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29.07.2016

11:36 Uhr

Lkw-Geschäft

MAN profitiert von Erholung in Europa

Im ersten Halbjahr verbucht MAN einen operativen Gewinn von 236 Millionen Euro, die Rendite wächst. Doch das Lkw-Geschäft in Südamerika bereitet dem Unternehmen Sorgen.

Das Europa-Geschäft erholt sich. dpa

MAN

Das Europa-Geschäft erholt sich.

MünchenTrotz Verbesserungen im restrukturierten Lkw-Geschäft in Europa reißen bei MAN die Sorgen nicht ab: In Lateinamerika, dem zweiten großen Lkw-Markt des Unternehmens, türmte sich von Januar bis Juni ein operativer Verlust von 112 Millionen Euro auf - das ist mehr als fünfmal soviel wie vor Jahresfrist und fast genauso viel wie die 120 Millionen Euro Minus im ganzen Jahr 2015. Wie die Münchner VW-Tochter MAN am Freitag weiter mitteilte, verschlechterte sich zudem im Segment Maschinenbau (Power Engineering) das Geschäft mit Schiffsdieselmotoren und Turbomaschinen. Weil die europäische Nutzfahrzeugsparte dank Sparkurs, Stellenabbau und Markterholung hohen Gewinn abwarf, vervielfachte die MAN-Gruppe ihr Ergebnis.

Im ersten Halbjahr verbuchten die Münchner einen operativen Gewinn von 236 Millionen Euro, nach 15 Millionen vor Jahresfrist. Die Rendite wuchs auf 3,7 (0,2) Prozent. Nach der millionenschweren Restrukturierung des Nutzfahrzeuggeschäfts in Europa (MAN Truck & Bus), die 2015 gestartet wurde, fielen für die weitere Sanierung von MAN Latin America zuletzt 50 Millionen Euro Extrabelastung an, etwa für Abfindungen.

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Schmiergeldaffäre, immer wieder rote Zahlen, in sechs Jahren gingen 25 Vorstände – mit MAN hatte VW lange nicht viel Freude. Nun wird die Tochter im Einklang mit der Gewerkschaft saniert. Ein Vorbild für die Kernmarke?

In Brasilien wurde die Arbeitszeit reduziert und die Kosten so um weitere zehn Prozent gesenkt. MAN beschäftigt dort nach eigenen Angaben rund 1600 Menschen, hinzu kommen Tausende im Produktionsverbund mit Zulieferern. Die Münchner hatten bereits 2014 begonnen, mit Stellenabbau, Kurzarbeit und Gehaltsverzicht die Kosten in Brasilien drastisch zu senken. In dem einstigen Boomland herrscht Rezession; der Markt für Nutzfahrzeuge ist auf rund ein Drittel zusammengeschrumpft, der Preiskampf tobt.

MAN Latin America verkaufte im ersten Halbjahr gut 10.000 Fahrzeuge – fast ein Fünftel weniger. Noch dazu verpasste der Hersteller zum ersten Mal nach rund 13 Jahren die Marktführerschaft in Brasilien und musste Dauerkonkurrent Daimler den Spitzenplatz überlassen. Für das Gesamtjahr erwartet MAN in Lateinamerika einen größeren Verlust als 2015. Der Auftragseingang schrumpfte zuletzt um ein Drittel.

Im Geschäftsfeld Power Engineering gingen die Neubestellungen ebenfalls zurück, vor allem bei MAN Diesel & Turbo. Unternehmenskenner rechnen auch hier mit Sparmaßnahmen. In der Vergangenheit bügelte das langzyklische Geschäft oft kurzfristige Schwankungen im Lkw- und Bussegment aus. Insgesamt will die MAN-Gruppe 2016 Gewinn und Rendite deutlich steigern. Der Konzern bekräftigte zudem, dass der Umsatz leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen werde.

Von

rtr

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