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13.05.2015

13:50 Uhr

Lobesrede auf Milberg und Reithofer

Tränen bei der BMW-Hauptversammlung

Eine ungewöhnliche Hauptversammlung bei BMW: Der neue Chef Harald Krüger macht sich bereit, Stefan Quandt lobhudelt Norbert Reithofer und den bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Milberg. Es flossen Tränen.

Experten

Vor diesen Herausforderungen steht BMW

Experten: Vor diesen Herausforderungen steht BMW

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MünchenNein, ändern könne er sich nicht, sagt Norbert Reithofer kurz vor dem Beginn seiner letzten Hauptversammlung als BMW-Vorstandschef und lacht. Er weiß, dass sein Abschied aus der Geschäftsführung des Autobauers beileibe keine Pensionierung ist. Reithofer wird als Vorsitzender des Aufsichtsrats die Geschicke des Konzerns weiter prägen. Zwar mit einem weniger vollen Terminplan, aber doch mit vollem Einsatz. Der Posten sei ein Fulltime-Job, erklärte der 58-Jährige bereits vor einigen Wochen.

Es ist keine Hauptversammlung wie jede andere. Stefan Quandt hielt – außerhalb des Protokolls – eine Lobesrede auf Norbert Reithofer und Joachim Milberg. Quandt huldigte die Arbeit der beiden; es wurde so emotional, dass man auf Milbergs Gesicht Tränen sehen konnte. Ein seltener Moment in der Geschichte von BMW-Hauptversammlungen.

Mit dem lang geplanten Chefwechsel bei BMW geht in gewisser Hinsicht eine Ära zu Ende. Großaktionär Stefan Quandt spricht in München von einer neuen Zeitrechnung. Reithofer ersetzt an der Aufsichtsratsspitze Joachim Milberg, der selbst einst Konzernchef war. An der Spitze des Vorstands folgt Harald Krüger, bisher Produktionschef auf Reithofer.

BMW: Bye, bye Reithofer

BMW

Bye, bye Reithofer

Vor neun Jahren setzte sich Norbert Reithofer für das Karriere-Ende mit 60 Jahren ein. Jetzt muss er selbst abtreten, mit 58. Nachfolger Krüger ist schon im Amt. Eine persönliche Bilanz zu Reithofers Zeit als BMW-Chef.

Bei aller Kritik von Aktionären an dem direkten Wechsel Reithofers – der Machtübergang bei BMW verlief geräuschlos, wohl auch harmonisch. Auf jeden Fall ohne öffentlich ausgetragene Scharmützel. Einigermaßen fassungslos dürften die BMW-Manager in den vergangenen Wochen zum Beispiel nach Wolfsburg geschaut haben. Dort erschütterte der Machtkampf um die Konzernführung bei Europas größtem Autobauer Volkswagen das Unternehmen bis ins Mark. In Wolfsburg hingegen dürften einige Manager neidisch nach München geblickt haben, denn ein vergleichbares Schauspiel wäre bei BMW wohl undenkbar.

Doch nicht nur dabei ist BMW für die Branche ein Vorbild. In der Oberklasse sind die Bayern derzeit die Messlatte für die Verfolger Daimler und Audi. Das hat BMW auch dem Führungsduo Milberg/Reithofer zu verdanken. Reithofer, seit 2006 BMW-Chef, verordnete dem Konzern eine neue Strategie, richtete ihn konsequent auf die Oberklasse aus, verschlankte die Produktion, setzte auf mehr Zulieferung und auf Partnerschaften. Denn gemessen an den Branchenriesen ist BMW eher klein.

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