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25.01.2006

16:00 Uhr

Logistik-Sparte streikt auch

AEG-ler machen weitere Front auf

Die Mitarbeiter des Nürnberger AEG-Hausgerätewerks streiken schon, die Kollegen aus dem Versand stehen kurz davor. Nun will die IG Metall in der kommenden Woche auch noch die Ersatzteil-Abteilung lahm legen. Aus der Politik bekommen die Streikenden Rückendeckung.

Die AEG-Mitarbeiter in der Nürnberger Produktion streiken schon seit Tagen. Foto: dpa

Die AEG-Mitarbeiter in der Nürnberger Produktion streiken schon seit Tagen. Foto: dpa

HB NÜRNBERG. Die Gewerkschaft reagiere mit der neuen Streikdrohung auf die Ausgliederung der in Rothenburg ob der Tauber angesiedelten Ersatzteil-Sparte Distriparts aus der Tarifbindung der Metall- und Elektroindustrie, sagte IG-Metall-Streikleiter Jürgen Wechsler am Mittwoch. Dadurch drohten den rund 200 Beschäftigten der AEG-Tochter Distriparts hohe Einkommenseinbußen.

Wenn der Mutterkonzern Electrolux seine Ausgliederungs-Entscheidung bis zum 1. Februar nicht rückgängig mache, werde ein Streik in Rothenburg unvermeidlich. Die Ersatzteile-Tochter Distriparts Deutschland GmbH ist für die Ersatzteilversorgung für Hausgeräte in Deutschland zuständig.

Im Sommer 2005 hatte AEG fünf Sparten, die nicht zur Produktion gehören, in eigenständige Gesellschaften ausgegliedert. Damit erlosch die Mitgliedschaft der Servicetöchter im Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie. Dagegen wehrt sich nun die IG Metall, angespornt durch die angekündigte Schließung des AEG-Hausgerätewerks in Nürnberg.

Bei der Logistik-Sparte werden die Mitarbeiter voraussichtlich noch diese Woche in den Streik treten. Mehr als 90 Prozent der 160 Beschäftigten der AEG-Tochter Logistic GmbH stimmten bei der am Mittwoch beendeten Urabstimmung für einen Arbeitskampf, teilte die IG-Metall mit. Die Gewerkschaft sprach von einem „überwältigenden Ergebnis“. Durch den Streikeintritt der Logistikabteilung würden die beiden wichtigsten Lager Nürnberg und Dormagen bei Köln blockiert und damit die Auslieferung von zehntausenden Waschmaschinen und Geschirrspülern verhindert.

Den seit nunmehr sechs Tagen andauernden Streik beim Nürnberger Hausgerätewerk kommentierte der Nürnberger IG-Metall-Vize mit den Worten: „Der Streik steht. Es gibt bislang keinen einzigen Streikbrecher“. Es sei ein „erster Erfolg des Streiks“, dass Electrolux-Konzernchef Hans Stråberg die Forderungen der Arbeitnehmer zur Kenntnis nehme und darauf reagiere. In mehreren Interviews hatte Stråberg die geplante Schließung des AEG-Hausgeräte-Werks in Nürnberg mit 1700 Beschäftigten als „Überlebensfrage“ für den schwedischen Konzern verteidigt.

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