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03.09.2013

10:13 Uhr

Leuchtenhersteller

Sparkurs zahlt sich für Zumtobel aus

Der scheidende Zumtobel-Chef Harald Sommerer hinterlässt seinem Nachfolger einen überraschenden Gewinnsprung der österreichischen Leuchtenherstellers. Doch der Neue gilt unter Investoren als umstrittener Manager.

Innovative LED-Technologie von Zumtobel bei 17.700 Tankstellen der TOTAL-Gruppe im Einsatz. Neben der langwierigen Umstellung auf die neue LED-Technologie hatte Zumtobel zuletzt die Zurückhaltung öffentlicher Auftraggeber bei der Straßenbeleuchtung sowie des Großhandels zu schaffen gemacht. obs

Innovative LED-Technologie von Zumtobel bei 17.700 Tankstellen der TOTAL-Gruppe im Einsatz. Neben der langwierigen Umstellung auf die neue LED-Technologie hatte Zumtobel zuletzt die Zurückhaltung öffentlicher Auftraggeber bei der Straßenbeleuchtung sowie des Großhandels zu schaffen gemacht.

WienDer scheidende Zumtobel-Chef Harald Sommerer verabschiedet sich mit einem überraschenden Gewinnsprung von dem österreichischen Leuchtenhersteller. Im ersten Geschäftsquartal 2013/14 (bis Ende Juli) stieg das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) dank des Sparkurses der vergangenen Monate um gut 40 Prozent auf 17,7 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das ist mehr als von Analysten erwartet: Sie hatten mit 14,3 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn jedoch wegen der Kosten für eine Werksschließung um 22 Prozent auf 6,7 Millionen Euro.

Zumtobel ist auf die Beleuchtung von Büros, Gebäuden, Supermärkten und Straßen spezialisiert. Neben der langwierigen Umstellung auf die neue LED-Technologie hatte der Firma zuletzt die Zurückhaltung öffentlicher Auftraggeber bei der Straßenbeleuchtung sowie des Großhandels zu schaffen gemacht.

Für den Rest des Geschäftsjahres wagte Zumtobel weiterhin keine Prognose. „Eine konjunkturelle Entspannung ist derzeit nicht erkennbar und die Visibilität weiterhin sehr gering“, hieß es in der Mitteilung.

Dafür ist dann aber nicht mehr das bisherige Vorstandsduo um Sommerer und Finanzchef Mathias Dähn zuständig. Sie werden Anfang Oktober vom Ex-Infineon-Chef Ulrich Schumacher abgelöst. Er gilt unter Investoren als umstrittener Manager: Schumacher brachte Infineon um die Jahrtausendwende an die Börse. Nachdem er 2004 als Konzernchef einem Putsch im Infineon-Management zum Opfer gefallen war, lieferte er sich einen zähen Rechtsstreit mit dem Aufsichtsrat um seine Abfindung.

Später heuerte er beim chinesischen Chiphersteller Grace Semiconductor an. In dieser Zeit drohte ihm seine Leidenschaft für Luxus beinahe zum Verhängnis zu werden: Schumacher stand wegen des Vorwurfs vor Gericht, von einem früheren Geschäftspartner bestochen worden zu sein. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt, der Geschäftspartner war zuvor wegen Bestechung mehrere Jahre ins Gefängnis gewandert.

Die Eigentümerfamilie Zumtobel, die gut ein Drittel der Aktien hält, erhofft sich von Schumacher Impulse bei der Umstellung auf die neue LED-Technologie.

Von

rtr

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