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02.02.2011

10:40 Uhr

Lastwagenbauer

Scania erfüllt hohe Erwartungen nicht

VonHelmut Steuer

Scania hat im vierten Quartal einen Gewinnanstieg verzeichnet. Der schwedische Lastwagenbauer hat die Anleger dennoch enttäuscht – auch mit dem Ausblick. Negative Währungseffekte könnten das Exportunternehmen im ersten Quartal des Jahres belasten.

Scania-Logo: Der schwedische Lkw-Bauer hat seinen Gewinn weniger stark als erwartet gesteigert. Quelle: dpa

Scania-Logo: Der schwedische Lkw-Bauer hat seinen Gewinn weniger stark als erwartet gesteigert.

STOCKHOLM. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania hat die hohen Erwartungen nicht erfüllt: Das vom Volkswagen-Konzern kontrollierte Unternehmen erzielte zwar einen Rekordgewinn im vergangenen Jahr, doch der verhaltene Ausblick, den Scania-Chef Leif Östling gab, drückte die Aktie mit bis zu 3,5 Prozent ins Minus. Zu der angestrebten Fusion von Scania und dem Münchner Konkurrenten MAN wollte Östling keine konkreten Angaben machen. „Seit Herbst diskutieren wir über die Möglichkeiten eines Zusammengehens. Es ist noch kein Beschluss gefallen, weil noch eine Reihe von kommerziellen und juristischen Fragen offen sind.“ Ohne sie beim Namen zu nennen, dürfte er damit die Korruptionsaffäre um Ferrostaal und die Untersuchungen der Europäischen Wettbewerbshüter über ein mögliches Kartell gemeint haben. Neben Scania wird auch gegen MAN, Daimler und Volvo ermittelt.

Doch nicht nur das Ausbleiben von Neuigkeiten in Sachen der von Volkswagen bevorzugten Lkw-Ehe zwischen Scania und MAN setzte dem Aktienkurs zu: Zwar verdreifachte Scania im vierten Quartal 2010 den Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorjahr auf 3,8 Milliarden Kronen (429,4 Millionen Euro), aber Analysten hatten mit einem noch besseren Ergebnis gerechnet. Auch der Umsatz von 22,5 (18,4) Milliarden Kronen entsprach nicht ganz den Erwartungen. Viel stärker aber wurde der Aktienkurs durch den Ausblick belastet.

Östling rechnet mit negativen Währungseffekten im ersten Quartal dieses Jahres. Die schwedische Krone hat gegenüber dem Euro in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt. Derzeit ist sie so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das belastet Exportunternehmen wie Scania. Östling erwartet, dass die starke Krone sein Unternehmen im ersten Quartal des laufenden Jahres gleichermaßen negativ beeinflussen werde wie in der zweiten Jahreshälfte 2010. Positiv war dagegen seine Einschätzung, dass sich der Markt für schwere Lkw nach dem Einbruch während der Weltwirtschaftskrise wieder erholt. Allein im vierten Quartal lieferte Scania mit 20163 Fahrzeugen 47 Prozent mehr aus als vor einem Jahr.

Enttäuschend war allerdings die Betriebsmarge, die im vierten Quartal bei 16,6 Prozent lag. Analysten hatten mit 18,6 Prozent gerechnet. „Die Abweichung von den Prognosen ist der Hauptgrund für den Kursrutsch“, sagte Niclas Höglund, Analyst bei Swedbank Markets in Stockholm. Er zeigte sich auch beunruhigt über die Aussagen von Östling, dass es bei den Zulieferern im laufenden Quartal zu Engpässen kommen könne. „Man hätte gerne mehr darüber erfahren.“

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