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03.06.2014

11:51 Uhr

Lokale Produktion

China guckt Daimler und Co tief unter die Motorhaube

Der Produktion von Mercedes-Modellen in China steht nicht mehr viel im Wege. Nun müssen die Behörden den Autobauer prüfen. Dass dabei die Chinesen viel von der deutschen Technologie lernen, bereitet Daimler wenig Sorgen.

Um die lokale Produktion in China auszubauen lässt Daimler sich von den chinesischen Behörden prüfen lassen. Reuters

Um die lokale Produktion in China auszubauen lässt Daimler sich von den chinesischen Behörden prüfen lassen.

Frankfurt/StuttgartFür den Erfolg auf dem Schlüsselmarkt China nimmt der Autobauer Daimler wie seine Rivalen Audi oder BMW einen technologischen Striptease in Kauf. Hielt die chinesische Kopierwut die Schwaben vor einigen Jahren noch ab, die lokale Produktion im Reich der Mitte auszubauen, lassen sie sich von den Behörden jetzt – so wie andere ausländische Hersteller auch – tief unter die Motorhaube blicken. Dass die Chinesen dabei viel über die deutsche Technologie lernen, nehmen die Hersteller angesichts des riesigen Marktpotenzials hin. „Wir transferieren Know-how“, sagte Rene Reif, Produktionschef von Beijing Benz Automotive Co in Peking, dem Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und dem lokalen Hersteller Beijing Automotive Group.

In diesem Jahr startet Mercedes in China die Produktion der neuen C-Klasse und des Geländewagens GLA. Um grünes Licht der chinesischen Behörden zu bekommen, sind einige Hürden zu überwinden. Neue Modelle müssen 160.000 Testkilometer absolvieren, um ihre Emissionswerte nachzuweisen. Die Beamten prüfen die Technik akribisch. Dabei werden Proben von vielen Teilen angefordert und genau vermessen. Das Verfahren kann bis zu einem Jahr dauern.

Größte ausländische Autohersteller in China

Platz 10

BMW - 326.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Und BMW dringt in die Top Ten vor: Im Vorjahresvergleich legt der Absatz um beachtliche 40 Prozent zu. Auf den Plätzen folgen Suzuki, Daimler und Mazda.

Platz 9

Ford - 427.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner machen Boden gut, was sie ebenfalls dem Inselstreit zu verdanken haben. Im Vorjahresvergleich bleibt ein sattes Plus von 31 Prozent.

(Anm. d. Red.: Erfasst wurden nur Pkw-Verkäufe)

Platz 8

Peugeot-Citroën - 442.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen. Der Absatz legt um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Platz 7

Kia - 512.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 18 Prozent gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichen Volumenherstellern in China.

Platz 6

Honda - 603.000 verkaufte Fahrzeuge

Honda muss ebenfalls Einbußen hinnehmen - wie die anderen japanischen Hersteller in China ebenfalls. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von drei Prozent.

Platz 5

Toyota - 841.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner müssen sich mit Rang fünf begnügen, vor allem im September hatte es einen herben Rückschlag der Verkaufszahlen auf gerade einmal 50.000 Stück gegeben. Im Gesamtjahr bleibt ein Absatzminus von fünf Prozent.

(Anm. d. Red.: Angabe laut Reuters)

Platz 4

Hyundai - 847.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner verdrängen Toyota auf Rang fünf und sind indirekter Nutznießer des Inselstreits. Die Hyundai-Verkäufe legten 2012 um zwölf Prozent zu.

Platz 3

Nissan - 1,18 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der Streit um eine Inselgruppe zwischen China und Japan hat die Absatzzahlen der Japaner deutlich in die Knie gedrückt. Im Gesamtjahr gab es für Nissan ein Minus von fünf Prozent.

Platz 2

Volkswagen - 2,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Wolfsburger können das größte Wachstum der Massenhersteller in der Volksrepublik vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Volkswagen-Verkäufe um 24 Prozent zugelegt.

Platz 1

General Motors - 2,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner verteidigen hauchdünn die Spitzenposition in China. Im Jahresvergleich hat GM um elf Prozent zugelegt.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Dass Mercedes zuvor stärker auf Importe gesetzt hat oder mit der lokalen Produktion erst deutlich später begann, hatte gute Gründe. Vor vier Jahren brachte zum Beispiel der chinesische Hersteller Geely mit dem Merrie 300 einen Mittelklasse-Wagen auf den Markt, der von außen der Vorgänger-C-Klasse zum Verwechseln ähnlich sah. Sein Logo mit einem Keil in einem Ring pflanzte Geely genauso auf den Kühler wie Mercedes seinen Stern.

Kommentare (2)

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03.06.2014, 12:08 Uhr

Oh das ist ja neu, die Chinesen kopieren und betreiben Wirtschaftsspionage! Zu blöd wenn unsere Unternehmen kurzfristigen Profit den Vorrang geben - selber Schuld, wenn in 2-5 Jahren das Geschrei groß ist.

Account gelöscht!

03.06.2014, 13:16 Uhr

Na ja, ich denke es wird frühestens in zehn Jahren bedrohlich. Dann ist allerdings ein anderer Vorstand verantwortlich. Das ist wie in der Politik, ohne Rücksicht auf spätere Generationen, keine Gnade unseren Babys. Entweder sie retten sich durch Innovation oder sie werden zu dem Teil der Evolution der es nicht schafft und das waren im Laufe der Erdgeschichte die allermeisten!

Unsere Wirtschaft lernt vom bösartigen Krebs wie man auch in Zukunft die besten Überlebenschancen hat und dabei auch noch wächst, man muss vom Muttergeschwür in alle übrigen Organe streuen, sodass kaum eine Therapie erfolgreich sein kann. International aufgestellte und produzierende Konzerne macht so schnell keiner mehr kaputt.

Wir die Menschen sind in diesem Spiel schon immer nur Statisten gewesen, egal wie laut wir schreien. Wirtschaft muss sich hingegen nicht nur gewinnorientiert, sondern auch strategisch verhalten. In zweihundert Jahren gibt es vielleicht in der inneren Mongolei die besten Jobs und Hochqualifizierte müssen dahin auswandern, - alles ist im Fluss, es gibt keine sicheren Patentrezepte.

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