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19.08.2013

07:37 Uhr

Lockheed will im Rennen bleiben

EADS entgeht Kampfjet-Auftrag aus Südkorea

Dem Eurofighter-Konsortium droht eine bittere Niederlage. In einem Bieterwettstreit um die Lieferung von Kampfflugzeugen an Südkorea sollen die Europäer aus dem Rennen sein.

Neues Kampfflugzeug vom Typ Eurofighter der Bundeswehr. In Südkorea kann EADS offenbar nicht punkten. dpa

Neues Kampfflugzeug vom Typ Eurofighter der Bundeswehr. In Südkorea kann EADS offenbar nicht punkten.

Seoul/ParisDas Eurofighter-Konsortium ist nach Medienberichten vom Rennen um einen Auftrag aus Südkorea für 60 Kampfflieger ausgeschlossen worden. Es seien Anforderungen für das Angebot von der Gruppe, an der der Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS beteiligt ist, nicht erfüllt worden, berichteten verschiedene südkoreanische Medien am Sonntag unter Berufung auf Regierungsbeamte in Seoul. Damit bleibe Boeing mit der F-15 Silent Eagle als einziger Bewerber um den Auftrag im Wert von 8,3 Billionen Won (5,6 Mrd. Euro) übrig.

EADS zeigte sich überrascht. „Das sind Mediengerüchte, die wir nicht bestätigen“, sagte ein Sprecher der Rüstungssparte Cassidian der dpa. Das Unternehmen habe ein unkonventionelles, aber ausschreibungskonformes und hochattraktives Angebot vorgelegt. Es stelle eine haushoch überlegene Lösung für Südkorea dar, von der auch die Steuerzahler des Landes profitierten.

Die koreanische Behörde für Rüstungsbeschaffung (DAPA) erklärte hingegen, ein Bewerber sei aufgrund von „Fehlern in den Angebotsdokumenten“ disqualifiziert worden. Details nannte die Behörde jedoch nicht. Die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, das Konsortium habe die Zahl der teureren Doppelsitzer, die die Ausschreibung vorgesehen habe, von 15 auf sechs reduziert. Damit sollte die Preisvorgabe eingehalten werden.

Die F-35 Lightning II von Lockheed Martin war nach Medienberichten schon vorher nicht mehr im Rennen, weil das Angebot des Herstellers, der ursprünglich mitgeboten hatte, über der Preisvorgabe gelegen hatte.

Doch der US-Rüstungskonzern will sich noch nicht geschlagen geben. Das Unternehmen gab am Sonntag bekannt, die Offerte für seinen F-35-Flieger gemeinsam mit der US-Regierung weiter aufrecht zu halten.

Kommentare (9)

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Observer

18.08.2013, 18:00 Uhr

Man kann sich aufgrund der Regierungsnaehe absolut plastisch vorstellen, was mit "unkonventionellem Angebot" gemeint ist. Haelt man nun nicht nur den deutschen Michel (wuerde ja noch der realitaet entsprechen), sondern auch auslaendische Investoren?
Ist wohl durchschaut worden!

Daniel

18.08.2013, 19:18 Uhr

Südkorea existiert nur, weil die USA das garantieren. Im Zweifel werden diese Flugzeuge also auch an der Seite der USA und sicher nicht der Bundesluftwaffe eingesetzt werden. Es wäre doch so oder so sehr verwunderlich (und eher blödsinnig), trotzdem europäische Technik zu kaufen. EADS war hier sicher ein willkommener zweiter Bieter - aber ohne realistische Chancen. EADS könnte sein unkonventionelles Angebot mal an Pjöngjang schicken...

Mankenntmich_zumindestbeiderNSA

18.08.2013, 20:24 Uhr

Wenn doch nur nicht die Betriebsstunden für den Eurofighter so sauteuer wären... aber dem entgegen zu wirken durch ein Dumping Angebot in einer Ausschreibung geht an der Lösung des eigentlichen Problems vorbei. Es sei denn man sucht krampfhaft nach einem Weg die Fertigung des Eurofighters doch noch zu erhalten, um auch längerfristig den Produktionspfad und die darin Beschäftigten vorhalten zu können. Dies kann nur über Verkauf in Krisengebiete realisiert werden, da Deutschland, Italien und GB bereits versorgt sind, kein Geld mehr in Rüstung stecken wollen und die nur den Wertverlust der Neuanschaffungen abschreiben bis zum Weiterverkauf oder Einmotten zur preisgünstigen Ersatzteilversorgung.

Was hier wirklich gebraucht wird ist eine Erweiterung des Konzeptes um eine günstigere Komponente für etwa 80% der Einsätze.

Ich fahr ja auch nicht mit dem Ferrari oder Lambo zum Einkaufen...

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