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14.08.2012

18:39 Uhr

Laut Finanzkreisen

Verkauf von Messtechnik-Konzern Schenck gescheitert

Die Finanzinvestoren Bain Capital und Rhone Capital waren zuletzt noch im Rennen um den Messtechnik-Spezialisten Schenck Process. Doch die Offerten waren offenbar zu niedrig, so heißt es in Insiderkreisen.

Schenck Process ist eine ehemalige Tochter des Stuttgarter Lackieranlagen-Herstellers Dürr. Dürr AG

Schenck Process ist eine ehemalige Tochter des Stuttgarter Lackieranlagen-Herstellers Dürr.

LondonDer Verkauf des Mess- und Verfahrenstechnik-Spezialisten Schenck Process ist laut Finanzkreisen geplatzt. Die beiden verbliebenen Finanzinvestoren Bain Capital und Rhone Capital hätten sich zurückgezogen, nachdem ihre Offerten für das Darmstädter Unternehmen vom Eigentümer IK Investment Partners als zu niedrig abgelehnt worden seien, sagten mehrere mit dem Bieterprozess vertraute Insider am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die schwedische IK - früher unter dem Namen Industrikapital bekannt - hatte auf einen Erlös von rund 700 bis 800 Millionen Euro gehofft. Bain und Rhone wollten sich nicht äußern, IK war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

IK habe sich keinen Verkauf leisten wollen, bei dem der Finanzinvestor seinen Eigenkapitaleinsatz nicht mindestens verdoppelt, hieß es in Branchenkreisen. Die Schweden versuchen derzeit frisches Kapital für einen neuen Fonds einzusammeln. Die möglichen Anleger könnten sich davon abgeschreckt fühlen, wenn IK schlechte Geschäfte mache. Zuvor hatte IK bereits den Verkauf des Sportbodenherstellers Sport Group und des Glasherstellers Flabeg gestoppt. IK hatte vor fünf Jahren 450 Millionen Euro für Schenck Process, eine ehemalige Tochter des Stuttgarter Lackieranlagen-Herstellers Dürr, gezahlt und das Unternehmen seither mit drei Zukäufen ausgebaut.

Die Private-Equity-Firma Pamplona Capital hatte bereits vor der letzten Runde einen Rückzieher bei Schenck Process gemacht. Bis zuletzt war auch ein asiatischer Interessent aus der Branche als möglicher Käufer gehandelt worden. Der Verkauf wurde von der Investmentbank Morgan Stanley organisiert.

Bain und Rhone hatten sich für ihre Gebote vorab noch keine Finanzierung gesichert, sagten mehrere Banker. Doch hatten Banker daran gearbeitet, bis zu 400 Millionen Euro Kredite bereitzustellen, falls ein Finanzinvestor den Zuschlag erhalten sollte. Das wäre das Fünffache des operativen Gewinns (Ebitda) von 80 Millionen Euro. Für die Investoren sei das aber möglicherweise zu wenig gewesen, weil sie das zu höheren Eigenkapitalanteilen gezwungen hätte.

Schenck Process beschäftigt weltweit mehr als 3000 Menschen und setzt im Jahr gut 560 Millionen Euro um. Anlagen von Schenck kommen bei der Erfassung von Warenströmen, beim Abwiegen und Dosieren von Waren sowie der Regelung von Materialflüssen zum Einsatz.

Von

rtr

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