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16.03.2017

14:13 Uhr

Lanxess

Chemiekonzern will NRW-Werke mit Millionen fit machen

Rund 100 Millionen Euro will der Chemiekonzern Lanxess in Nordrhein-Westfalen investieren. Das Geld soll vor allem in Werke gehen, die chemische Zwischenprodukte herstellen, wie zum Beispiel in Leverkusen.

„Unser Herz schlägt in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland“, sagt der Vorstandsvorsitzende von Lanxess. dpa

Matthias Zachert

„Unser Herz schlägt in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland“, sagt der Vorstandsvorsitzende von Lanxess.

FrankfurtNach seiner milliardenschweren Einkaufstour in den USA will der Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess jetzt seine Werke in Deutschland stärken. Das Unternehmen plant Investitionen im Volumen von rund 100 Millionen Euro, die vor allem Fabriken für chemische Zwischenprodukte in Nordrhein-Westfalen zugutekommen sollen. So werden in den kommenden drei Jahren jeweils etwa 40 Millionen Euro in die Werke in Leverkusen und Krefeld-Uerdingen fließen, wie Vorstandschef Matthias Zachert am Donnerstag bei Erläuterung der Geschäftszahlen von 2016 sagte. Zum Ausbau des Standorts im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel würden bis zu 15 Millionen genutzt, der Rest für das Werk im belgischen Antwerpen.

„Unser Herz schlägt in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland“, betonte Zachert. Lanxess sei zwar ein globales Unternehmen, aber das Investitionsprogramm sei ein klares Bekenntnis zum Heimatmarkt. Ein Stellenaufbau gehe damit allerdings nicht einher. Da die Werke aber wettbewerbsfähiger gemacht würden, sichere das bestehende Arbeitsplätze. Die Fabriken in Nordrhein-Westfalen produzieren Chemikalien für die Auto-, Möbel- und Bauindustrie. Die Anlage in Brunsbüttel stellt Stoffe unter anderem für die Produktion von Unkrautvernichtungsmitteln her.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Zachert hatte vergangenes Jahr mit der Übernahme des US-Rivalen Chemtura für 2,4 Milliarden Euro den größten Zukauf in der Geschichte des MDax-Konzerns angekündigt. Die Integration der neuen Tochter soll Mitte 2017 abgeschlossen werden und verläuft laut dem Konzernchef nach Plan. Die Eingliederung von Chemtura stehe dieses Jahr klar im Mittelpunkt, sagte Zachert auf die Frage nach weiteren Zukäufen.

Von

rtr

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