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17.07.2015

10:25 Uhr

Lkw-Hersteller

Sparprogramm bei Volvo schlägt an

Volvo steigert den operativen Gewinn – der Sparkurs zeigt Wirkung. Allerdings sieht es bei den Aufträgen schlechter aus. Der Lkw-Bauer aus Schweden hat mit der geringen Nachfrage in China zu kämpfen.

Im Reich der Mitte rechnet Volvo mit noch weniger neuen Aufträgen als befürchtet. ap

Volvo-Fabrik in Chengdu (China)

Im Reich der Mitte rechnet Volvo mit noch weniger neuen Aufträgen als befürchtet.

Stockholm/GöteborgDer schwedische Lkw- und Baumaschinen-Hersteller Volvo hat dank seines Sparprogramms und günstiger Währungseffekte im abgelaufenen Quartal mehr verdient. Beim Auftragseingang sah es aber schlechter aus. Der operative Gewinn habe sich auf umgerechnet 645 Millionen Euro in etwa verdoppelt, teilte der Konkurrent von Daimler und Scania am Freitag mit. Die Einsparungen zeigten die erhoffte Wirkung, sagte der kommissarische Chef Jan Gurander. Investoren wie der Fonds Cevian hatten zuletzt Druck auf das Unternehmen ausgeübt, den Sparkurs zu verschärfen.

Der Auftragseingang ging im zweiten Quartal aber um sechs Prozent zurück und damit deutlich stärker als von Reuters befragte Analysten erwartet hatten. Bei Baumaschinen musste Volvo einen massiven Rückgang von 27 Prozent hinnehmen.

Das sind die größten Lkw-Märkte

Platz 10

Osteuropa - 48.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014*

Die Transportbranche in Osteuropa gilt als großer Hoffnungsträger für die Branche - und ist nach Ansicht der Unternehmensberater von Deloitte einer der dynamischsten Märkte weltweit. Die Verkäufe soll jährlich um zehn Prozent anziehen.

*Quelle: Deloitte Truck-Studie

Platz 9

Mittelamerika - 65.500 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Die Nähe zu den USA lässt die Industrie florieren, die Nachfrage nach Transportdienstleistungen steigt - und damit auch die Lkw-Verkäufe. Bis 2024 soll der Absatz jährlich um fünf Prozent zulegen.

Platz 8

Japan - 77.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Auf den japanischen Straßen ist der Platz begrenzt, gefragt sind darum vor allem mittelgroße Lkw. Allerdings dürfte sich das Wachstum in Grenzen halten. Prognostiziert wird ein Marktzuwachs von jährlich einem Prozent.

Platz 7

Russland - 116.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Der russische Markt hat viel Potential, obwohl in Russland viele Güter über die Schiene transportiert werden. Die aktuelle politische Lage verhagelt die Bilanz. Mittelfristig sieht die Perspektive besser aus.

Platz 6

Brasilien - 164.700 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Die größte Volkswirtschaft Südamerikas hat viel Dynamik eingebüßt. Auch für den Lkw-Absatz sind die Prognosen mau. Der Markt soll bis 2024 jedes Jahr um etwa ein Prozent zulegen.

Platz 5

Südostasien - 168.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Thailand, Malaysia und Indonesien gelten als Wirtschaftsnationen mit Potential. Und auch die Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen legt jährlich um fünf Prozent zu.

Platz 4

Indien - 237.300 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Noch fristet der indische Lkw-Markt ein Schattendasein. Doch die Potentiale sind gigantisch. Im Jahr 2024, so prognostiziert es die Unternehmensberatung Deloitte, sollen dort 544.400 Lkw verkauft werden. Das jährliche Wachstum beträgt neun Prozent.

Platz 3

EU - 297.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Noch landet aber Europa, der Heimatmarkt von Daimler, MAN/Scania und Volvo, auf dem dritten Rang. Mit einem jährlichen Wachstum von vier Prozent bis 2024 ist die Entwicklung durchaus positiv.

Platz 2

USA - 377.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Bis auf Daimler tun sich die europäischen Hersteller noch schwer auf dem US-Markt. Nach Jahren der Konsolidierung sind dort deutlich weniger Wettbewerber im Markt.

Platz 1

China - 985.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Der größte Lkw-Markt der Welt wird regiert durch die lokalen Hersteller. Die schiere Menge an verkauften Lkw kaschiert, dass es sich dabei vor allem um kleine, günstige Modelle handelt. Auch die Wachstumsprognosen sind nach Ansicht von Deloitte eher bescheiden. Sie gehen von einem jährlichen Wachstum von einem Prozent aus.

Vor allem in China laufe es schlechter, teilte der Konzern mit. Volvo rechnet damit, dass die Nachfrage in dem asiatischen Land nach Baumaschinen um 45 Prozent einbricht, bislang hatte der Konzern einen Rückgang um 40 Prozent vorhergesagt. In Europa zogen die Bestellungen dagegen im ersten Halbjahr 2015 wieder an.

Beim Umsatz konnte sich der Lastwagenbauer im Vergleich zum Vorjahresquartal trotzdem von 72,6 auf 84,7 Milliarden schwedische Kronen (knapp 9,1 Mrd Euro) steigern. Positiv wirkte sich der Verkauf seiner Anteile an dem indischen Fahrzeugbauer Eicher Motors Limited im Wert von rund 2,1 Milliarden Kronen auf die Bilanz aus. Unter dem Strich verdiente Volvo mit rund 5,2 Milliarden Kronen mehr als doppelt soviel wie im selben Zeitraum 2014.

Innerhalb eines Jahres hat der Lkw-Bauer 4000 Menschen entlassen. Volvo-Chef Olof Persson, der seit 2011 an der Spitze des Unternehmens gestanden hatte, hatte in der Krise seinen Hut nehmen müssen. Sein Nachfolger kommt ausgerechnet vom Konkurrenten Scania: Ab Oktober leitet Martin Lundstedt die Geschäfte bei dem Nutzfahrzeughersteller, der Lastwagen, Busse und Baumaschinen baut.

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