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29.12.2014

07:37 Uhr

Lanxess-Chef Zachert

„Wir verzichten vorerst auf Kündigungen“

ExklusivDie Umstrukturierung bei Lanxess kommt voran. Trotzdem steht das Unternehmen vor einem schwierigen Jahr. Firmenchef Zachert will trotzdem auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten – zumindest vorerst.

Lanxess-Chef Matthias Zachert bereitet den Chemiekonzern auf eine Neuordnung vor. dpa

Lanxess-Chef Matthias Zachert bereitet den Chemiekonzern auf eine Neuordnung vor.

DüsseldorfDer Spezialchemiekonzern Lanxess kommt bei der Neuordnung voran, bereitet Investoren und Mitarbeiter aber auf ein weiteres schwieriges Jahr vor. Grund dafür ist unter anderem die konjunkturelle Lage. „Wir sehen deutlich, wie sich das Wachstum in mehreren Märkten abschwächt. Das gilt vor allem für Osteuropa, Lateinamerika, aber auch Asien, und das trifft alle Industrien“, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Matthias Zachert im Gespräch mit dem Handelsblatt (Montagausgabe). Der Ölpreisverfall führe dazu, dass Kunden von Chemiefirmen ihre Lagerbestände abbauen und mit neuen Aufträgen warten. „Dieser Lagerabbau könnte kurzfristig noch stärker werden, er wird aber nicht ewig anhalten“, sagte Zachert.

Beim Sparprogramm sieht Zachert erste Erfolge. Die Einsparziele für Deutschland seien erfolgreich umgesetzt. 500 Stellen in der Verwaltung seien allein über freiwillige Lösungen abgebaut worden. „Wir können damit auf betriebsbedingte Kündigungen in der ersten Phase der Neuordnung verzichten“, sagte er.

Dennoch kann er keine Entwarnung geben. „Es wird noch zwei Jahre dauern, bis wir wieder voll auf der Spur sind.“

Lanxess hatte in den vergangenen Jahren stark ins Kautschukgeschäft in den Schwellenländern investiert. Aus dem Stoff werden etwa Reifen hergestellt. Aus heutiger Sicht war die Expansion zu stark, denn der erhoffte Nachfrageschub blieb aus. Jetzt drücken Überkapazitäten und Preisverfall den Gewinn des Konzerns.

Umfrage in der Chemiebranche

Wer hat mitgemacht?

Mehr als 2000 Topmanager der Chemieindustrie haben ihre Unternehmen anhand von Schulnoten (1-6) bewertet. Insgesamt verbesserte sich die Durchschnittsnote der 25 beteiligten Konzerne von 3,3 im letzten Jahr auf 3,1. Befragt wurden die Chemie-Manager, wie jedes Jahr, vom Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie (VAA).

Shell Deutschland Oil

Mit einer unveränderten Gesamtnote von 3,25 rutscht das Energieunternehmen um einen Platz nach unten auf Rang 15.

Clariant

Der Schweizer Konzern für Spezialchemie darf sich freuen. Seine Gesamtnote verbesserte sich von 3,42 auf 3,23. Damit klettert er von Platz 17 (2011) auf Platz 14.

Beiersdorf

Der deutsche Konzern büßt zwei Plätze ein und fällt damit auf Rang 13. Statt einer Gesamtnote von 2,99, wie im vergangenen Jahr, erhielt das Unternehmen diesmal nur eine 3,23.

Bayer

Der Pharmazie- und Chemie-Konzern ist auf dem aufsteigenden Ast. Stolze vier Plätze kletterte er nach oben und belegte Rang 12. Seine Gesamtnote konnte das Unternehmen von 3,31 auf 3,17 verbessern.

Heraeus

Zwei Plätze nach oben und damit auf Rang 11 kletterte das Edelmetall- und Technologieunternehmen. Seine Gesamtnote verbesserte sich allerdings nur geringfügig von 3,16 auf 3,10.

B. Braun Melsungen

Ausdauervermögen beweist das deutsche Pharmazie-Unternehmen. Es bleibt auf Rang 10. Seine Gesamtnote hat sich allerdings verschlechtert. Statt wie noch 2011 mit 2,95, wird der Konzern in der aktuellen Umfrage nur mit 3,09 bewertet.

Schott

Obwohl sich seine Gesamtnote kaum verändert hat - statt 2,90, wie im letzten Jahr, erhielt er diesmal 2,92 - rutscht der Glaskonzern drei Plätze nach unten auf Rang 9.

