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21.01.2016

14:24 Uhr

Linde im Aufwind

Gazprom erteilt Millionenauftrag für Gas-Anlage

Der niedrige Ölpreis drückt aufs Geschäft – auch in der Gasbranche. Dennoch will der russische Energieriese Gazprom eine der größten Gasanlagen der Welt bauen. Davon profitiert jetzt der Industriegasekonzern Linde.

Schon länger arbeiten Linde und Gazprom zusammen. Der Bau der Anlage in Swobodny bedeutet für die Anlagensparte des Industriegasekonzerns den ersten größeren Erfolg seit etwa einem Jahr. dpa

Linde AG

Schon länger arbeiten Linde und Gazprom zusammen. Der Bau der Anlage in Swobodny bedeutet für die Anlagensparte des Industriegasekonzerns den ersten größeren Erfolg seit etwa einem Jahr.

FrankfurtDer Industriegasekonzern Linde hat vom russischen Energieriesen Gazprom einen Großauftrag erhalten. Gazprom habe Linde als Partner für ein großes Erdgasverarbeitungsprojekt in der Amur-Region nahe der russisch-chinesischen Grenze ausgewählt, teilte das Münchener Unternehmen am Donnerstag mit. Die Anlage solle in fünf Phasen bis 2024 errichtet werden.

Einer mit der Sache vertrauten Person zufolge liegt das Auftragsvolumen in der ersten Projektphase im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Anlage soll jährlich bis zu 49 Milliarden Kubikmeter Erdgas verarbeiten. Sie ist Teil eines Pipelineprojekts, das Erdgasfelder in Ostsibirien mit Nordostchina verbinden soll.

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Wolfgang Reitzle wirkt stets wie der Über-Chef von Linde. Umso wichtiger ist, dass sich Aufsichtsrat und Vorstand über ihre Rollen im Klaren sind. Und vor allem braucht der Konzern eine neue Perspektive. Eine Analyse.

Mit dem Großauftrag kann Linde-Chef Wolfgang Büchele nach zwei Prognosesenkungen innerhalb von einem guten Jahr erstmals wieder einen größeren Erfolg im Anlagenbau vorweisen. Die Auftragslage leidet darunter, dass die Kunden wegen des niedrigen Ölpreises weniger investieren und sich scheuen, neue Aufträge zu unterschreiben. Für 2016 hatte Büchele zwar eine Verbesserung der Auftragslage angekündigt. Sollte diese aber nicht eintreten, stehe womöglich ein Stellenabbau an, hatte er eingeräumt.

Gazprom will nahe der Stadt Swobodny im fernen Osten Russlands eine der größten Gasverarbeitungsanlagen der Welt bauen. Dort sollen sibirisches Erdgas verflüssigt und besonders wertvolle Bestandteile wie Helium oder Ethan für industrielle Zwecke herausgefiltert werden. Linde hat mit Gazprom bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet. Auch bei bestehenden und künftigen Projekten im Erdgasbereich wollen die beiden Firmen kooperieren.

Von

rtr

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