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26.01.2010

12:58 Uhr

LED-Technik

Zumtobel glaubt an die Glühbirne

VonStefan Menzel

Der Österreichische Leuchtenkonzern baut auf ein neues Geschäftsfeld. Im Schatten der Glühbrine wird die LED-Technik zur Zukunftshoffnung. Die Österreicher erwarten ein Wachstum des Geschäfts um 30 bis 50 Prozent. Experten befürworten den Vorstoß.

Die EU in Brüssel drängt darauf, dass die herkömmliche Glühbirne aus den Geschäften in Europa verschwindet. Es ist vor allem die schlechte Energiebilanz, die die klassische Glühbirne zum Auslaufmodell macht. ap

Die EU in Brüssel drängt darauf, dass die herkömmliche Glühbirne aus den Geschäften in Europa verschwindet. Es ist vor allem die schlechte Energiebilanz, die die klassische Glühbirne zum Auslaufmodell macht.

WIEN. Der österreichische Lampenhersteller Zumtobel entdeckt ein neues Geschäft und verkauft künftig auch Glühbirnen. Das Unternehmen aus Dornbirn in Vorarlberg macht sich die regulatorischen Vorschriften der EU-Kommission zu Nutze, die die klassische Glühbirne verbietet und sie nach und nach aus dem Verkehr zieht. Zumtobel startet den Verkauf von Glühbirnen, die mit Leuchtdioden ("LED") ausgestattet sind. Sie verbrauchen noch weniger Energie als die bislang bekannten Energiesparlampen und haben auch eine längere Lebensdauer.

Die EU in Brüssel drängt darauf, dass die herkömmliche Glühbirne aus den Geschäften in Europa verschwindet. Es ist vor allem die schlechte Energiebilanz, die die klassische Glühbirne zum Auslaufmodell macht. Nur etwa zehn Prozent des Stroms werden in Licht umgewandelt, der überwiegende Teil geht in die Wärme, die der Glühfaden abgibt.

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Das Geschäft mit den LED-Glühbirnen ist ein klares Wachstumsgeschäft", begründete Zumtobel-Vorstandschef Andreas Ludwig am Montag in Wien den Einstieg seines Unternehmens in das neue Produktsegment. Die klassische, althergebrachte Glühbirne werde an Bedeutung verlieren. Zumtobel kalkuliert damit, dass das jährliche Umsatzwachstum mit der LED-Technik zwischen 30 und 50 Prozent erreichen könnte. Im Geschäftsjahr 2010/11 will das westösterreichische Unternehmen damit die Umsatzgrenze von 100 Millionen Euro überschreiten (Glühbirnen und LED-Elektronikbauteile). Im Geschäftsjahr 2008/09 waren es noch 50 Millionen Euro.

Aus Sicht des Unternehmens passt die neue LED-Glühbirne auch zu Zumtobel. "Denn im Prinzip ist es ein kompliziertes Elektrogerät aus Chips und Dioden und eben keine einfache Glühbirne", sagte Ludwig. So etwas hat auch seinen Preis. Die herkömmliche Glühbirne kostet im Supermarkt etwa einen Euro. Für die Neuentwicklung aus Vorarlberg müssen Kunden derzeit mehr als 20 Euro auf den Tisch legen. Zumtobel setzt darauf, dass trotzdem ein Massengeschäft daraus wird. Etwa bis zum Jahr 2015 könne der Preis Richtung zehn Euro fallen.

Eine LED-Glühbirne aus Österreich soll eine Lebensdauer von etwa 25 000 Stunden haben, bei Energiesparlampen sind es zwischen 6 000 und 15 000 Stunden. Die alte Glühbirne kommt gerade einmal auf 1 000 Stunden. Zumtobel verspricht außerdem, dass das neue Produkt des Unternehmens garantiert keine Wärme abgibt.

Unter Experten stößt der Vorstoß der Vorarlberger durchaus auf Zustimmung. "Das ist unbestritten ein Wachstumsmarkt", sagt Franz Hörl, Analyst bei der Ersten Bank in Wien. Zumtobel habe allerdings den Nachteil, dass das Unternehmen gegen die etablierte Konkurrenz von Philips und Osram antreten müsse. Der Leuchtenhersteller aus dem Westen Österreichs sammle erste seine Erfahrungen auf diesem für ihn neuen Markt. Zumtobel habe dabei einen kostengünstigen Weg eingeschlagen und lasse die neuen LED-Birnen in Asien zusammenbauen.

Kommentare (4)

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Jonas

26.01.2010, 14:57 Uhr

"Zumtobel glaubt an die Glühbirne"

"Zumtobel startet den Verkauf von Glühbirnen, die mit Leuchtdioden ("LED") ausgestattet sind"

Man ist von Journalisten ja eine Menge gewohnt, aber daß sie nicht mal die Definition von Glühbirne nachschlagen, bevor sie so einen hanebüchenen Unsinn schreiben, sollte jeden Journalisten vor Schmerz laut schreien lassn, wenn Dummheit weh tun würde.

"Zumtobel verspricht außerdem, dass das neue Produkt des Unternehmens garantiert keine Wärme abgibt."

Ja fein ja, wie DUMM muss man als Journalist sein, um das abzuschreiben ??

Hupflinger

26.01.2010, 15:40 Uhr

birnen bilden eine Pflanzengattung, die zu den Kernobstgewächsen in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört.

Glühlampen sind Temperaturstrahler, LED's sind Strahlung abgebende Halbleiter.

Das hätte selbst ein noch so unbedarfter Journalist in 5min herausgegoogelt.

Gebildet ist, wer weiß, wo er findet, was er nicht weiß. (Georg Simmel, dt. Philosoph u. Soziologe, 1858 - 1918)

Und wenn Zumtobel eine LED-Lampe anbieten könnte, die "garantiert keine Wärme abgibt", dann kaufe ich sofort deren Aktien. Eine LED hat heute maximal 185 Lumen/Watt, physikalisch wären zwar 350lm/W möglich, die LED gibt es aber noch nicht in Serienfertigung, die sowas kann. Auch nicht bei Zumtobel. ich bezweifle, dass Zumtobel so einen Unsinn behauptet hat. Vermutlich war diese Aussage auf iR-Strahlung bezogen, die die LED im Vgl. zur Glühlampe nicht emittiert.

Ein Armutszeugnis journalistischer Arbeit des Handelsblattes!

Richtigsteller

27.01.2010, 10:47 Uhr

Was ist das für eine völlig schwachsinnige Überschrift und so viele Fehler im Text! Jede Wette: so hat Zumtobel das dem Handelsblatt Autor Stefan Menzel nie erklärt. LED sind eben gerade keine Glühlampen. Sondern Leuchtdioden. Also kein Glühfaden, sondern ein Halbleiter. LED geben sehr wohl Wärme ab. Und das nicht zu knapp. Wärmebedingte Ausfälle sind eine Hauptursache für vorzeitige Helligkeitsverluste bei LED. Warum wohl bestehen gute LED-Lampen (= LED-Chip plus Gehäuse plus Elektronik) zu einem Großteil aus Kühlkonvektoren aus Aluminium? Allerdings geben LED sehr viel weniger Wärme ab als Glüh- oder Halogenlampen.

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