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06.01.2016

13:52 Uhr

Lenovo, HP, Dell

Wie hart trifft 2016 die PC-Industrie?

Einst waren PCS der Verkaufsmotor des IT-Fortschritts für Verbraucher. Inzwischen haben Smartphones diese Rolle übernommen. Analysten warnen, dass für kleinere PC-Hersteller die Luft immer dünner wird.

Für die Hersteller dürfte 2016 ein schwieriges Jahr werden. dpa

PC auf der Hannover-Messe

Für die Hersteller dürfte 2016 ein schwieriges Jahr werden.

BerlinEigentlich sollte 2016 das Jahr werden, in dem der schon lange schwache PC-Markt schließlich wieder auf Erholungskurs geht. Doch inzwischen glauben auch zuvor zuversichtliche Branchenanalysten nicht mehr daran. Für die PC-Industrie geht es ins nächste Schrumpfjahr, erwarten die beiden großen IT-Marktforscher Gartner und IDC. Die Frage ist, wie lange manche Player dem Druck standhalten können, warnen Experten.

Für die Flaute kamen mehrere Gründe zusammen. Da ist der andauernde Smartphone-Boom, bei dem Computer im Handflächenformat zum wichtigsten Gerät geworden sind. Zugleich geben sich deutlich mehr Verbraucher und Unternehmen länger mit der Leistung ihrer aktuellen PCs zufrieden als noch vor einem Jahrzehnt.

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Damals waren schnellere Prozessoren und mehr Speicher noch ein sicherer Kaufanreiz. Außerdem macht der starke Dollar die Computer in vielen Ländern der Welt teurer und bremst die Kauflust noch weiter.

Gerade der Kurs der US-Währung könnte kleinere Hersteller arg in Bedrängnis bringen, warnt Gartner-Analyst Ranjit Atwal. „Die Hersteller haben keine andere Wahl, als die höheren Preise an die Kunden weiterzugeben.“ Sonst könnten die Verluste für sie zu hoch werden.

In der Branche wird hauptsächlich in Dollar abgerechnet, über die gesamte Produktionskette hinweg seien die Kosten der Hersteller durch die Wechselkurse um bis zu 20 Prozent gestiegen. Auf lange Sicht könnten sechs bis sieben Hersteller übrigbleiben, erwartet der Gartner-Experte. Denn gerade im Geschäft der PC-Branche sei eine bestimmte Größe wichtig, um effizient wirtschaften zu können.

Das zeigte sich schon 2015. Die Schwäche des PC-Marktes traf die Hersteller alles andere als gleichmäßig. So bauten die drei größten Anbieter Lenovo, Hewlett-Packard und Dell ihre Marktanteile im dritten Quartal sogar aus - wenn auch nur dadurch, dass ihre Verkäufe langsamer zurückgingen als im Branchendurchschnitt. Sie werden vor allem durch das Geschäft mit Unternehmen gestützt.

Die Geschichte von Microsoft Windows

1975

Am 4. April gründen die Kindheitsfreunde Bill Gates und Paul Allen das Unternehmen.

1980

Microsoft bekommt von IBM den Auftrag, ein Betriebssystem für den geplanten Personal Computer zu liefern. Microsoft bietet ein zugekauftes Programm unter dem Namen MS-DOS an. Microsoft kann MS-DOS auch anderen Herstellern verkaufen, so legt es der Deal fest.

1985

Microsoft veröffentlicht das erste - quasi noch unbrauchbare - Windows, eine grafische Erweiterung für MS-DOS.

1987

Microsoft stellt Windows 2 vor. Apple wirft Microsoft Ideenklau vor und klagt vor Gericht. In dem komplizierten Rechtsstreit kann sich Microsoft fünf Jahre später endgültig durchsetzen.

1990

Windows 3.0 erhält eine komplett neue Oberfläche. Die Nachfolgeversion 3.11 (1994) gilt als die erste wirklich brauchbare Windows-Variante.

1993

Mit Windows NT stellt Microsoft ein 32-Bit-System für Workstations und Server vor.

1995

Windows 95 wird mit einem zuvor unüblichen Marketing-Aufwand auf den Markt gebracht.

1998

Windows 98 kommt als Weiterentwicklung von Windows 95 auf den Markt.

2000

Windows Me ist das letzte Betriebssystem, das auf MS-DOS aufsetzt. Diese Windows-Variante galt als besonders fehleranfällig.

2001

Im Oktober bringt Microsoft Windows XP heraus, sein langlebigstes Betriebssystem. XP setzt auf der Architektur der Windows-NT-Familie auf.

2007

Windows Vista verkauft sich zwar gut, ist aber bei Nutzern unter anderem wegen umständlicher Bedienung unbeliebt.

2009

Windows 7 soll die Schwächen von Vista ausbessern.

2012

Windows 8 verfügt über zwei unterschiedliche Benutzeroberflächen: eine Kacheloptik für Tablet Computer und ein herkömmlicher Windows-Desktop für PCs. Anwender vermissen den beliebten Start-Button. Ein Jahr später wird das System auf die Version 8.1 aktualisiert.

2015

Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einheitliche technische Plattform für PCs, Tablet-Computer und Smartphones an. Das Start-Menü kehrt auf den PC zurück.

Insgesamt schrumpfte der Markt in dem Vierteljahr laut IDC um 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Für die großen Drei lag das Minus bei drei bis fünf Prozent - dem taiwanischen Hersteller Acer brach dagegen gut ein Viertel der Verkäufe weg.

Er wurde vom vierten Platz in der Branche von Apple verdrängt. Der iPhone-Konzern kommt mit seinen Macs inzwischen nach IDC-Zahlen auf einen Marktanteil von 7,5 Prozent - und der Verzicht auf billige Modelle sorgt dafür, dass Apple auch im schwierigen PC-Markt solide Gewinne macht.

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