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29.01.2004

19:23 Uhr

Lizenzvereinbarung

Procter & Gamble vermarktet Wella-Produkte

Schampoo und Kosmetik des Darmstädter Kosmetik- Konzerns Wella werden künftig von der US-Mutter Procter & Gamble (P&G) vermarktet. Dies gab Wella am Donnerstag bekannt. Der weltweit gültige Lizenzvertrag sei mit der P&G-Tochtergesellschaft International Operations S.A. in der Schweiz geschlossen worden.

HB FRANKFURT. Er habe eine Festlaufzeit bis 31. Dezember 2008. Die Vereinbarung gehört zur Übernahmpolitik des Konzerns P&G, der im vergangenen Jahr für mehr als 5 Mrd. Euro die große Mehrheit der Wella-Aktien gekauft hat. Von der Vereinbarung mit P&G sind einer Sprecherin zufolge bei Wella weltweit mehr als 2 000 Stellen im Consumerbereich betroffen.

Wella räume in dem Vertrag P&G das Recht ein, als Lizenznehmer weltweit die Wella-Consumer-Marken - das sind beispielsweise Haarpflegeprodukte für den Einzelhandel - zu vermarkten und zu vertreiben, teilte Wella am Donnerstag mit. Die Umsetzung der Vereinbarung erfolge von Land zu Land. In Deutschland erfolge sie ab Mai, bis Mitte 2005 solle sie dann weltweit umgesetzt sein, erläuterte die Sprecherin. P&G hatte vergangenes Jahr Wella für rund 6 Mrd. € übernommen.

„Von den weltweit mehr als 2 000 betroffenen Stellen wird es für mindestens zwei Drittel Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten geben“, ergänzte die Wella-Sprecherin. Für das restliche Drittel sollten betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden, unter anderem durch Vorruhestandsregelungen, Altersteilzeit und den Abbau von Leiharbeit sowie von befristeten Positionen. Im Consumer-Bereich in Deutschland seien davon rund 180 Personen betroffen, die zum einen im internationalen Marketing der Wella Consumersparte aber auch in der deutschen Vertriebsgesellschaft beschäftigt seien. Für etwa 125 bis 130 der Mitarbeiter werde es Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten geben - etwa in Darmstadt oder in der deutschen Niederlassung von P&G in Schwalbach oder in kleinerem Umfang in Genf, sagte die Sprecherin.

Wella hatte vor kurzem mitgeteilt, dass eine engere Zusammenarbeit mit P&G überprüft werde. Nach Auffassung von Wella hat das Consumer-Geschäft nicht die kritische Masse. Im vergangenen Jahr hatte Wella-Chef Heiner Gürtler bereits angekündigt, zusammen mit P&G Vorteile in den Bereichen wie Einkauf, Logistik und auch im Consumergeschäft erzielen zu wollen. Die Consumersparte verbuchte im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 9,2 %. Konzernweit verzeichnete Wella 2003 ein Umsatzminus von 2,3 % auf 3,3 Mrd. €. Den Hauptumsatz machen die Darmstädter mit Produkten rund um das Friseurgeschäft.

Die im MDax notierte Wella-Vorzugsaktie schloss im Computerhandel Xetra am Donnerstag mit einem Plus von 0,34 % bei 70,24 €.

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