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23.06.2012

12:44 Uhr

Lufthansa-Chef

Nein zum Flughafenausbau „ist arrogant“

Das Nein zum Münchener Flughafenausbau sei „arrogant“ und „kurzsichtig“: In einem Interview hat Lufthansa-Chef Christoph Franz gegen das Votum der Bürger gewütet - und Konsequenzen angedroht.

Gegner einer dritten Startbahn für den Münchener Flughafen: „Kurzsichtiges Votum.“ dpa

Gegner einer dritten Startbahn für den Münchener Flughafen: „Kurzsichtiges Votum.“

FrankfurtLufthansa-Chef Christoph Franz hält das Nein der Münchner zur dritten Flughafen-Startbahn für kurzsichtig und „auch etwas arrogant“. „Flughafeninfrastruktur ist keine Entscheidung, die uns jetzt betrifft, sondern die Generationen nach uns“, sagte Franz im Interview des Nachrichtenmagazins „Focus“. Die Airports hätten eine wirtschaftliche Bedeutung weit über die Region hinaus. „Wie können da einige wenige sagen, wir verzichten auf dieses zusätzliche Wachstum für viele andere?“

Bei einem Bürgerentscheid vor einer Woche in München hatte eine Mehrheit das Milliardenprojekt abgelehnt. Die bayerische Staatsregierung will dennoch an den Planungen festhalten.

Auch Lufthansa-Chef Franz geht davon aus, dass die dritte Startbahn „nicht für immer vom Tisch ist“ und in ein paar Jahren wieder auf die Tagesordnung kommen werde, „sobald die zunehmenden Kapazitätsengpässe und die Vorteile des Ausbaus sichtbarer werden“. Die Ablehnung werde längerfristig für die Region und die dortigen Unternehmen mehr Nachteile haben als für Lufthansa, sagte Franz dem „Focus“. Sein Unternehmen werde somit an anderen Standorten wachsen. „Wir fliegen dann von Frankfurt, Zürich oder Wien.“

Von

dpa

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

23.06.2012, 13:12 Uhr

aber Fliegen wollen Sie alle in die Sommerferien. Nur Kopfschüttel über das Dummvolk.

DEUFRA2011

23.06.2012, 13:51 Uhr

Wir fliegen dann von Frankfurt ???
Die Arroganz dieser Typen ist nicht zu überbieten. Am Sonntag protestieren Tausende in ganz Frankfurt in einer Menschenkette gegen den weiteren Ausbau und für die Stilllegung der Landebahn Nordwest. Wir sind hier belogen und betrogen worden von FRAPORT, Lufthansa und der Politik. Unsere Zukunft können wir nicht von solchen Leuten abhängig machen. Es gibt eben noch andere Aspekte als die Bilanzkennzahlen und die übertriebenen Gehälter dieser Leute. Er soll doch morgen mal ans Mainufer kommen und mit uns diskutieren, dann sehen wir ja wer arrogant ist.

Fra2012

23.06.2012, 15:15 Uhr

@BerndM Sie wohnen offensichtlich nicht in einer Einflugschneise, sonst würden Sie nicht so simpel argumentieren. Es war schon vor 30 Jahren möglich, in Urlaub zu fliegen. Da war der Frankfurter Flughafen noch absolut verträglich. Das Problem in Frankfurt ist, daß dieser Flughafen in Zukunft zu 54 % ein Umsteigeflughafen sein soll. Der Frankfurter Flughafen ist aber ein Innenstadtflughafen und daher nicht als Umsteigeflughafen geeignet. Ein Flugverkehrswirtschaft, die nur am Profit interessiert ist, und die Belange von Anwohnern, aber auch Piloten (fahrlässige Verlängerung der Arbeitszeiten) u.a. ignoriert, gehört reguliert. Schluß mit den staatlichen Subventionen für DIE umweltschädlichste Fortbewegungsart. Z.B. Kerosinsteuer ja, dafür Mineralölsteuer runter. Denn die meisten Leute können aufs Autofahren nicht verzichten, aber aufs Fliegen schon. Schluß mit den Kurzflügen innerhalb Deutschlands. Deutschland wird nur noch von Großkonzernen regiert, die uns vorschreiben, wie wir zu leben haben. Aber die Finanzkrise spitzt sich mal wieder zu, das wird in Kürze auch die Flugverkehrswirtschaft zu spüren bekommen. Die Fracht geht ja schon zurück. Und dann wird sich zeigen, ob der Expansionswahn überhaupt noch zeitgemäß ist.

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