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11.01.2013

17:46 Uhr

Luxusautos

Krise? Welche Krise?

VonSebastian Schaal

Im Ultra-Luxussegment gibt es keine Krise. BMW-Tochter Rolls- Royce wächst, 2012 gab es den dritten Rekordabsatz in Folge. Auch Bentley legt deutlich zu. Davon profitieren auch die Konzernmütter.

Die USA haben 2012 wieder China als wichtigsten Markt für Rolls-Royce abgelöst. AFP

Die USA haben 2012 wieder China als wichtigsten Markt für Rolls-Royce abgelöst.

DüsseldorfDer 1. Januar 2003 war für 401 Menschen im Süden Englands ein ganz besonderes Datum. 400 Mitarbeiter feierten pünktlich zu Neujahr den Neustart von Rolls-Royce. Und nur eine Minute nach Mitternacht freute sich auch der erste Kunde, der sein neues Fahrzeug in Empfang nehmen durfte. Den ersten Rolls-Royce, der unter der Regie von BMW entstand.

Zehn Jahre später: Statt 400 arbeiten jetzt rund 1.100 Mitarbeiter für Rolls-Royce, statt einem Fahrzeug verlassen bis zu 20 Luxus-Karossen jeden Tag die Werkshallen in Goodwood. Und das Geschäft im Ultra-Luxussegment läuft gut. In den vergangenen drei Jahren konnten die Briten jeweils einen neuen Absatzrekord erzielen, 2012 wurden 3.575 Autos an die erlesenen Kunden ausgeliefert.

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Seit Torsten Müller-Ötvös Chef bei Rolls-Royce ist, fährt der Luxus-Hersteller ein Rekordjahr nach dem anderen ein. Mit welcher Strategie er das auch 2013 erreichen will, erklärt Müller-Ötvös im Interview.

„In einigen Märkten hat sich die konjunkturelle Lage bemerkbar gemacht, andere Märkte laufen nach wie vor gut. Dazu zähle ich auch die USA, die sich für uns gegen Jahresende sehr erfreulich entwickelt haben“, sagt Torsten Müller-Ötvös, seit 2010 Chef bei Rolls-Royce, im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Getrieben durch den hohen Ölpreis, der die Konjunktur im arabischen Raum angetrieben hat, haben wir dort auch eine positive Entwicklung erlebt.“

Rolls-Royce sieht sich selbst als Marktführer im Ultra-Luxussegment, das das Unternehmen mit Fahrzeugpreisen oberhalb von 200.000 Euro definiert. Netto, versteht sich. Aber auch eine Preisklasse darunter boomt der Absatz. Bentley konnte im vergangenen Jahr 8.510 Autos verkaufen, ein Plus von 22 Prozent.

„Diese starke Leistung war nur dank unseren Investitionen in neue Modelle möglich“, sagt Bentley-Chef Wolfgang Schreiber. „Wir erwarten den Luxusmarkt im kommenden Jahr herausfordernd. Aber wir glauben, mit der Einführung von grundlegend neuen Modellen haben wir das Potenzial, den Absatz weiter zu steigern.“

Mit solchen Rekordzahlen tragen Rolls-Royce und Bentley einen erheblichen Anteil zum Ergebnis ihrer Konzernmütter bei. Über genaue Zahlen schweigt sich Rolls-Royce jedoch traditionell aus. Aus Sicht des Managers liegt der Profit aber nicht nur im reinen Gewinn. „Rolls-Royce ist die bekannteste Luxusmarke weltweit und gilt als die Krönung im Automobilgeschäft“, sagt Müller-Ötvös.

Kommentare (16)

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Wolfsfreund

11.01.2013, 18:51 Uhr

Und wenn ich zig Millionen hätte, 250.000 bis über 400.000 € würde ich niemals für ein Auto ausgeben! Luxus definiert sich für mich anders!

bernardo

11.01.2013, 19:13 Uhr

Es war zu keiner Zeit eine Krise, sondern der grösste Raubzug der Geschichte. Eine gigantische Umverteilung von unten nach oben, verursacht und durchgeführt von einer Finanzmafia, bestehend aus Banken, Zentralbanken und Politikern aller Couleur, unter Zuhilfenahme unseres Papergeld-Systems, dessen Mechanismus leider nur wenige verstehen und durchschauen. Devise: Privatisierung von Gewinnen, Sozialisierung von Verlusten.
Unsere Kinder, Enkel, Urenkel usw. werden bluten müssen und werden uns noch alle Knochen verfluchen.

Account gelöscht!

11.01.2013, 19:46 Uhr

"Experten wie Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, bezweifeln, dass der gute Ruf auch dem Mutterkonzern des Luxusautobauers nutzt. „Kein BMW-Kunde kauft seinen Neuwagen, weil es Rolls-Royce im Konzern gibt."

Es nutzt zwar nicht, aber es schadet auch nicht.

Ich kann es selbst auch nicht erklären. Beispielsweise mag ich BMW Motorräder und -Roller. Desweiteren die Produkte der Marke MINI. Allerdings mag ich überhaupt nicht die BMW Autos.

Es ist überhaupt kein Widerspruch, dass nicht jeder Konzernmarke positiv auf andere Marken abstrahlen muss. Jede "Produktausprägung" wird für sich unterschiedlich wahrgenommen - KÖRPERLICH und markenemotional.

Bei Marken wie Rolls-Royse, BENTLEY u.a. kommt hinzu, dass nicht jeder sich solche Autos kaufen kann. Bestimmte Käufer mögen es, dass nicht jeder so etwas fährt. Eine Differenzierung gestaltet sich so automatisch über den Preis. Die "nicht anfassbaren Werte" wiegen hier um Welten schwerer, als bei einem VW POLO. Aber auch solche Werte haben einen Wert in fester Währung. Auto ist glücklicherweise nicht gleich Auto.

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