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23.09.2015

05:10 Uhr

Liveblog VW im Dieselgate

US-Senator: „Wir sind tief enttäuscht“

Dieselgate: Volkswagen stellt Milliarden zurück, elf Millionen Autos sind vom Abgasbetrug betroffen. Das Aufsichtsratspräsidium tagte schon am Dienstagabend. Ein New Yorker Staatsanwalt leitet Ermittlungen ein.

Offene Worte vom VW-Chef

Winterkorns Videobotschaft: „Es tut mir unendlich leid“

Offene Worte vom VW-Chef: Winterkorns Videobotschaft: „Es tut mir unendlich leid“

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Volkswagen hat zugegeben, in den USA Abgastests bei Diesel-Fahrzeugen manipuliert zu haben. Die Affäre schlägt hohe Wellen. Der Konzern kappt nun seine Gewinnziele und legt im dritten Quartal rund 6,5 Milliarden zur Seite. VW geht davon aus, dass weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen sind. Die Aktie des Autobauers stürzt immer weiter ab. Vorstandschef Martin Winterkorn tritt Spekulationen um seine Ablösung jedoch entgegen. Die Ereignisse im Liveblog.

+++ US-Senator Bob Corker fordert volle Aufklärung von VW+++
Der US-Senator Bob Corker aus dem Bundestaat Tennessee fordert eine volle Aufklärung des VW-Abgas-Skandals. „Wir haben mit Repräsentanten von Volkswagen kommuniziert und sind von den Berichten zutiefst enttäuscht. Das Unternehmen muss diese ernste Situation bereinigen und bei allen Ermittlungen vollstens mitarbeiten", sagte der Republikaner dem Handelsblatt. VW lässt im Werk Chattanooga vor allem den Passat bauen.

+++ Zivilklage wegen Verhaltens während Diktatur in Brasilien +++
Inmitten des Skandals um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen droht dem Autokonzern in Brasilien weiteres Ungemach: Gegen das deutsche Unternehmen wurde dort am Dienstag (Ortszeit) eine Zivilklage wegen seines Verhaltens während der Militärdiktatur eingereicht. VW habe damals in Brasilien die Folter und illegale Festnahme von Mitarbeitern hingenommen, begründete das Arbeiterforum für Wahrheit, Gerechtigkeit und Reparation seine Klage in São Paulo.

+++ New Yorker Staatsanwalt ermittelt +++
Auch die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates New York hat nun die Ermittlungen gegen den deutschen Autokonzern eingeleitet. „Keinem Unternehmen sollte es erlaubt werden, unsere Umweltgesetze zu umgehen“ oder Verbraucher zu täuschen, erklärte Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman am Dienstag. Daher habe er seine eigenen Ermittlungen zu den „beunruhigenden Berichten“ über die massenhafte Manipulation bei VW-Dieselfahrzeugen eingeleitet. Schneiderman strebt nach eigener Aussage an, „in dieser Angelegenheit mit Generalstaatsanwälten im ganzen Land zusammenzuarbeiten“.

+++ Volkswagen-Präsidium beriet über schwere Vertrauenskrise des Konzerns +++
Angesichts der schweren Vertrauenskrise bei Europas größtem Autobauer ist das Präsidium des Volkswagen-Aufsichtsrats am Dienstagabend zu einer Sitzung zusammengekommen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. Nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ tagte das Gremium in Gegenwart von Topmanagern des Konzerns. Nach dem Ende der Sitzung wurde zunächst nichts bekannt über mögliche Beschlüsse. Das Treffen sollte am Mittwoch fortgesetzt werden.

+++ Staatsanwälte in USA wollen gemeinsam gegen VW ermitteln +++
Die Ermittlungen in den USA gegen VW nehmen immer größere Ausmaße an. Staatsanwaltschaften mehrere Bundesstaaten wollen nun gemeinsam wegen der Abgasmanipulationen gegen den Konzern ermitteln, wie ein Sprecher der New Yorker Staatsanwaltschaft sagte.

Compliance-Experte zum VW-Skandal: „Der Aufsichtsrat hat die Pflicht, sich zu informieren“

Compliance-Experte zum VW-Skandal

Premium „Der Aufsichtsrat hat die Pflicht, sich zu informieren“

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen erreicht immer neue Dimensionen. Compliance-Experte Matthias Elser erklärt, was der Aufsichtsrat jetzt tun muss – und welche Mitarbeiter Konsequenzen fürchten müssen.

