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07.02.2012

14:24 Uhr

Luxusgüter

Swatch kann mit Luxus-Boom kaum Schritt halten

Der weltgrößte Uhrenhersteller Swatch kommt mit der Produktion nicht mehr hinterher. Kapazitätsengpässe sind die Folge der enormen Kauflust der Begüterten - aber auch ein Rekordertrag im Jahr 2011.

Eine Filiale des Uhrenherstellers Swatch an der Züricher Bahnhofstraße. ap

Eine Filiale des Uhrenherstellers Swatch an der Züricher Bahnhofstraße.

ZürichDer weltgrößte Uhrenhersteller Swatch kann mit dem Luxusgüterboom kaum Schritt halten: Wegen der übergroßen Nachfrage vor allem aus China sei es 2011 zu „großen Kapazitätsengpässen“ gekommen - trotz 2800 neu geschaffener Stellen, teilte Swatch am Dienstag mit. Mit diesen Luxusproblemen kämpft der Hersteller von Edeluhren der Marken Glashütte, Omega und Breguet auch in diesem Jahr, weil er sich weiterhin kaum vor Aufträgen retten kann. Zur Abhilfe will der Schweizer Konzern stark in die heimischen Produktionskapazitäten investieren.

Trotz der Engpässe bescherte die Kauflust der Begüterten Swatch 2011 einen Rekordertrag: Der Reingewinn kletterte um rund 18 Prozent auf 1,28 Milliarden Franken (1,06 Milliarden Euro). Zuvor hatte der Bieler Konzern bereits einen Rekordumsatz von gut sieben Milliarden Franken gemeldet. Insgesamt waren die Exporte der Schweizer Uhrmacherbranche um fast 20 Prozent gestiegen. Die neuen Reichen in den Schwellenländern wie China heizten auch die Geschäfte anderer Luxusgüterkonzerne an: So wies auch der weltgrößte Anbieter LVMH aus Paris zuletzt zweistellige Wachstumsraten aus.

Für Hersteller von Waren abseits der Luxuskategorie sah es aber auch in der Schweiz im vergangenen Jahr nicht allzu rosig aus: Die stark vom Export abhängige Industrie der Alpenrepublik hatte mit dem starken Franken und der lahmenden Konjunktur zu kämpfen.

Anleger erwarten zu viel von Swatch

Für das laufende Jahr gibt sich der Uhrenkonzern vorsichtig optimistisch: „Wir rechnen auch im Jahr 2012 weiterhin mit Wachstum, das aber wegen der hohen Vergleichsbasis immer anspruchsvoller wird“. Laut Swatch hat sich der positive Trend auch im Januar mit einem zweistelligen Wachstum im Segment Uhren und Schmuck fortgesetzt. Dennoch zeigten sich die Geldanleger unzufrieden. Die Aktie büßte in einem schwächeren Markt bis zum Mittag 3,9 Prozent ein. Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) zufolge erfüllte der Reingewinn zwar die Erwartungen - jedoch nur aufgrund von Sonderfaktoren.

„Der starke Franken hat nun doch stärkere Spuren hinterlassen“. Zudem sei der Ausblick für Swatch-Verhältnisse recht vorsichtig gefasst, erklärten die ZKB-Analysten. Auch die um 15 Prozent angehobene Dividende von 5,75 Franken je Inhaber- und 1,15 Franken je Namenaktie vermochte die Aktionäre da nicht zu besänftigen. Andere Analysten allerdings sprachen von überzogenen Erwartungen. Die Prognosen der Investoren würden „immer luxuriöser und damit immer schwieriger zu befriedigen“, kommentierte etwas die St. Galler Notenstein Privatbank.

Von

rtr

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