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30.07.2014

16:06 Uhr

Lkw-Zulieferer

Schmitz Cargobull legt zu und investiert

Schmitz Cargobull hat im vergangenen Geschäftsjahr deutlich mehr verdient. Grund dafür ist die starke Nachfrage nach Trailern. Die Firma will deshalb weiter investieren – trotz Sorgen über die Entwicklung im Russland.

Der Absatz von Trailern aus dem russischen Werk von Schmitz Cargobull habe sich nahezu halbiert, trotzdem verdient der Lkw-Zulieferer deutlich mehr. dpa

Der Absatz von Trailern aus dem russischen Werk von Schmitz Cargobull habe sich nahezu halbiert, trotzdem verdient der Lkw-Zulieferer deutlich mehr.

AltenbergeWeltweit werden immer mehr Waren auf der Straße transportiert, auch Handel und Konsum legen zu. Davon profitiert der Lkw-Zulieferer Schmitz Cargobull, nach eigenen Angaben Marktführer bei Lkw-Trailern in Deutschland und Europa. Im Geschäftsjahr 2013/14 (31.3.) stieg der Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 7,5 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro. Der Überschuss vor Steuern sei um 66 Prozent auf 63 Millionen Euro geklettert, sagte Konzernchef Ulrich Schümer am Mittwoch im Stammwerk im westfälischen Altenberge bei Münster.

Ähnlich gute Zahlen meldete der nur 40 Kilometer entfernte Mitbewerber Krone (Spelle/Niedersachsen) vor kurzem. Bei den Nutzfahrzeugen rechnet Krone für 2013/14 mit einem Umsatz von erstmals über einer Milliarde Euro. In Europa liegt der Marktanteil von Schmitz Cargobull im Durchschnitt der letzten zwölf Monate bei 27 Prozent. Krone kommt auf 20 Prozent.

Trailer sind Sattelauflieger mit verschiedenen Aufbauten wie Planen, Festboxen, Kühlfahrzeugen und Kippern. Mehr als 45.100 Einheiten hat Schmitz Cargobull im abgelaufenen Geschäftsjahr produziert, im laufenden sollen es 47.500 werden. Der Umsatz soll auf 1,8 Milliarden Euro steigen. Die Aktiengesellschaft ist zu gleichen Teilen in der Hand von drei Familienstämmen.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Schümer zeigte sich besorgt über die Entwicklung in Russland und die Folgen der Krise in der Ost-Ukraine. Der Absatz von Trailern aus dem russischen Werk von Schmitz Cargobull werde sich in diesem Geschäftsjahr halbieren. Das sei in der Prognose schon eingerechnet.

Die Kunden in Russland seien durch die Sanktionen des Westens spürbar verunsichert, sagte Schümer. Dabei sei dies ein wichtiger Markt: Zehn Prozent der Sattelauflieger setze Schmitz Cargobull dort ab. Zuwächse in anderen Märkten wie Südwesteuropa würden dies aber mehr als ausgleichen.

Sorgen bereitet dem Trailer-Hersteller auch die Entwicklung der Rohstoffpreise. Besonders Aluminium sei viel teurer geworden. Darum erhöhe Schmitz Cargobull jetzt die Preise um 2,9 bis 3,3 Prozent. Fast sämtliche Überschüsse würden in das Unternehmen investiert, sagte Schümer. 30 Millionen Euro seien allein in die neue Langträger-Fertigung in Altenberge geflossen. Dabei geht es um Trailer ohne Schweißnähte.

Auch das neue Werk im chinesischen Wuhan, eine Investition von 100 Millionen Euro, stehe vor dem Start. Den chinesischen Markt schätzte Vorstandsmitglied Andreas Schmitz auf bis zu 200.000 Einheiten. Dort strebe man bis 2018/19 einen Marktanteil von 10 Prozent an.

Von

dpa

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