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28.07.2016

08:24 Uhr

Linde

Gasekonzern zeigt sich robust – aber anfällig

VonAxel Höpner

In den vergangenen Wochen sorgte Linde mit Spekulationen um den Vertrag von Konzernchef Büchele für Aufsehen. Nun bekommt der Konzern trotz robustem Kerngeschäft Gegenwind zu spüren.

Quartalszahlen zeigen keine negativen Überraschungen. dpa

Linde

Quartalszahlen zeigen keine negativen Überraschungen.

MünchenHinter den Kulissen hat es beim Gasekonzern Linde in den vergangenen Wochen kräftig gekracht. Ein Machtkampf, ein anonymer Brief, Spekulationen. Und nun wächst auch im operativen Geschäft der Gegenwind. Das zeigen die Zahlen des zweiten Quartals. Der Umsatz sank wegen der schwachen Industriekonjunktur und Währungseffekten um gut sieben Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Bereinigt zum Beispiel um Währungseffekte betrug das Minus 2,9 Prozent. Im ersten Halbjahr sanken die Erlöse bereinigt um Wechselkurse um 1,6 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro.

In den vergangenen beiden Jahren hat Linde-Chef Wolfgang Büchele zweimal Gewinnwarnungen herausgeben müssen. Als er Ende 2015 die Mittelfristziele kassierte, brach der Aktienkurs am nächsten Tag zeitweise um 14 Prozent ein und erholte sich seither nicht mehr von dem Schock.

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Die Quartalszahlen boten nun zumindest keine negativen Überraschungen. „Wir haben ein solides erstes Halbjahr hinter uns und liegen damit voll im Rahmen unserer Prognose“, sagte Vorstandschef Wolfgang Büchele.

Angesichts des schwierigen Umfelds müsse Linde „aktiv Effizienzmaßnahmen vorantreiben“. Der operative Gewinn sank im zweiten Quartal um sechs Prozent auf knapp eine Milliarde Euro. Bereinigt um Währungseffekte betrug das Minus 1,5 Prozent. Im ersten Halbjahr sank das operative Ergebnis vor allem wegen der Währungseffekte um gut vier Prozent auf zwei Milliarden Euro.

Der große Rivale Air Liquide legt seine Zahlen erst am 1. August vor. Doch klar ist, dass sich die Franzosen wieder an die Weltspitze gesetzt haben. Im vergangenen Herbst kündigte Air Liquide an, für mehr als zwölf Milliarden Euro den US-Rivalen Airgas zu übernehmen. Die Fusion wurde im Mai dieses Jahres vollzogen. Die Franzosen dürften nun gut ein Viertel des Weltmarkts beherrschen. Linde, das zwischenzeitlich die Weltmarktführung erobert hatte, dürfte zuletzt bei etwa 22 Prozent gelegen haben.

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