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23.01.2012

20:11 Uhr

„Leukoplast“-Hersteller

Verkauf von BSN Medical in nächster Runde

Goldman Sachs und HSBC wurden laut Insidern mit dem Verkauf des „Leukoplast“-Herstellers BSN Medical beauftragt. Es ist der dritte Versuch, den Konzern loszuschlagen. Das Geschäft könnte zwei Milliarden Euro bringen.

BS´N Medical ist Hersteller von Verbänden und Kompressen. dpa

BS´N Medical ist Hersteller von Verbänden und Kompressen.

LondonDer Finanzinvestor Montagu startet Kreisen zufolge den dritten Versuch, den „Leukoplast“-Hersteller BSN Medical loszuschlagen. Goldman Sachs und HSBC seien damit beauftragt worden, den Verkauf zu organisieren, der bis zu zwei Milliarden Euro bringen könnte, sagten Banker am Montag der Reuters-Tochter RLPC. 2010 hatte Montagu das Vorhaben abgebrochen, das ehemalige Gemeinschaftsunternehmen von Beiersdorf und der britischen Smith & Nephew an die Börse zu bringen. Einen ersten vergeblichen Anlauf hatte es schon 2008 gegeben. Montagu hatte 2005 gut eine Milliarde Euro für BSN bezahlt. Die bekannte Pflaster-Marke „Hansaplast“ nutzen BSN und Beiersdorf gemeinsam: ersterer für Klinikpackungen, letzterer für den Einzelhandel.

„BSN Medical ist im klassischen Gesundheitsbereich. Es ist ein gutes, starkes und ziemlich bekanntes Unternehmen, das von der alternden Gesellschaft profitiert“, sagte ein Insider. „Es wäre seltsam, wenn man da nichts machen könnte.“ Noch arbeiten die Banken an einem Zeitplan für den Hersteller von Verbänden und Kompressen, doch der Verkaufsprozess soll den Finanzkreisen zufolge schon im Februar beginnen. Goldman und HSBC wollten ein Verkäuferdarlehen zur Verfügung stellen, das Finanzinvestoren eine Übernahme erleichtern könnte. Auch andere Institute arbeiteten an Finanzierungskonzepten, hieß es.

Ein Banker sagte, Private-Equity-Firmen müssten BSN mit einem hohen Fremdkapital-Anteil erwerben, um die angestrebten hohen Renditen herauszuziehen. Großes Wachstumspotenzial habe das Geschäft nicht. BSN erwirtschaftet einen relativ stabilen operativen Gewinn (Ebitda) - meist der Bewertungsmaßstab für Firmen aus Private-Equity-Hand - von rund 100 Millionen Euro. Montagu hatte bereits seinen damaligen Kauf mit 755 Millionen Euro kreditfinanziert, 155 Millionen kamen 2007 dazu.

Montagu erhoffe sich aber auch Interesse von möglichen Käufern aus der Gesundheitsbranche, hieß es in den Kreisen. Beim letzten Anlauf hatten unter anderem die US-Firmen 3M und Kimberly-Clark sowie Mölnlycke Interesse angemeldet. Mölnlycke gehört zum Imperium der Wallenberg-Holding Investor AB aus Schweden. Unter den Finanzinvestoren wird nun neben Apax und Bain Capital auch das Duo aus Avista Capital und Nordic Capital gehandelt, denen bereits der BSN-Konkurrent Convatec gehört.

Von

rtr

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