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02.11.2011

09:21 Uhr

Lkw-Bauer

MAN spürt den nahenden Abschwung

In der Logistik spürt man die ersten Anzeichen eines Wirtschaftsabschwungs üblicherweise als erstes. So merkt auch MAN, dass die großartigen Zeiten vorbei sind. Der Lkw-Bauer verdiente weniger als erwartet.

MAN stellt sich auf schwierigere Zeiten ein. dpa

MAN stellt sich auf schwierigere Zeiten ein.

MünchenDer Lastwagen- und Maschinenbauer MAN spürt erste Bremsspuren bei der Nachfrage. Im dritten Quartal schwächte sich der Auftragseingang leicht ab auf gut vier Milliarden Euro, wie MAN am Mittwoch mitteilte. Damit lag der Wert der Neubestellungen niedriger als in den beiden Vorquartalen, aber immer noch zehn Prozent höher als vor Jahresfrist. Die Wechselbäder an den Finanzmärkten, die Sorgen um drohende Staatspleiten und die aufkommende Unsicherheit hätten sich bisher beim MAN-Konzern und seinen Kunden nicht wirklich niedergeschlagen, teilte Vorstandssprecher Georg Pachta-Reyhofen mit. „Auf mittlere Sicht werden wir mit einer gewissen Verunsicherung und abflauenden Wachstumsraten zurechtkommen müssen“, schränkte er aber ein.

Für das Gesamtjahr bekräftigte der MAN-Chef die Prognose, wonach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um zehn bis 15 Prozent steigen und die Rendite leicht über 8,5 Prozent liegen wird. „2011 wird für die MAN-Gruppe sicher ein sehr erfolgreiches Jahr. Auch der mittelfristige Trend weist weiterhin nach oben.“

Die weltgrößten Lkw-Hersteller nach Absatz

Platz 10

Ashok Leyland - Indien
Mit 80.000 verkauften Lkws kommen die Inder international auf einen Marktanteil von 2,8 Prozent. Allerdings beschränkt sich das Geschäft im Wesentlichen auf den Heimatmarkt.

Platz 9

Bejing Automotive Industry - China
Der Staatskonzern landet mit 109.400 verkauften Lkws und einem Marktanteil von 3,8 Prozent ebenfalls unter den größten Herstellern der Welt. Auch hier sind die internationalen Ambitionen begrenzt.

Platz 8

Torch - China
Ein weiterer im Westen eher unbekannter Hersteller, der mit einem Lkw-Absatz von 113.200 auf einen Marktanteil von 3,9 Prozent kommt.

Platz 7

Volvo - Schweden
Beim Profit gehören die Schweden zu den absoluten Top-Marken weltweit. Bei den abgesetzten Fahrzeugen landen sie mit 125.800 verkauften Einheiten nur bei einem Marktanteil von 4,3 Prozent.

Platz 6

MAN/Scania - Deutschland/Schweden
Das neue Doppel des VW-Konzerns kommt gemeinsam auf 152.400 verkaufte Fahrzeuge und einen Marktanteil von 5,2 Prozent. Von der Spitze sind die Marken selbst gemeinsam noch weit entfernt.

Platz 5

Tata-Motors - Indien
In Europa machten die Inder vor allem mit der Übernahme von Jaguar und einem Billigauto Furore. Doch auch bei Trucks ist der Konzern vorne mit dabei. 194.900 abgesetzte Exemplare bescheren einen Marktanteil von 6,7 Prozent.

Platz 4

China Heavy National Duty Truck - China
Zu den chinesischen Spitzenreiter gehört auch dieser Staatskonzern, der 1935 gegründet wurde. Mit 199.900 verkauften Lkws erreicht der Konzern einen Marktanteil von 6,9 Prozent.

Platz 3

First Automotive Works - China
Bronze geht nach China. Der Volkswagen-Partner in der Volksrepublik setzte 2011 rund 274.300 Trucks ab und kommt damit auf einen Marktanteil von 9,5 Prozent.

Platz 2

Daimler Trucks - Deutschland
Was Umsatz und Profit angeht, kann kein anderer Lkw-Hersteller den Stuttgartern das Wasser reichen. Doch beim Absatz muss sich der Branchenprimus geschlagen geben: Mit 280.700 verkauften Lkws und einem Marktanteil von 9,7 Prozent erreicht Daimler nur Silber.

Platz 1

Dongfeng - China
Kein Hersteller verkaufte im Jahr 2011 so viele Lkws wie die Chinesen. Ein Absatz von 300.100 Fahrzeugen ist ein Marktanteil von 10,3 Prozent und damit Gold.

Die Lkw-Branche reagiert empfindlich auf Konjunkturschwankungen und gilt deshalb als Frühindikator. Weil die Kunden zuletzt mit Neubestellungen zögerten, hatte der schwedische Hersteller Scania bereits angekündigt, die Produktion ab November zu drosseln. Volvo will ab Anfang kommenden Jahres in Europa weniger Fahrzeuge herstellen. Europas größter Lkw-Bauer Daimler spürt dagegen nach eigenen Angaben keinen Rückgang im Auftragseingang.

Bei MAN wuchsen die Neubestellungen in der Sparte Truck & Bus, die das europäische Lkw- und Bus-Geschäft umfasst, im dritten Quartal um neun Prozent, in den ersten neun Monaten um 23 Prozent. Hohe Zuwächse seien in Russland, Türkei und Polen erzielt worden. Umsatz und Ergebnis legten in der Folge ebenfalls zu. Für das vierte Quartal geht MAN von einer „eher verhaltenen Nachfrage auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt“ aus. Die Umsatzrendite werde im Gesamtjahr über sechs Prozent liegen. Im brummenden Nutzfahrzeuggeschäft in Lateinamerika erwartet MAN dagegen weiter eine Marge im zweistelligen Prozentbereich, auch wenn sich die konjunkturelle Dynamik im wichtigen Markt Brasilien verlangsamt habe.

Der Gesamtkonzern erzielte im dritten Quartal eine Umsatzrendite von acht Prozent, nach 8,6 Prozent vor Jahresfrist. Die Erlöse kletterten um sieben Prozent auf 4,034 Milliarden Euro, das operative Ergebnis ging um ein Prozent auf 321 Millionen Euro zurück. Analysten hatten hier mit etwas höheren Zahlen gerechnet.

Von

rtr

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