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24.08.2015

07:42 Uhr

Luftwaffen-Transporter

Der A400M wird flügge

Erst eine um Jahre verspätete Auslieferung, dann wochenlanges Startverbot nach einem Absturz: Bislang stand der neue Luftwaffen-Transporter A400M unter keinem guten Stern. Nun soll allerdings alles besser werden.

Bislang lief es beim neuen Luftwaffen-Transporter nicht so wie erwartet. Doch es ist Besserung in Sicht. dpa

A400M

Bislang lief es beim neuen Luftwaffen-Transporter nicht so wie erwartet. Doch es ist Besserung in Sicht.

WunstorfKonzentriert schaut Oberstleutnant Ralph Fröse aus dem Cockpit auf die Startbahn 27 des Fliegerhorstes Landsberg. Sie wird virtuell auf einen Bildschirm aufgespielt – denn Fröse sitzt im brandneuen A400M-Simulator der Bundeswehr. Wenn der Offizier auch real mit der bisher einzigen Maschine des neuen Militärtransporters der Luftwaffe erfolgreich sein Programm abgespult haben wird, wird er der 21. deutsche A400M-Pilot in Wunstorf bei Hannover sein. Zehn davon haben zugleich die Berechtigung als Fluglehrer. Es wird Zeit.

Denn für Oktober steht die Auslieferung der zweiten deutschen A400M an, verkündet Hersteller Airbus. Und auch die nächste Maschine in der Fertigungsstraße ist für die Bundeswehr bestimmt. In Wunstorf sieht man sich gerüstet für eine neue Ära. „Wir sind bei unseren Vorbereitungen im Zeitplan“, sagt Oberstleutnant Roland Radrich, der Vize-Kommodore des Lufttransportgeschwaders (LTG) 62. Die bisher einzige A400M der Luftwaffe war nach dem Absturz einer typgleichen Airbus-Maschine im spanischen Sevilla wochenlang vorerst am Boden geblieben. Doch das Training wurde am Boden fortgesetzt.

„Durch den Absturz hinkten wir bei der Erprobung etwas hinterher, aber jetzt befinden wir uns in der finalen Einsatzprüfung“, sagt der Standortsprecher, Oberstabsfeldwebel Peter Breuer. Der erste echte Lufttransport führte mit einer Wasseraufbereitungsanlage an Bord in Senegals Hauptstadt Dakar.

In knapp siebeneinhalb Stunden ging es hin, am nächsten Tag wieder zurück. Für den gleichen Transport wären zwei bis drei Transalls nötig gewesen, die mindestens zwei Tage jeweils für den Hin- und den Rückflug benötigt hätten.

Von einem weiteren Flug in die USA ist die A400M gerade zurückgekehrt. Nun wird sie für einen der letzten Erprobungsflüge vorbereitet, der sie kommende Woche über den Senegal in Namibias Hauptstadt Windhuk führen wird. Nachdem sie Ende 2014 auf ihrem neuen Stützpunkt Wunstorf gelandet war, wurde dort der Simulator in Betrieb genommen.

Er ist ein wesentlicher Bestandteil bei der mit jahrelanger Verspätung begonnenen Bundeswehr-Ausbildung der künftigen Besatzungen der A400M „Atlas“. Im Simulator sollen in den ersten drei Jahren 60 Besatzungen auf dem Mehrzweck-Transporter geschult wurden – die Anschaffung eines zweiten solchen Geräts wurde bereits genehmigt. Für die Anwohner bedeutet das weitaus weniger Lärmbelästigung, da dadurch auch die Zahl der Platzrunden wesentlich sinken wird.

In Wunstorf wird für knapp eine halbe Milliarde Euro der Fliegerhorst derzeit weiter modernisiert. Denn das A400M-Geschwader wird die einzige Bundeswehr-Einheit sein, die die neue viermotorige Maschine einsetzen wird. Ihre Entwicklung war begleitet von politischen, finanziellen und technischen Problemen.

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Die Bundeswehr orderte 53 A400M im Wert von 7,1 Milliarden Euro – 13 sollen verkauft werden. Als modernster Transporter der Welt soll er demnächst die betagte und kleinere, zweimotorige C-160 Transall ersetzen – eine davon wird auf dem Hamburger Airbus-Werk gerade als Ausstellungsstück vorbereitet.

Beim Umbau des in den 1930er Jahren gebauten Flugplatzes Wunstorf wurde neben neuen Stellflächen und Wartungshallen auch ein modernes, multinationales Ausbildungszentrum gebaut, in dem Piloten und Techniker geschult werden sollen.

Eine riesige Wasch- und Wartungshalle für drei Maschinen nähert sich gerade der Fertigstellung, während der Betrieb im Ausbildungszentrum bereits Normalität erreicht hat. Wie die meisten anderen A400M-Piloten hat auch Fröse zuvor die in Wunstorf mittlerweile ausgemusterten Transall-Transporter geflogen. Das macht es nicht leichter.

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„Am Anfang ist es für die Piloten eine arge Umstellung und auch recht verwirrend wegen der vielen Daten“, sagt der für die A400M-Ausbildung zuständige Oberstleutnant Hans Gerisch. „Je länger man in der alten Transall-Welt verhaftet war, umso größer wird die Herausforderung.“

Denn geflogen wird nicht mehr mit Muskelkraft, sondern mit Köpfchen und Joystick. „Im Grunde müssen wir einen Spagat hinbekommen: Man ist in der A400M eigentlich mehr Manager und Systemüberwacher, darf aber auch seine manuellen Fertigkeiten fürs taktische Fliegen nicht verlieren“, sagt der 37-jährige. Einen „gewaltigen Quantensprung“ nennt es Vize-Kommodore Radrich: „Die Transall ist Geschichte. Da muss man jetzt komplett die Festplatte löschen und dann neu starten.“


Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Thomas Ebert

24.08.2015, 09:23 Uhr

An welcher Stell ist dieser Vogel besser als eine AN-124?

Herr Peter Spiegel

24.08.2015, 14:21 Uhr

Ob das Teil diesmal die richtige Software hat oder wieder runter plumpst ?

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