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10.01.2012

10:24 Uhr

LDK Solar

Chinas Solarkonzerne wildern in Deutschland

VonMartin Murphy

Das Beispiel Sunways zeigt, wie zielstrebig Solarkonzerne aus China in Deutschland vormarschieren. LDK Solar, ein chinesischer Zulieferer, übernimmt jetzt die Mehrheit bei den Deutschen. Und das ist erst der Anfang.

Ein Monteur passt Solarmodule an ein Dach an. dpa

Ein Monteur passt Solarmodule an ein Dach an.

FrankfurtFür Michael Wilhelm ist der Zusammenschluss mit der chinesischen LDK Solar eine gute Lösung. "Die beiden Unternehmen ergänzen sich perfekt, Sunways wird davon profitieren", sagt der Chef der süddeutschen Firma dem Handelsblatt. Über eine Kapitalerhöhung erwirbt LDK Solar ein Drittel der Anteile und will sich über ein Übernahmeangebot weitere Aktien sichern. Sunways soll aber an der langen Leine bleiben. "LDK will nach unserem Verständnis die Mehrheit, ein Beherrschungsvertrag ist aber aktuell nicht geplant", sagt Wilhelm.

Mit Sunways, die 2010 noch 223 Millionen Euro Umsatz erzielte, kommt erstmals eine mittelgroße Solarfirma aus Deutschland unter chinesische Kontrolle. Für die Volksrepublik hat der Ausbau ihrer Solarindustrie hohe Priorität. Wie schon zuvor bei der Windbranche fördert Peking den Aufbau mit billigen Krediten und günstigen Rahmenbedingungen. Die Strategie geht auf: Chinesische Wind- und Solarkonzerne nehmen mittlerweile eine führende Rolle auf dem Weltmarkt ein - und haben die ehemals tonangebenden deutschen Anbieter verdrängt.

Der Vormarsch der chinesischen Solarunternehmen ist generalstabsmäßig geplant. Gezielt fördert Peking erst die Gründung neuer Unternehmen und dann deren Exportanstrengungen. Bei der Sonnenkraft ist der weltgrößte Markt Deutschland der wichtigste Abnehmer für die Schwergewichte Yingli, Suntech, JA Solar oder Trina. LDK, am Umsatz 2011 gemessen zehnmal größer als Sunways, ist bisher in Deutschland schwach vertreten.

Bis auf den Branchenprimus Suntech können die Unternehmen technologisch nicht mit westlichen Anbietern mithalten. Experten erwarten daher, dass die Chinesen nach weitere Übernahmezielen in Deutschland Ausschau halten. Als mögliche Kaufkandidaten werden Conergy und Q-Cells genannt.

Die in Konstanz am Bodensee beheimatete Sunways gilt in Nischen wie etwa Solaranlagen für Fassaden als technologische Perle. Allerdings schrieb das Unternehmen zuletzt tiefrote Zahlen. Das lag zum Teil auch an den ungünstigen Verträgen für Vorprodukte. Lieferanten sind die deutsche Solarworld, vor allem aber LDK Solar, mit der Sunways 2007 eine erste Vereinbarung geschlossen hatte. Die Vorprodukte waren damals knapp und teuer.

Kommentare (8)

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vandale

10.01.2012, 10:40 Uhr

Ich vermute, den Chinesischen Firmen geht es nicht darum teure Produktionsstätten in Deutschland zu übernehmen.
Es geht einerseits darum die Absatzkanäle zu beherrschen und als Europäischer Lieferant aufzutreten.

Solarzellen stellen einen wetterabhängigen und damit in einem bedarfsgesteuertem Netz ziemlich wertlosen Zufallsstrom, Wert ca. 1c/kWh, zu extremen Kosten, 24c/kWh, her. Deutschland ist mit etwa 50% der weltweiten Solarinstallationen Weltmeister (Eine Weltmeisterschaft um die D nicht beneidet wird). Es besteht demzufolge eine 100% Abhängigkeit von den Subventionsregeln. Für die chinesischen Hersteller ist es demzufolge wichtig die Subventionsregeln genau zu kennen und die künftigen Subventionsregeln zu beeinflussen. Wissen wie man einen Deutschen Politiker richtig pflegt, wie Medienpflege in Deutschland betrieben wird, ist das Kapital dieser Unternehmen.

Vandale

vandale

10.01.2012, 10:41 Uhr

Ich vermute, den Chinesischen Firmen geht es nicht darum teure Produktionsstätten in Deutschland zu übernehmen.
Es geht einerseits darum die Absatzkanäle zu beherrschen und als Europäischer Lieferant aufzutreten.

Solarzellen stellen einen wetterabhängigen und damit in einem bedarfsgesteuertem Netz ziemlich wertlosen Zufallsstrom, Wert ca. 1c/kWh, zu extremen Kosten, 24c/kWh, her. Deutschland ist mit etwa 50% der weltweiten Solarinstallationen Weltmeister (Eine Weltmeisterschaft um die D nicht beneidet wird). Es besteht demzufolge eine 100% Abhängigkeit von den Subventionsregeln. Für die chinesischen Hersteller ist es demzufolge wichtig die Subventionsregeln genau zu kennen und die künftigen Subventionsregeln zu beeinflussen. Wissen wie man einen Deutschen Politiker richtig pflegt, wie Medienpflege in Deutschland betrieben wird, ist das Kapital dieser Unternehmen.

Vandale

Account gelöscht!

10.01.2012, 10:47 Uhr

Genau wie beim Mikroelektronik wo D vieles auf dem Weg gebracht hat aber am Ende andere das große Geld gemacht haben.Der Vorsprung wird verspielt durch die Unfähigkeit der politischen Klasse normale Bedingungen für die Pionierunternehmen aus D zu schaffen.China hat einafch alles kopiert und verkauft es jetzt für niedrigere Preise.Berlin hat die Möglichkeit das zu stoppen aber wir haben ja die FDP und ihre Marktwirtschaftprinzipien,welche gut und richtig sind aber,wenn man der einzige ist der gemäß den Regeln spielt und alle andere keine Interesse an diese haben,endet man immer wieder als letzter.Seit Jahrzehnte hat D keinen einzigen neuen Weltkonzern hervorgebracht.Die EE Branche hätte sowas schaffen können aber die sind wie man sieht alleine gelassen und von China jetzt masakriert worden.

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