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22.07.2011

12:20 Uhr

Liquiditätskrise

Konkursantrag gegen Saab-Tochter

VonHelmut Steuer

Erstmals seit der Ausbruch der akuten Liquiditätskrise bei Saab ist ein Konkursantrag gegen ein Tochterunternehmen des schwer angeschlagenen schwedischen Autobauers gestellt worden.

Die Produktionsstätte von Saab in Trollhättan, Schweden. Quelle: dpa

Die Produktionsstätte von Saab in Trollhättan, Schweden.

StockholmEin Zulieferer des ums Überleben kämpfenden schwedischen Autoherstellers Saab hat am Freitag einen Konkursantrag gegen die Saab-Tochtergesellschaft Saab Tools gestellt. Damit ist zum ersten Mal seit dem Ausbruch der akuten Liquiditätskrise ein Unternehmen der Saab-Familie von der Pleite bedroht.

Der Zulieferer Swepart Verktyg AB hat bei Saab Tools Außenstände von knapp sechs Millionen Kronen (rund 650.000 Euro). Der Betrag hätte nach Aussagen von Swepart Verktyg-Chef Lars Thunberg spätestens am 2. Juni bezahlt werden müssen. Doch bis jetzt steht die Bezahlung aus.

Der Chef des Verbandes der schwedischen Zuliefererbetriebe, Svenåke Berglie, äußerte sich angesichts des Konkursantrages sehr pessimistisch zu den Überlebenschancen von Saab. „Es sieht äußerst ernst aus“, sagte er. Bei Saab in Trollhättan wollte man den Konkursantrag gegen das Tochterunternehmen nicht kommentieren.

Erst am Donnerstag war die für Anfang August geplante Wiederaufnahme der seit April stillstehenden Produktion bei Saab erneut verschoben worden. Die Produktion könne nicht gestartet werden, weil die Diskussionen mit den Zulieferern noch nicht beendet seien, hieß es bei Saab. Neuer Termin ist „frühestens die Kalenderwoche 35, die am 29. August beginnt“, teilte das Unternehmen mit. „Wir müssen eine Einigung mit sämtlichen Lieferanten über die Zahlungsmodularitäten und Lieferbedingungen erzielen“, sagte eine Sprecherin. Der schwedische Autobauer bezieht Teile von insgesamt 800 Zulieferern.

Viele Saab-Zulieferer hatten wegen unbezahlter Rechnungen wichtige Bauteile nicht mehr an Saab geliefert. Saab, das 2010 von dem US-Autobauer General Motors, an den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker verkauft wurde, hat bei seinen Lieferanten Schulden von rund 100 Millionen Euro. Das Unternehmen verhandelt seit mehreren Wochen über einen Abzahlungsplan.

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Vor einem Monat hatte mit dem Auto-Hersteller Youngman Lotus ein zweiter chinesischer Investor sein Interesse an einem Einstieg bei Saab bekundet. Zuvor war bereits der chinesische Auto-Händler Pang Da bei Saab eingestiegen. Allerdings handelt es sich bisher nur um Absichtserklärungen, die noch der Zustimmung der chinesischen Behörden bedürfen. Um die Liquiditätskrise zu überwinden hatte Saab vor einem Monat auch Teile seiner Fabrikanlagen verkauft.

Kommentare (2)

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Rudolf

22.07.2011, 13:09 Uhr

Wo bleibt die Zulassung des Investors aus Russland? Die Europäische Investitionsbank (EIB) hüllt sich seit Monaten in Schweigen! Dies kann doch von den Verantwortlichen bei SAAB und auch beim möglichen Investor nicht einfach ohne stichhaltige Begründung so hingenommen werden - ein Erklärungsversuch im Handelsblatt zu dieser Thematik wäre höchst sinnvoll!

Account gelöscht!

22.07.2011, 13:17 Uhr

Wie könnten fünf Millionen Schweden-Kronen 54,8 Millionen Euro sein? Das Verhältnis ist genau umgekehrt - bitte nicht immer nur die Praktikanten ranlassen und dann auch noch zu fauls ein zum Korrektur lesen!

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