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25.11.2013

15:08 Uhr

Luftfahrtkonzern

EADS mit großem Verlust im Rüstungsgeschäft

Der EADS-Konzern hat seine Kürzungen mit dem Verlust von Aufträgen in Deutschland begründet. Mehrere Milliarden Euro habe EADS im Rüstungsgeschäft verloren, so Chef Tom Enders. Über Tausend Jobs nun stehen auf der Kippe.

EADS-Chef Tom Enders beklagt im Rüstungsgeschäft einen Rückgang von Aufträgen besonders aus Deutschland. dpa

EADS-Chef Tom Enders beklagt im Rüstungsgeschäft einen Rückgang von Aufträgen besonders aus Deutschland.

MünchenEADS-Chef Tom Enders hat die bevorstehenden Einschnitte im Rüstungsgeschäft des Luftfahrtkonzerns verteidigt. „Wenn neue Aufträge im Verteidigungsbereich ausbleiben oder gar einmal erteilte Aufträge reduziert werden, wie wir das in den letzten Jahren in Deutschland erleben mussten, kann das nicht ohne Konsequenzen für Auslastung und Arbeitsplätze bleiben“, sagte Enders dem „vbw-Unternehmermagazin“ laut Vorabmeldung am Montag. „In der Verteidigung haben wir momentan keine rosigen Zeiten.“ Angesichts der Euro-Krise blieben die Rüstungsbudgets der Staaten knapp.

„Wir haben in den letzten Jahren allein in Deutschland mehrere Milliarden Euro Auftragsvolumen verloren - und zwar von sicher geglaubten Aufträgen. Wir können das nicht einfach locker abfedern oder die betroffenen Standorte und Kapazitäten für andere Aufgaben umwidmen“, klagte Enders in dem Blatt des bayerischen Arbeitgeberverbands.

Insidern zufolge fallen der geplanten Bündelung von Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft mehrere tausend Stellen zum Opfer. EADS selbst will sich erst am 9. Dezember konkret zu seinen Plänen äußern. Vor allem deutsche Standorte dürften aber im Mittelpunkt stehen. Der Konzern, der sich demnächst in Airbus umbenennt, verdient gut an seinen Verkehrsflugzeugen. Das Geschäft mit Wehrtechnik, Satelliten und Weltraumtechnik wirft dagegen angesichts staatlicher Sparzwänge immer weniger ab.

Im Zuge des Umbaus holt EADS offenbar auch die Zentrale der neu geformten Rüstungssparte an seinen Hauptsitz in Ottobrunn bei München. Der bisherige Standort in Unterschleißheim werde aufgegeben, Teile der Produktion sollten an andere Standorte in Bayern verlagert werden, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Montag unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Ein Konzernsprecher wollte sich zu den Angaben nicht äußern. Allerdings wird seit längerem spekuliert, dass Cassidian an den halbleeren EADS-Standort im Süden der Landeshauptstadt umziehen muss. Dort sind nach der Bündelung von Eurocopter in Donauwörth und der Teilverlagerung von Konzernfunktionen ins französische Toulouse noch viele Flächen frei. Auch der einstige bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) hatte sich für Ottobrunn stark gemacht. In Unterschleißheim arbeiten für EADS derzeit rund 1500 Mitarbeiter, in Ottobrunn rund 2000.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Nachwuchs

25.11.2013, 19:49 Uhr

Wieder nur Verlust von Arbeitsplätzen! Warum weigert man sich die wahren Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen? Es ist das Management! Nur Boni und als Ausgleich keine Qualität, keine Einhaltung von Kosten und Lieferzeiten. usw..! Wann müssen diese Leute lebenslang ins Gefängnis und Verlust des gesamten vermögens, da Sie vorsätzlich handelten??? Wieso weigert sich die Politik und Wirtschaft sowie Justiz zu handeln? Sind es nur noch Schmiergeldempfänger??

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