+++ Berlin wusste von Möglichkeit der Abgas-Manipulation+++
Die Grünen haben der Bundesregierung vorgeworfen, schon länger um Manipulationen der Autokonzerne bei Spritverbrauch und Abgaswerten zu wissen. Im Juli habe die Bundesregierung auf Anfrage der Grünen eingeräumt, dass die Messpraxis in Europa Defizite habe, sagte der Fraktionsvize im Bundestag, Oliver Krischer, am Dienstag in Berlin. „Dass Bundesverkehrsminister Dobrindt angesichts des VW-Abgas-Skandals nach Aufklärung schreit, ist bigott“, kritisierte er in der Zeitung „Die Welt“.

+++ Italien will Beweise für Einhaltung der Grenzwerte +++
Der italienische Umweltminister Gian Luca Galletti fordert von VW Beweise, dass es die Abgaswerte seiner Diesel-Autos nicht wie in den USA manipuliert hat. Ansonsten solle VW Fahrzeuge zurückrufen und den Verkauf der betroffenen Modelle stoppen.

+++ VW-Aktie schließt mit knapp 20 Prozent Verlust +++
Der Skandal um die Manipulation von Abgaswerten hat die Volkswagen-Aktie auf eine rapide Talfahrt geschickt. An der Frankfurter Börse stürzte sie am Dienstag um 19,82 Prozent auf 106 Euro ab; zeitweise hatte sie um mehr als 20 Prozent eingebüßt. Bereits am Montag hatte die Volkswagen-Aktie ein Minus von 18,6 Prozent verzeichnet. Verglichen mit dem Schlusskurs von Freitagabend verlor die Volkswagen-Aktie binnen zwei Tagen mehr als ein Drittel ihres Wertes.

Katastrophale Folgen nach Abgas-Skandal

Freier Fall: VW-Aktien haben bereits über 17 Milliarden Euro verloren

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+++ Winterkorn will weitermachen +++

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn tritt wegen der Vorwürfe um Abgas-Manipulationen in den USA nicht zurück. Es wäre falsch, wenn wegen der schlimmen Fehler einiger weniger, die ehrliche Arbeit von 600.000 Menschen unter Generalverdacht gerät, sagte Winterkorn in einem Video-Statement, das auf der Webseite des Konzerns veröffentlicht wurde. „Deshalb bitte ich um ihr Vertrauen auf unserem weiteren Weg.“
In dem Auftritt versprach er rasche und transparente Aufklärung und Wiedergutmachung: „Die Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren unseres Konzerns widersprechen allem, für was Volkswagen steht. Auch ich habe zum jetzigen Zeitpunkt nicht die Antworten auf alle Fragen.“ Der 68-Jährige betonte: „Es tut mir unendlich leid, dass wir dieses Vertrauen enttäuscht haben. Ich entschuldige mich in aller Form bei unseren Kunden, bei den Behörden und der gesamten Öffentlichkeit für das Fehlverhalten.“

Kommentare (120)

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Herr Ulrich Groeschel

22.09.2015, 12:13 Uhr

Es wäre schon interessant zu erfahren wer die Manipulationssoftware geliefert hat und welche rechtliche Konsequenzen das haben könnte.

Herr Thomas Behrends

22.09.2015, 12:24 Uhr

Traurig ist bei der ganzen Betrachtung des Skandals, dass wieder nur die unschuldigen Angestellten des VW-Konzerns sowie die Mitarbeiter der Zulieferer-Unternehmen und deren Eigentümer von dem Vorgehen einzelner Verantwortlicher betroffen sind. Der VW-Konzern stellt einfach hohe Beträge zurück; die Anderen gehen pleite bzw. dürfen den Weg zur Arbeitsagentur machen.

Für das viele Geld hätten die Autobauer den Zulieferern höhere Einkafspreise zugestehn können, anstatt sie gegeneinander auszuspielen und in anstrengenden Verkaufsverhandlungen zu quälen und ihnen die Luft zum Leben zum eigenenVorteil zu nehmen.

Jetzt rächt sich die Geiz-ist-geil- und Brutalo-Strategie des Beschaffungs-Vorstands des VW-Konzerns.

Auf der einen Seite jeden Cent auspressen und auf der anderen Seite beschitten - so geht es nicht VAU WEEE, oooohhh weh, ohhhhh weh !!!

Herr Walter Schimpf

22.09.2015, 12:28 Uhr

...wird ja nur mehr manipuliert hier.

VW beim Abgas.

Und Frau Merkel samt ihrem Regime beim wahren Ausmaß der Asylanten-Walze, die auf Deutschland zurollt und das Land in die Katastrophe führen wird.

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