereich Landwirtschaft wird in den nächsten Jahren weiter deutlich zunehmen“, sagte Claas-Geschäftsführer Henry Puhl. In „diesem größten und am schnellsten wachsenden Markt für Landtechnik in Asien“ sei Claas nun gut aufgestellt. Das Unternehmen hat weltweit rund 10.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro.

Von

dpa

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