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17.02.2011

01:54 Uhr

Luftfahrt

Daimler bietet Regierung EADS-Anteile an

Die Bundesregierung hat von Autobauer Daimler die Hälfte seiner EADS-Anteile angeboten bekommen. Darüber muss beraten werden, denn die Balance zwischen den französischen und deutschen Aktionäre könnte gefährdet werden.

Das Firmenschild des Flugzeugbauers EADS, aufgenommen in Augsburg. Quelle: dapd

Das Firmenschild des Flugzeugbauers EADS, aufgenommen in Augsburg.

BerlinDaimler will sich von einem Teil seiner EADS-Anteile trennen.

Nun hat der Autobauer der Bundesregierung einem Zeitungsbericht zufolge die Hälfte seines 15-Prozent-Anteils an dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zum Kauf angeboten. Demnach könnte der zusammen mit einem bei Banken und Bundesländern geparkten Anteil von weiteren 7,5 Prozent insgesamt 15 Prozent der EADS-Anteile erwerben, wie die „Financial Times“ (Donnerstagausgabe) berichte.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wolle kommende Woche mit Kabinettsmitgliedern über einen Kauf des Pakets mit einem aktuellen Marktpreis von rund 2,7 Milliarden Euro beraten. Hintergrund ist, dass bei einem Daimler-Rückzug die sensible Machtbalance zwischen deutschen und französischen Aktionären bei EADS in Gefahr geraten könnte.

Daimler war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Konzernchef Dieter Zetsche hatte am Mittwoch allerdings die Möglichkeit eines EADS-Ausstiegs offengelassen. Die Aktionärsstruktur der Airbus-Mutter könne in Zukunft zur Diskussion stehen, sagte er zu Reuters Insider TV. Der Stuttgarter Autobauer wolle jedoch die industrielle Führung bei EADS behalten. Der Daimler-Stimmrechtsanteil liegt derzeit bei 22,5 Prozent.

Der Bund sucht offenbar bereits nach einem industriellen Investor für den Fall, dass sich der bisherige Großaktionär Daimler demnächst von EADS verabschiedet, wie die Nachrichtenagentur Reuters kürzlich aus Regierungskreisen erfahren hatte. Am 23. Februar will Merkel mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) über das Thema beraten.

Reuters

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