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14.10.2011

09:26 Uhr

Luftfahrt

Triebwerksbauer kämpfen um Megaflieger der Zukunft

Noch nie waren Triebwerke im Flugzeugbau so wichtig - Kerosinsparen heißt das Gebot der Stunde. Rolls-Royce entwickelt mit Pratt & Whitney neue Modelle - davon profitiert der deutsche Anbieter MTU.

Triebwerk für den Airbus A380: Der Schulterschluss von Rolls-Royce und Pratt & Whitney kommt überraschend. dapd

Triebwerk für den Airbus A380: Der Schulterschluss von Rolls-Royce und Pratt & Whitney kommt überraschend.

München, LondonDer feine Club der Triebwerkhersteller kommt in Bewegung. Gestern verkündeten die Branchengrößen Rolls-Royce und Pratt & Whitney, dass sie gemeinsam einen Antrieb für die nächste Generation von Mittelstreckenflugzeugen wie den Airbus A320 entwickeln wollen. Gleichzeitig verkündete Rolls-Royce, aus dem bestehenden Produktionskonsortium für die Fertigung des bisherigen A320-Triebwerks auszusteigen

Traditionell bilden die Triebwerkhersteller Allianzen, um die enormen technischen und finanziellen Lasten auf viele Schultern zu verteilen. Die Anteile, die durch den Ausstieg von Rolls-Royce aus der Allianz frei werden, will zum Teil der deutsche Triebwerkspezialist MTU übernehmen. Die Münchener erwarten durch diesen Deal deutliche Umsatz- und Ergebniszuwächse in den kommenden Jahren. Branchenkreisen zufolge dürfte der MTU-Umsatz pro Jahr um einen dreistelligen Millionenwert steigen.

Für die Triebwerkhersteller steht viel auf dem Spiel: Die Flugzeugbauer Airbus und Boeing erwarten für ihre Bestseller in der Mittelklasse deutlich sparsamere Antriebe für die Zeit nach 2020. Und der Markt ist gigantisch: In den kommenden 20 Jahren sollen weltweit 20 000 neue Flugzeuge mit einer Kapazität bis 230 Sitze nachgefragt werden, schätzt die Branche. Jede Maschine braucht zwei Triebwerke zu einem Stückpreis von rund zehn Millionen Dollar.

Der Schulterschluss von Rolls-Royce und Pratt & Whitney kommt überraschend: Jahrelang hatten die beiden Rivalen an unterschiedlichen Konzepten für die nächste Triebwerkgeneration gearbeitet. Pratt & Whitney bietet gemeinsam mit MTU den sogenannten Getriebefan an, eine Weiterentwicklung der heute gängigen Flugzeugantriebe. Mit diesem Konzept lassen sich bis zu 15 Prozent Sprit sparen.

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