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13.01.2010

07:01 Uhr

Leasing

Daimler und BMW korrigieren ihre US-Strategie

VonMarkus Fasse

ExklusivDaimler und BMW ziehen in den USA die Lehren aus der Vergangenheit. Nach Milliardenverlusten im Leasinggeschäft 2008 und kräftigen Absatzeinbrüchen 2009 gehen beide Konzerne mit einer neuen Strategie in ihren wichtigsten Exportmarkt: Die deutschen Hersteller verleasen weniger Autos und treiben ihre Produktionsvorhaben in Nordamerika voran. Der Optimismus kehrt zurück.

Reuters

DETROIT. Einer der Kernpunkte der neuen US-Strategie ist eine Verringerung der hohen Leasinganteile im Absatz. So hat Daimler nach Aussage von Konzernchef Dieter Zetsche den Leasinganteil im US-Absatz von fast 70 Prozent auf unter 50 Prozent gedrückt. BMW reduzierte den Wert von rund 60 Prozent ebenfalls auf unter 50 Prozent, jeweils bei sinkenden Volumen. Zudem bauen beide Konzerne ihre Werke im Süden der USA kräftig aus, um sich langfristig gegen einen dauerhaft schwachen Dollarkurs abzusichern.

"Wir gehen sehr viel zuversichtlicher in das Jahr 2010", sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Wir glauben, dass wir auf dem US-Markt wieder wachsen werden", sagte Daimler-Vertriebschef Joachim Schmidt. Daimler profitiert derzeit von der Einführung der neuen E-Klasse, BMW kontert in diesem Jahr mit der neuen 5er-Reihe. Beide Hersteller gehen davon aus, dass sich die US-Konjunktur schneller erholt als die europäische. Immerhin zogen die Verkäufe von BMW und Daimler im Dezember auf dem US-Markt um zehn Prozent an. Damit sind sie aber noch weit entfernt von ehemaligen Höchstständen, die auch das Ergebnis zu aggressiver Vertriebspolitik waren.

In Stuttgart und München sitzt der Schock über die Marktentwicklung in den letzten zwei Jahren immer noch tief. Nach Jahren hoher Zuwächse in den USA musste BMW 2008 fast zwei Mrd. Dollar auf Kreditausfälle und nicht gedeckte Restwerte im Leasinggeschäft abschreiben. Bei Daimler summierten sich die Rückstellungen auf knapp 500 Mio. Euro. Anders als in Europa haften in den USA nicht die Händler für Leasing- und Kreditrisiken, sondern die Hersteller. Mit dem Beginn der Immobilienkrise trennten sich Zehntausende Amerikaner von ihren deutschen Nobelkarossen, die anschließend oft weit unter Wert auf Massenauktionen verramscht wurden. Neben dem bilanziellen Desaster drohten auch die Marken nachhaltig beschädigt zu werden.

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