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08.08.2012

20:20 Uhr

Lufthansa-Rivale

Air Berlin schreibt trotz Sparkurs rote Zahlen

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft muss im zweiten Quartal erneut einen herben Verlust verkraften. Schuld sind hohe Treibstoffkosten. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn lässt den Kopf aber nicht hängen.

Obwohl der Flugplan zusammengestrichen wurde, nahm Air Berlin mehr Geld ein. Reuters

Obwohl der Flugplan zusammengestrichen wurde, nahm Air Berlin mehr Geld ein.

FrankfurtAir Berlin ist wegen der hohen Kerosinpreise noch tiefer in die roten Zahlen geflogen. Der Nettoverlust erhöhte sich im zweiten Quartal um gut 20 Millionen auf 66,2 Millionen Euro, wie der Lufthansa -Konkurrent am Mittwochabend mitteilte. Trotz eines geschrumpften Flugangebots kletterte der Umsatz binnen Jahresfrist um 1,7 Prozent auf 1,135 Milliarden Euro.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Die gebeutelte Fluglinie hat in den vergangenen Monaten unrentable Flugverbindungen gestrichen, um die Auslastung ihrer Maschinen zu erhöhen und die Kosten zu senken. Im zweiten Quartal habe Air Berlin 45 Millionen Euro eingespart - fünf Millionen mehr als ursprünglich geplant.

„Die Umsatzerhöhung zeigt, dass wir den richtigen Kurs eingeschlagen haben. Durch die gezielte Flottenreduzierung sind wir in Zukunft nicht mehr in einem hohen Maße von saisonalen Schwankungen betroffen“, sagte Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn. Air Berlin werde wie geplant im nächsten Jahr in die Gewinnzone fliegen.

Die größten Märkte für Billigflieger

Platz 10

Portugal – 951 Starts

Mit 166.723 Sitzplätze und 142 Strecken landet Portugal erneut in den Top Ten.

Platz 9

Schweiz – 1020 Starts

Von den drei Schweizer Flughäfen Basel, Genf und Zürich gehen 152 Strecken ab. Die Flugrouten bieten eine Kapazität für 153.047 Passagiere.

Platz 8

Niederlande – 1147 Starts

Mit der französisch-niederländischen Billig-Airline Transavia haben es die Niederlande in die Top Ten geschafft. Sie bedienen 212 Strecken mit 188.917 Sitzplätzen.

Platz 7

Norwegen – 1599 Starts

Die Billigflieger bieten 281.616 Sitzplätze auf 286 Strecken in und von Norwegen. Die meisten gehen mit Norwegian in die skandinavischen Nachbarländer.

Platz 6

Irland - 1865 Starts

Nur auf Platz sechs landet Irland, obwohl mit Ryanair die größte Billigfluglinie Europas auf der Grünen Insel sitzt und auch die einstige Staatslinie Aer Lingus nun als Low-Cost-Gesellschaft firmiert. 213 Strecken bedienen sie zusammen mit der Konkurrenz. Das macht 300.425 Sitzplätze.

Platz 5

Frankreich – 2913 Starts

Die Top Fünf setzen sich mit der Streckenanzahl deutlich von den Verfolgern ab: 551 Strecken gehen ab Frankreich – fast viermal so viel wie vom zehntplatzierten Portugal. 488.567 Sitzplätze bieten die Billigflieger an.

Platz 4

Deutschland – 5119 Starts

Das geografische Zentrum Europas kommt mit eigenen Billigairlines wie Germanwings auf 658 Strecken mit 792.192 Sitzplätzen.

Platz 3

Italien – 6425 Starts

Italien bleibt auf Rang drei: 1,05 Millionen Sitzplätze auf 1001 Strecken. Die italienischen Anbieter wie Meridiana tragen aber nur wenig zur Sitzanzahl bei.

Platz 2

Spanien – 7594 Starts

Für Billigflieger sind vor allem die Sandstrände im Süden ein beliebtes Ziel. 1,37 Millionen Sitzplätze bringen Spanien auf Platz zwei. Von den 1060 Strecken bietet einige die spanischen Airline Vueling an.

Platz 1

Großbritannien – 10.127 Starts

Mit Abstand die Nummer eins der Liste: 1221 Strecken, das sind rund 160 Strecken mehr als beim zweitplatzierten Spanien. Mit 1,42 Millionen Sitzplätzen liegt Großbritannien ebenfalls vor Spanien.

Methodik

Zweimal im Jahr gibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) seine Marktanalyse der europäischen Billigflieger heraus. Die Daten beziehen sich auf einer Woche im Sommerflugplan 2013. Als Strecke gelten Hin- und Rückflug einer Verbindung. Sitzplätze sind die verfügbaren Kontingente, nicht die tatsächlichen Passagierzahlen.

Das Eigenkapital hat sich binnen drei Monaten mehr als halbiert: Ende Juni waren nur noch 101,3 Millionen Euro vorhanden, wie Air Berlin weiter mitteilte. Ende März hatte die Fluglinie noch 210,4 Millionen Euro Eigenkapital ausgewiesen.

Der Rückgang des Eigenkapitals sei zum einen saisonbedingt, zum anderen liege es an der Bewertung von Sicherunggeschäften. „Allein durch Bewertungsveränderungen hat sich das Eigenkapital Ende Juli bereits um 60 Millionen Euro verbessert“, sagte Finanzchef Ulf Hüttmeyer. „Zum Jahresende erwarten wir eine bessere Eigenkapitalquote als im Vorjahr“.

Die arabische Fluglinie Etihad, die rund 30 Prozent an Air Berlin hält, stellte ihrem Partner per 30. Juni ein Darlehen von 162,9 Millionen Euro zur Verfügung, wie die Fluggesellschaft weiter mitteilte. Die Nettoverschuldung stieg auf 811,9 Millionen Euro.

Details zu dem Etihad-Kredit wollte ein Air-Berlin-Sprecher am Mittwoch nicht nennen. Er verwies auf die Vorlage den vollständigen Zwischenberichts, den der Konzern am 15. August veröffentlichen will.

Im Dezember hat Etihad den Deutschen ein Darlehen über 200 Millionen Euro eingeräumt. Davon hatte Air Berlin nach Angaben vom Mai im ersten Quartal knapp 90 Millionen in Anspruch genommen.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

08.08.2012, 20:00 Uhr

Nach Heideldruck und Deutsche Bahn, bringt Herr Mehdorn nun das nächste Unternehmen in Existenznot. Warum stoppt den keiner?

Account gelöscht!

08.08.2012, 22:11 Uhr

Ach, TQuirder, nur weil man etwas nachfaselt wird es nicht richtiger. Air Berlin ist schon vor Mehdorn ein Sanierungsfall gewesen und mir als Oftfahrer bei der Bahn hat Mehdorn-Bahn besser gefallen als die Grube-Bahn. Zumindet waren die Züge pünktlicher.

zufriedener_LH_Kunde

09.08.2012, 07:04 Uhr

Den Lufthansa-Konkurrenten kann sich AB bald abschminken: Streichung strategischer Linienangebote muß nicht unbedingt klug sein.
Und einen Sanierungsfall löst man nicht mal so eben hopphopp.

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