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18.01.2005

14:18 Uhr

Lufthansa will Zahl der Bestellungen erhöhen

Airbus gibt sich beim A380 selbstbewusst

Das größte Passagierflugzeug der Welt, der Airbus A380, soll Anfang April zu seinem Jungfernflug starten. Das Flugzeug, das bis zu 853 Reisenden Platz bietet, wurde am Dienstag im Beisein der Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Spaniens in Toulouse erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Der Airbus-Mutterkonzern EADS will damit seinen Vorsprung vor dem US-Rivalen Boeing ausbauen - litt aber zuletzt unter einem Machtkampf um die Führungsspitze und musste Kosten- und Gewichtsprobleme beim A380 einräumen.

HB TOULOUSE. „Wenn es etwas gibt, um das wir uns keine Sorgen machen, dann ist das der wirtschaftliche Erfolg dieses Flugzeugs“, sagte Airbus-Chef Noel Forgeard vor der Veranstaltung mit 5000 Gästen dem Sender RTL. Ab dem 250. Flugzeug verdient das Unternehmen nach eigenen Angaben Geld. „Wir werden 700 oder 750 verkaufen. Das ist nämlich ein Flugzeug, das für 30 oder 40 Jahre fliegen wird.“ Forgeard gab sich zuversichtlich, noch vor Ostern einen Großauftrag aus China zu erhalten und kündigte bis Anfang April den ersten Flug des A380 an. „Unter dem Namen Airbus hat Europa eine der schönsten Seiten seiner Geschichte geschrieben“, sagte er.

Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach von einem Triumph der europäischen Wissenschaft. „Unser Europa ist immer noch in der Lage, großartige Impulse für die Moderne im 21. Jahrhundert zu geben“, sagte er. Schröder forderte zugleich den Airbus-Mutterkonzern EADS auf, die Konsolidierung in der Luft- und Raumfahrtbranche voranzutreiben. „Ich würde mir wünschen, dass man bei EADS begreift, dass das Boot von EADS nicht voll ist“, sagte der Bundeskanzler. In Europa gebe es Menschen, die ähnliche Träume verwirklichen wollten - etwa in Russland.

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber sagte, er die Fluggesellschaft werde die Zahl ihrer A380-Bestellungen von derzeit 15 wohl noch erhöhen.

Airbus hat bereits Kaufzusagen für den A380 von knapp 40 Milliarden Dollar (rund 31 Milliarden Euro); derzeit liegen 149 Bestellungen von 14 Kunden vor. Die Käufer hoffen auf geringere Betriebskosten und größere Gewinne, denn nach wie vor belasten die Folgen der durch die Anschläge vom 11. September 2001 ausgelösten Luftfahrtkrise. Mit dem A380 will Airbus auch den Vorsprung vor dem Konkurrenten Boeing ausbauen, den er 2003 erstmals bei den Auslieferungen überholen konnte. Die Amerikaner hatten mit ihrer 416-sitzigen 747-400 fast vier Jahrzehnte lang das Segment der Groß-Flugzeuge dominiert.

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