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17.06.2015

20:40 Uhr

LKW-Bauer

MAN bündelt Lkw-Fertigung und baut Stellen ab

MAN will Lastwagen künftig nur noch in drei Werken bauen lassen und so Millionen einsparen. Durch den Konzernumbau könnten 1000 bis 2000 Jobs wegfallen – Kündigungen soll es aber nicht geben.

MAN will im Zuge eines Konzernumbaus Millionen sparen. dpa

Streichung von 2000 Stellen

MAN will im Zuge eines Konzernumbaus Millionen sparen.

München/SteyrAngesichts magerer Renditen im Nutzfahrzeuggeschäft strafft MAN Insidern zufolge die Lkw-Produktion und will bis zu 2000 Stellen streichen. Der Münchener Konzern werde in Europa künftig nur noch an drei Standorten statt wie bisher an vier seine Lastwagen bauen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

Kern des neuen Konzepts sei, gleiche Arbeiten nicht mehr an mehreren Orten parallel zu machen. „Wir sind in der Abstimmung in der Zielgeraden“, sagte Markus Vogl, Betriebsratschef in Steyr zu Reuters. MAN und der Mutterkonzern Volkswagen wollten sich nicht äußern.

Wie es im Umfeld des Unternehmens hieß, sollen die Mitarbeiter Mitte nächster Woche über die Pläne informiert werden. Kündigungen seien im Zuge des Abbaus von 1000 bis 2000 Stellen nicht geplant. Beschäftigte sollten vielmehr andere Arbeitsplätze innerhalb des VW-Konzerns übernehmen. Zudem werde es Angebote für Abfindungen und Regelungen zur Altersteilzeit geben. MAN Truck & Bus beschäftigt weltweit circa 33.500 Mitarbeiter, in Deutschland sind es etwa 15.200.

MAN will laut Insidern Lkw nur noch in München, Steyr und Krakau produzieren aber nicht mehr in Salzgitter. Das dortige Werk werde sich auf Komponenten wie Achsen oder Kurbelwellen konzentrieren. Achsen werden derzeit auch in München gefertigt, ebenso wie Fahrerhäuser. Künftig soll sich das Stammwerk, in dem rund 8300 Menschen arbeiten, auf schwere Lkw-Baureihen wie TGX oder TGS fokussieren. Fahrerhäuser für alle Baureihen werden zur Zeit in Steyr in Österreich gebaut.

Der Abbau von Überschneidungen soll für mehr Effizienz sorgen - und in der Folge Millioneneinsparungen bringen. Im Frühjahr hatte MAN angekündigt, in der Sparte Truck & Bus in den nächsten drei Jahren jeweils 200 Millionen Euro sparen zu wollen - insgesamt also 600 Millionen Euro. Im gesamten MAN-Konzern, zu dem auch das Geschäft mit Großmotoren und Turbinen gehört, soll das Sparvolumen weitaus höher ausfallen.

Durch gemeinsamen Einkauf und Entwicklung mit dem ungeliebten schwedischen Konkurrenten Scania, der ebenfalls zum VW-Konzern gehört, sollen die Kosten weiter gesenkt werden. Im Zuge der Neuordnung der Lkw-Produktion will MAN den Insidern zufolge Millionen in die Werke investieren, um sie wieder auf Vordermann zu bringen.

Das sind die Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Volkswagen - plus 7,7 Prozent*

Der Marktführer legt mit 287.504 verkauften Fahrzeugen in der Heimat einen guten Start hin, allerdings wird der Erfolg durch rückläufige Zulassungen im Mai ein wenig getrübt.

*Absatz Januar bis Mai 2015 im Vergleich zum Vorjahr, Quelle: KBA

Platz 9

Nissan - plus 10,7 Prozent

Die Japaner können weitere Marktanteile erobern und legen dank ihres Bestsellers Qashqai bei den Verkäufen deutlich zu. Insgesamt verkauft Nissan in den ersten fünf Monaten des Jahres 29.430 Autos.

Platz 8

Land Rover - plus 11,4 Prozent

Der Marktanteil der schweren Briten in Deutschland ist zwar marginal. Doch das Wachstum kann sich sehen lassen. Allein im Mai legen die Verkäufe um rund ein Fünftel zu. Insgesamt wurden in Deutschland rund 7.600 Exemplare der britischen Geländewagen verkauft.

Platz 7

Porsche - plus 21,4 Prozent

Der Macan und die Folgen. Der Sportwagenbauer schwimmt dank des jüngsten SUVs weiterhin auf der Erfolgswelle und verkaufte bis Mai rund 12.700 Autos in Deutschland.

Platz 6

Mini - plus 23 Prozent

Der kleine Brite mit BMW-Genen verkauft sich dank der neusten Cooper-Auflage wieder blendend. Im Mai zogen die Verkäufe gar um satte 83 Prozent an. Deutschlandweit wurden in den ersten Monaten 15.300 Minis verkauft.

Platz 5

Suzuki - plus 24,7 Prozent

Die Japaner fliegen in den öffentlichen Wahrnehmung unterm Radar. Dabei können sich die Verkäufe sehen lassen. Dank neuer Modelle wurden deutschlandweit rund 14.000 Suzukis verkauft.

Platz 4

Lexus - plus 44,1 Prozent

Schon mit wenigen zusätzlich verkauften Fahrzeugen landet die Luxus-Marke der Japaner in den oberen Rängen. Mit 689 verkauften Fahrzeugen in fünf Monaten bleibt Lexus in Deutschland ein absoluter Exot.

Platz 3

Smart - plus 53,2 Prozent

Der Modellwechsel treibt die kleine Daimler-Tochter an. Die Neuauflage des Smarts verkauft sich in Deutschland blendend. Insgesamt setzt Smart 16.200 Fahrzeuge ab.

Platz 2

Mitsubishi - plus 73,2 Prozent

Für den Erfolg der Japaner gibt es einen Grund und der heißt Outlander. Der SUV besticht durch seinen günstigen Preis oder seinen revolutionären Plug-in-Antrieb. Insgesamt kann Mitsubishi so 14.500 Fahrzeuge absetzen.

Platz 1

Jeep - plus 79,3 Prozent

Noch stärker legt nur die Geländewagen-Legende zu. Die Fiat-Chrysler-Tochter hat mit dem Renegade einen absoluten Bestseller auf den Markt gebracht. Mit insgesamt 5.700 verkauften Fahrzeugen ist der Marktanteil der Italo-Amerikaner aber noch gering.

Wenn die Münchener ihre eigenen Hausaufgaben erledigt hätten, solle die Zusammenarbeit mit Scania forciert werden, hieß es in den Kreisen. VW hat dazu extra eine Lkw-Holding gegründet, um die widerspenstigen Töchter auf eine gemeinsame Linie zu bringen. Das "Manager Magazin" berichtete auf seiner Internetseite, die Umsatzrendite von MAN Truck & Bus solle auf mindestens sechs Prozent erhöht werden.

2014 erzielte die Sparte 1,8 Prozent. Die nur selten rentable Busproduktion hatte MAN bereits ins Ausland verlagert und die in Deutschland verbliebene Fertigung in die Türkei und nach Polen. Dorthin könnte künftig die Produktion von Bus-Chassis aus Salzgitter wandern, hieß es.

Von

rtr

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