Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.06.2016

12:41 Uhr

Leoni

Autozulieferer streicht weltweit 1100 Stellen

Der Autozulieferer Leoni reagiert auf die Krise in seiner Bordnetzsparte und streicht dort 1100 Jobs. Vor allem die Verwaltung ist betroffen. Auch in Deutschland werden Arbeitsplätze wegfallen.

Der Autozulieferer streicht weltweit 1100 Stellen. dpa

Leoni

Der Autozulieferer streicht weltweit 1100 Stellen.

MünchenDer Autozulieferer Leoni trennt sich weltweit von 1100 Mitarbeitern seiner krisengeplagten Bordnetzsparte. Betroffen davon seien circa 70 Arbeitsplätze in Deutschland, wie der Nürnberger Konzern am Donnerstag mitteilte. Der Großteil der Stellen fällt einem Sprecher zufolge aber in Mexiko, China und Osteuropa weg. Gestrichen würden Jobs in der Verwaltung, in Personalwesen, Einkauf, Logistik oder Produktionsplanung, nicht in der Fertigung selbst. Der Arbeitsplatzabbau erfolge teilweise über betriebsbedingte Kündigungen, teilweise über Aufhebungsverträge. „Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern laufen.“

Der Jobabbau wird Leoni 2016 nach eigenen Angaben 25 Millionen Euro kosten, 2017 weniger. Ab nächstem Jahr soll sich die Verschlankung auszahlen: Die Profitabilität werde dauerhaft steigen, bekräftigte der Konzern. Der Effekt soll jährlich circa 30 Millionen Euro betragen. Der Sprecher sagte, es sei noch nicht sicher, ob 2017 schon die volle Höhe erreicht werde. Der Autozulieferer will im nächsten Jahr den Gewinn wieder steigern. Für 2016 ist ein kräftiger Rückgang angekündigt.

Leoni hatte sich im vergangenen Jahr in der Bordnetzsparte, die rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes einfährt, verhoben. Ein Werk in Rumänien konnte auch wegen hausgemachter Probleme die Auftragsflut nicht stemmen. Kurzfristig wurden Tausende neue Mitarbeiter gebraucht, die noch dazu höhere Löhne verlangten. Die Kostenexplosion ließ den Konzerngewinn schmelzen.

Leoni startete deshalb die Umstrukturierung der Bordnetzsparte, zu der auch die Vereinfachung der Produktion und die Straffung der Organisation zählen. Weil Hierarchie-Stufen gestrichen und Arbeiten wie etwa Buchhaltung weltweit zusammengefasst werden, sind von den Stellenstreichungen vor allem Beschäftigte mit vergleichsweise höheren Einkommen betroffen, auch in Niedriglohnländern.

In den Hochlohnländern Frankreich, Großbritannien, USA und Südkorea fallen insgesamt rund 150 Jobs weg. In dem Werk in Rumänien will Leoni die Zahl der Mitarbeiter auf längere Sicht wieder von zuletzt circa 9000 auf 5000 senken. Dies soll über Effizienzsteigerungen in der Produktion und den Aufbau von Kapazitäten anderswo in Osteuropa erfolgen. Auch in der kleineren Konzernsparte Draht und Kabel wird restrukturiert, allerdings in weitaus geringerem Umfang.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×