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05.01.2010

08:09 Uhr

Lebensmittelbranche

Nestle wird Weltmeister bei Tiefkühlpizzas

Der Lebensmittelkonzern Nestle hat sich das Tiefkühlpizza-Geschäft von Konkurrent Kraft zugelegt. Das ist den Schweizern ein Milliardenbetrag wert. Nestle hat mit Pizzas Großes vor.

Produktion von Tiefkühlpizzas. ap

Produktion von Tiefkühlpizzas.

HB VEVEY. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle kauft das Tiefkühlpizza-Geschäft des US-Konkurrenten Kraft Foods und wird damit Weltmarktführer. Für die nordamerikanischen Pizza-Marken zahlt Nestle 3,7 Milliarden Dollar. Am Übernahmekampf um den britischen Kaugummi- und Schokoladenkonzern will sich Nestle dagegen nicht mehr beteiligen: Hier kündigte Kraft an, die geplante feindliche Cadbury-Übernahme voranzutreiben und mit Hilfe des Pizza-Deals sein Gebot aufzustocken.

Nestle erklärte am Dienstag, das Geschäft mit Tiefkühlpizza stelle einen „neuen strategischen Pfeiler“ der Tiefkühlproduktion in Nordamerika dar. Zu den von den Schweizern übernommenen Pizzamarken gehören DiGiorno, Tombstone, California Pizza Kitchen, Jack's und Delissio. Laut Nestle sind die USA weltgrößter Markt für Pizzen mit einem Umsatz von rund 37 Milliarden Dollar. Der Preis von 3,7 Milliarden Dollar werde in bar bezahlt, hieß es. Die Transaktion soll im laufenden Jahr abgeschlossen werden.

Konzernchef Paul Bulcke sagte, mit der Ausweitung der Aktivitäten im Bereich der Tiefkühlprodukte werde das für Speiseeis existierende Direktlieferungssystem komplettiert. Erst am Montag war bekannt geworden, dass Nestle die zweite Tranche seiner Beteiligung am US-Augenheilmittelkonzern Alcon an den Pharmakonzern Novartis verkauft und dafür 28,1 Milliarden Dollar erlöst.

Im Fall des Süßwarenherstellers Cadbury will Nestle dem Konkurrenten Kraft im Gegenzug das Feld überlassen. Nestle wolle weder ein formelles Angebot für Cadbury machen, noch sich an einem solchen beteiligen, teilte Nestle mit und reagierte damit auf Spekulationen, der Konzern könnte das feindliche Übernahmeangebot von Kraft Foods mit einem eigenen Angebot kontern. Diese Spekulationen hatten am Montag durch den Verkauf der Alcon-Beteiligung von Nestle neuen Auftrieb erhalten.

Gleichzeitig erklärte Kraft Foods am Dienstag, nach dem Pizza-Deal werde man die Bargeldkomponente im Angebot an die Cadbury-Aktionäre aufstocken: Jeder Cadbury-Aktionäre solle mit 60 Pence (rund 67 Cent) pro Aktie vom Verkauf des nordamerikanischen Pizza-Geschäfts profitieren. Der Gesamtwert des Gebots für Cadbury soll aber gleich bleiben: Kraft bietet den Cadbury-Aktionären nach eigenen Angaben Bargeld und Aktien im Gesamtwert von 9,8 Milliarden Pfund (rund 10,9 Milliarden Euro). Die Deadline für die Annahme des Angebots verlängerte Kraft bis zum 2. Februar.

Kommentare (4)

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Jonas

05.01.2010, 09:19 Uhr

Und das alles, weil 99% der bürger zu doof sind, für 60 ct eine leckere selbstgemachte Pizza aus seriösen Zutanten selbst zusammenzustellen, und lieber für 3 EUR getoastetet Pappe kaufen.

Manni

05.01.2010, 10:21 Uhr

Nestle gehört zum Rothschild imperium.
Wenn es sich vermeiden lässt, kaufe ich nichts von diesem korrupten Verein....

Eugen

05.01.2010, 10:51 Uhr

Also auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist, aber der Plural von Pizza ist Pizzen...

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