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04.06.2012

19:06 Uhr

Lothringen

Experten prüfen Zukunft von ArcelorMittal-Werk

Experten soll die Lage des angeschlagenen ArcelorMittal-Werks in Lothringen prüfen. Die Gewerkschaften befürchten indes, dass die Fabrik ohne Wiederaufnahme der Flüssigstahl-Produktion ganz geschlossen werden könnte.

Mitarbeiter von ArcelorMittal in einer Stahlfabrik des Konzerns. Reuters

Mitarbeiter von ArcelorMittal in einer Stahlfabrik des Konzerns.

ParisEine unabhängige Expertengruppe soll sich mit der Zukunft des angeschlagenen ArcelorMittal-Stahlwerks im lothringischen Florange beschäftigen. Dies kündigte das französische Präsidialamt am Montag nach einem Treffen von Staatschef François Hollande mit Gewerkschaftsvertretern in Paris an. Die Arbeitsgruppe solle die Entwicklung des Stahlmarktes untersuchen und „alle möglichen Perspektiven“ für das Werk prüfen.

Die Experten sollen insbesondere den Vorschlag prüfen, in Florange eine Pilotanlage für die Speicherung von CO2 zu schaffen. Dafür hat Frankreich einen Zuschuss der EU beantragt, die im November darüber entscheiden will. Industrieminister Arnaud Montebourg solle auch Kontakt zu seinen Kollegen in Deutschland, Belgien, Luxemburg und Spanien aufnehmen, damit diese gegenüber ArcelorMittal eine „gemeinsame Position“ beziehen.

Beschäftigte des Stahlwerks in Florange fordern seit Monaten mit Protestaktionen aller Art das Wiederanschalten der zwei Hochöfen, die dort im vergangenen Jahr geschlossen wurden und dieses Jahr nicht wieder hochgefahren werden sollen, da die Nachfrage nach Flüssigstahl fehle.

Die Gewerkschaften befürchten, dass die Fabrik ohne Wiederaufnahme der Flüssigstahl-Produktion letztlich ganz geschlossen werden könnte. Derzeit werden in dem Werk mit seinen rund 5000 Mitarbeitern Bleche für die Automobil-Industrie hergestellt - unter anderem für die deutschen Autobauer Volkswagen, Mercedes-Benz und Audi. Der aus Indien stammende Stahlmagnat Lakshmi Mittal hatte 2007 mit einer feindlichen Übernahme den gesamten Konzern Arcelor - an dem neben Frankreich auch Luxemburg und Belgien Anteile hielten - unter seine Kontrolle gebracht.

Die einst florierende Schwerindustrie in der ostfranzösischen Grenzregion ist seit den 80er Jahren im Niedergang. Die Förderung von Kohle und Eisenerz wurde eingestellt, die meisten Hochöfen und Walzstraßen wurden stillgelegt.

Von

afp

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