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14.06.2012

12:06 Uhr

Lebensmittelindustrie

Essen, das gesund macht

VonHolger Alich

Mit einer Forschungsoffensive will der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé den Gesundheitsnutzen seiner Produkte belegen. Speziell designte Produkte sollen gegen Krankheiten wie Diabetes oder Alzheimer helfen.

Das sieben Monate alte Baby Amira aus dem brandenburgischen Sieversdorf, weiß, was schmeckt. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé („Alete“) will Lebensmittel und Gesundheitsnutzen jetzt noch stärker zusammenführen. dpa

Das sieben Monate alte Baby Amira aus dem brandenburgischen Sieversdorf, weiß, was schmeckt. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé („Alete“) will Lebensmittel und Gesundheitsnutzen jetzt noch stärker zusammenführen.

LausanneDr. David Bailey steigt kräftig in die Pedale seines Velotrainers. Den drahtigen Körper hat der Sportarzt in einen knallgelben Dress gehüllt. Sein Gesicht steckt unter einer Atemmaske. Neben ihm überwacht eine Medizinerin die Kurven von Baileys Herzfrequenz und Atmung auf einem Monitor.

Bailey trainiert nicht für die Olympischen Spiele. Er testet Nahrung. Genauer gesagt Nestlés Sportler-Riegel Powerbar. „Wir wollen testen, wie der Konsum von Powerbar sich auf die Muskelkraft und die Ausdauer auswirkt“, erklärt der Brite.

Willkommen in Nestlés neuem Zentrum für klinische Entwicklung. Das Hightechzentrum nahe Lausanne haben sich die Schweizer 18 Millionen Franken kosten lassen. Hier forscht Nestlé nach den bisher verborgenen Geheimnissen von Nahrung. Zum Beispiel, warum wir Fett als wohlschmeckend empfinden.

Das Zentrum ist ein Element von Nestlés Wachstumsstrategie: Die Schweizer setzen zum einen auf Nahrung und Zusatzstoffe, die die Gesundheit fördern. Zum anderen will Nestlé Nahrungsmittel entwickeln, die Krankheiten vorbeugen oder gar bei der Heilung helfen sollen. „Ein Multi-Milliarden-Markt“, schwärmte schon 2010 Nestlé-Chef Paul Bulcke.

Seit rund 20 Jahren bietet der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt Spezialnahrung für Diabeteskranke oder Patienten auf Intensivstationen an. Umsatz 2011: rund 1,8 Milliarden Franken.

Die vergangenes Jahr gegründete Tochter „Nestlé Health Science“ wagt sich nun noch einen Schritt vor in den umstrittenen Graubereich zwischen Nahrung und Pharma. Gemeinsam mit dem hauseigenen Forschungsinstitut soll die Sparte spezielle Lebensmittel entwickeln, die bei Diabetes, Herz-Kreislaufkrankheiten, Fettleibigkeit oder Alzheimer helfen sollen.

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