Roche Diagnostics

Kontinuität auch beim Pharma-Konzern Roche Diagnostics. Er bleibt mit einer Gesamtnote von 2,90 auf Platz 8. Damit konnte das Unternehmen seine Note immerhin ein bisschen verbessern: 2011 war es noch mit 2,92 bewertet worden.

DuPont Deutschland

Der Konzern ist der eindeutige Gewinner der Umfrage. Stolze fünf Plätze kletterte er nach oben und schaffte damit den größten Sprung. Das Unternehmen belegt in diesem Jahr mit einer Gesamtnote von 2,89 Rang 7.

Symrise

Der Anbieter von Duft- und Geschmackstoffen konnte seine Note im Vergleich zu 2011 (2,91) verbessern und ist in diesem Jahr mit einer 2,84 bewertet worden. Damit klettert das Unternehmen einen Platz nach oben auf Rang 6.

Evonik

Stolze vier Plätze weiter oben als noch 2011 ist der Konzern für Spezialchemie gelandet. Das deutsche Unternehmen belegt mit einer Gesamtnote von 2,80 Platz 5.

Wacker Chemie

Leider nicht mehr die Nummer 1: Der Konzern Wacker Chemie rutscht ganze drei Plätze nach unten und muss sich nun mit Rang 4 zufrieden geben. Dabei hat sich seine Gesamtnote von 2,77 im letzten Jahr kaum verändert. 2012 wurde das Unternehmen mit 2,78 bewertet.

Lanxess

Über eine Verbesserung darf sich der Spezialchemie-Konzern aus Leverkusen freuen. Er klettert einen Platz nach oben und gehört nun zu den besten drei seiner Branche. Seine Note stieg von einer 2,81 im vergangenen Jahr auf eine 2,68 und bescherte ihm Rang 3.

Boehringer Ingelheim

Ebenfalls Grund zur Freude hat der deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim. Mit einer Gesamtnote von 2,61 belegt er Platz 2. Im vergangenen Jahr war er mit einer 2,79 auf Rang 3 gelandet.

BASF

Größe muss Qualität keinen Abbruch tun, beweist der BASF. Mit einem neuen Spitzenergebnis von 2,60 macht der derzeit größte Chemiekonzern der Welt das Rennen. Im vergangenen Jahr hatte er mit einer Gesamtnote von 2,78 noch Platz 2 belegt.

Zacherts Ziel ist es, dass Lanxess eigenständig stark genug bleibt. Er schließt aber Allianzen mit anderen Chemiefirmen nicht aus. „Zwar führen wir erste Gespräche, aber so etwas kann man nicht innerhalb von ein oder zwei Quartalen lösen“, sagte er. Den drohenden Abstieg aus dem Dax im kommenden Jahr sieht der Lanxess-Chef gelassen: „Der Aufstieg in den Dax war sicher ein Ritterschlag. Er hat aber auch dazu geführt, dass wir in dem einen oder anderen Bereich die Bodenhaftung verloren haben. Jetzt müssen wir erst einmal wieder ertragsstark werden, ganz gleich, in welchem Index wir geführt werden.“

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

29.12.2014, 12:14 Uhr

Die Umstrukturierung bei Lanxess kommt voran. Trotzdem steht das Unternehmen vor einem schwierigen Jahr.

„Wir verzichten vorerst auf Kündigungen“

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„Wir verzichten vorerst auf Kündigungen“.....wie Gnädig...

Vielen Dank im Namen der Deutsche Jobcenter ?????????????


Und wieso soll das Jahr 2015 ein schwieriges Jahr werden ?

DIE PROPAGANDA INNERHALB DER " EU "...

berichtet doch in jede Medien Möglichkeit...

wie Toll und mit so tollen Aufschwung 2015 werden soll.

Lachplatte...dass die sich nicht schämen...

so zu lügen ohne dabei rot zu werden.

Man braucht nur Ein Blatt und einen Bleistift zu nehmen...

und während die Deutsche Nachrichten laufen...

die Anzahl der angekündigte Entlassungen auf zu schreiben...

und mit der zahl der Angekündigte Einstellungen zu vergleichen.

UND SCHON IST DIE LÜGE AUFGEDECKT...von einem guten 2015 !

Dazu den gleichen vergleich " EU-WEIT " betreiben.

Als auch Ausländische deutsch sprachige Internet nachrichten seiten zum vergleichen dazu ziehen.

Dann erkennt man die nachrichten Unterschiede in der " EU " !








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