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10.08.2016

12:00 Uhr

Lanxess erhöht Prognose

Zachert setzt wieder auf Expansion

VonSiegfried Hofmann

Matthias Zachert hat Lanxess wieder auf Kurs gebracht: Bereits zum zweiten Mal hat der Chemiekonzern das Jahresziel angehoben und will wieder expandieren. Nur in einer Sparte bleibt das Geschäft schwierig.

Der Lanxess-Chef hat bereits zum zweiten Mal die Prognose für dieses Jahr erhöht. dpa

Matthias Zachert

Der Lanxess-Chef hat bereits zum zweiten Mal die Prognose für dieses Jahr erhöht.

FrankfurtNach der erfolgreichen Restrukturierung will der Chemiekonzern Lanxess wieder stärker expandieren, auch durch weitere Zukäufe. Das hat Firmenchef Matthias Zachert am Mittwoch bei Vorlage der Halbjahreszahlen bekräftigt. „Wir werden aktiv an der Konsolidierung der Industrie teilnehmen, aber fokussiert“, sagte der Lanxess-Chef. „Für das zweite Halbjahr sind wir sehr zuversichtlich.“ Nur das Kautschukgeschäft bleibe schwierig. Für 2016 rechnet der Vorstand nun mit einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) zwischen 930 und 970 Millionen Euro. Bereits im Mai hatte Lanxess nach einem starken Jahresauftakt seine Prognose auf 900 bis 950 Millionen erhöht.

Der Kölner Chemiekonzern zielt dabei vor allem auf eine Verstärkung seiner Geschäftsfelder Zwischenprodukte sowie Performance-Chemikalien und -Kunststoffe, die sich operativ derzeit positiv entwickeln und die neuen Kernaktivitäten von Lanxess darstellen.

Das früher dominierende Kautschukgeschäft, das noch gut ein Drittel zum Konzernumsatz beiträgt, hat Lanxess im vergangenen Jahr in die eigenständige Gesellschaft Arlanxeo ausgegliedert und Anfang April zur Hälfte an den neuen Partner Saudi Aramco verkauft. Den Kölnern spülte das rund 1,2 Milliarden Euro in die Kassen. Den daraus resultierenden Mittelzufluss wurde genutzt, um die Nettoverschuldung deutlich zu reduzieren und die zudem die eigenen Pensionsfonds um 200 Millionen Euro aufzustocken. Hinzu kommt ein deutlich verbesserter freier Cashflow aus dem operativen Geschäft. Er stieg im ersten Halbjahr auf gut 100 Millionen Euro, gegenüber nur 23 Millionen Euro im Vorjahr.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Mit einer Nettofinanzverschuldung von inzwischen nur noch knapp 200 Millionen sieht sich der Konzern gut gerüstet. „Und diese Voraussetzungen werden wir auch gezielt nutzen“, sagte Zachert.  Lanxess habe sich eine Plattform geschaffen, um die neue Wachstumsphase aus einer Position der Stärke anzugehen.

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