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11.09.2012

18:27 Uhr

Luftfahrtkoordinator

KfW steigt noch 2012 bei EADS ein

Laut Peter Hintze wird die KfW noch in diesem Jahr zum EADS-Großaktionär. Er sei jedenfalls optimistisch, so der Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung. Im Wirtschaftsministerium ist man zurückhaltender.

Die KfW will Anteile an EADS kaufen. dpa

Die KfW will Anteile an EADS kaufen.

BerlinDie Bundesregierung wird aller Voraussicht nach wie geplant im Laufe dieses Jahres über die Staatsbank KfW zum Großaktionär beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufrücken. Die Frage, ob mit einem Abschluss der Verkaufsgespräche zwischen dem aktuellen EADS-Anteilseigner Daimler und der KfW noch in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen ist, beantwortete der Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung Peter Hintze am Dienstag zur Eröffnung der Berliner Luftfahrtschau ILA mit einem klaren "Ja". Er sei jedenfalls optimistisch, sagte Hintze der Nachrichtenagentur Reuters. Die KfW spricht bereits seit Monaten mit Daimler über den Kauf eines Anteilspakets von 7,5 Prozent an EADS, der Hälfte der aktuellen Kapitalbeteiligung des Autokonzerns an dem Luft- und Raumfahrtunternehmen.

Im Wirtschaftsministerium hieß es: "Es gibt keinen neuen Sachstand. Der geplante und bekannte Prozess der Übernahme der Daimler-Anteile durch die KfW läuft. Es bleibt das gemeinsame Ziel der Bundesregierung und der anderen Beteiligten, diesen Prozess bis Ende des Jahres zum Abschluss zu bringen."

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Offenbar noch nicht gelöst ist aber unter anderem das Problem der notwendigen Zustimmung der französische Seite, die im EADS-Aktionärskreis wie die deutsche mit rund 22,4 Prozent vertreten ist. In informierten Kreisen hieß es, dieses Ja aus Paris stehe noch aus. Schon früher verlautete aus diesen Kreisen, Frankreich wolle eine Gegenleistung für seine Zustimmung. Um was es dabei konkret gehen könnte, ist bislang noch nicht bekannt. Aber auch hier sollten sich Lösungen finden lassen, zeigte sich eine mit den Verhandlungen vertraute Person auf deutscher Seite überzeugt.

Neben dem zum Verkauf stehenden Aktienpaket von Daimler könnte die KfW noch weitere Anteile an EADS hinzukaufen, die derzeit von einem Konsortium aus vorwiegend deutschen Finanzinvestoren namens Dedalus gehalten werden. Dieses kommt insgesamt ebenfalls auf einen Anteil von 7,5 Prozent an EADS. In deutschen Regierungskreisen hieß es dazu nur vieldeutig: "Es wird über vieles gesprochen".

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Daimler hat bereits seit längerem die Lust an seinem EADS-Anteil verloren und Verkaufsbereitschaft für einen Teil davon signalisiert. Das Wirtschaftsministerium hatte sich daraufhin intensiv bemüht, private Investoren in Deutschland dafür zu finden - allerdings ohne Erfolg. Da Deutschland, ebenso wie Frankreich, die Beteiligung an EADS aus vielerlei Gründen als strategisch wichtig betrachtet, blieb letztlich nur der Weg, die KfW für den Anteilserwerb zu gewinnen. Andere Wege, um die sensible Balance zwischen deutschen und französischen Anteilseignern im EADS-Kreis zu erhalten, fand die Regierung bisher nicht. Eine dauerhafte Lösung soll das nach Informationen aus dem Wirtschaftsministerium aber nicht werden. Zudem will die KfW von Risiken aus dem Erwerb vom Bund freigestellt werden.


Von

rtr

Kommentare (1)

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Randnotiz

12.09.2012, 21:06 Uhr

Zitat: "...Frankreich wolle eine Gegenleistung für seine Zustimmung..." Offensichtlich beginnt jetzt eine neue Runde französischer Anmaßungen und Unverschämtheiten? Typisches arrogantes Verhalten französischer Eliten.

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