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13.01.2013

16:20 Uhr

Luxusreisen

IG-Metall-Chef Huber verteidigt Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat

VonDietrich Creutzburg

ExklusivDer Gewerkschaftschef stellt sich demonstrativ vor den für Luxusreisen kritisierten Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat Eichler. Für Arbeitnehmer- und die Kapitalvertreter in Aufsichtsräten müssten „gleiche Maßstäbe“ gelten.

Der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber keilt in der Debatte um Sonderleistungen für Aufsichtsräte zurück. dpa

Der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber keilt in der Debatte um Sonderleistungen für Aufsichtsräte zurück.

BerlinIn der Diskussion über die Luxusreisen seines Vorstandskollegen Bertin Eichler als Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat hat IG-Metall-Chef Berthold Huber gleiche Maßstäbe für Vertreter der Arbeitnehmer- und der Kapitalseite angemahnt. „Offensichtlich kümmert es niemanden, ob Vertreter der Anteilseigner erster Klasse fliegen oder sich von den Tantiemen vielleicht ein privates Ferienhaus kaufen“, sagte Huber dem Handelsblatt (Montagausgabe). Wer die Unabhängigkeit von Arbeitnehmervertretern in Aufsichtsräten anzweifle, müsse „dieselben Fragen ja wohl konsequenterweise auch an die Vertreter der Kapitalseite“ richten, forderte er. „Also bitte: Gleiche Maßstäbe für alle!“

Huber sprach Eichler in dessen Funktion als geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Hauptkassierer der IG Metall sein Vertrauen aus. „Der Fehler, die Bertin Eichler selbst eingestanden hat, liefert aus meiner Sicht keinen Anlass für Konsequenzen im Hinblick auf seine Aufgaben bei der IG Metall“, sagte Huber. Eichler habe „seit vielen Jahren das Vertrauen der Gewerkschaft“ und sei im Übrigen auf dem Gewerkschaftstag 2011 mit einem Ergebnis von fast 98 Prozent im Amt bestätigt worden.

Der IG-Metall-Chef wies den Verdacht zurück, Eichler habe sich durch die Erste-Klasse-Flüge in seiner Arbeit als Aufsichtsrat beeinflussen lassen. Die Flüge „hätten so nicht stattfinden sollen“, sagte er. „Aber ich sehe nicht, dass jemand dafür gleich seine Überzeugungen an den Nagel hängt, schon gar nicht Bertin Eichler.“

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Eichler hatte sich in den Jahren 2004 bis 2012 in seiner Funktion als stellvertretender Aufsichtsratschef von Thyssen-Krupp zu fünf Luxusreisen mit Erste-Klasse-Flügen einladen lassen. Nach dem
Bekanntwerden der Reisen durch einen Bericht des Handelsblatts (Freitagausgabe) hatte Eichler angekündigt, nicht erneut für den Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp zu kandidieren.

Dass das Ansehen des deutschen Mitbestimmungsmodells unter Vorgängen wie bei Thyssen-Krupp grundsätzlich leiden könnte, befürchtet Huber nicht: „Wenn es gelegentlich einzelne Fehler von einzelnen Personen gibt, ist das noch lange kein vernünftiger Maßstab dafür, ob ein System als solches gut funktioniert oder nicht.“

Im Übrigen sehe „auch die Bundeskanzlerin in unserer Mitbestimmung ausdrücklich ein Erfolgsmodell und einen Wettbewerbsvorteil für Deutschland“, betonte Huber.

Kommentare (23)

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deerhunter

13.01.2013, 16:35 Uhr

Huber hat den Schuss nicht gehört. Alleine diese Diskussion des Gleichbehandlungsgrundsatzes (wenn die, dann wir auch) ist wirklich krank und zeigt den Geist dieser Edel-AN-Vertreter, die jedes Maß verloren haben. Wegsperren!

Kleinrentner

13.01.2013, 17:14 Uhr

...unverbesserlicher Gewerkschafter: Gewerkschaftspfründe sichern, Taschen aufhalten und Rechthaberei.
Frau Merkel, die gute Mutti der Nation, will doch mit jedem, auch jedem, in Frieden leben - auch mit einem Herrn Huber ! Ein Gewerkschaftler pfui Deifel !!

Account gelöscht!

13.01.2013, 17:17 Uhr

Gewerkschaftler fliegen nur Erster Klasse
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Gewerkschaftler sind eben gleicher als gleich; sie sind "Edelsozialisten".
Und sollen sie etwa "Holzklasse" fliegen? Das ist "unmenschlich"!

"Eichler hatte am Freitag eingeräumt, dass er mit dem Aufsichtsrat von ThyssenKrupp auf Kosten des Unternehmens in der Ersten Klasse nach China, Thailand, in die USA und nach Kuba geflogen war. Es habe sich um dienstliche Reisen gehandelt."
Ach ja! Es handelte sich um "Urlaubsreisen" bei denen als "Alibi" eind dienstlicher Grund vorgeschoben wurde.
So etwas nennt man vulgo "Betrug". Cui bono?

Es habe aber auch immer ein Ausflugsprogramm gegeben. In Brasilien ging es auf den Zuckerhut, in China stand ein Bummel durch das Spielerparadies Macau auf dem Programm. In Schanghai verfolgte Eichler ein Formel-Eins-Rennen von einem Logenplatz. Besondern pikant war eine Reise nach Kuba: Hin flog die Delegation noch mit dem Urlaubscharter von Condor. Das war natürlich nicht "standesgemäß! Für die Rückreise machte die Gruppe einen Umweg über Mexiko-Stadt, um von dort aus einen Erste-Klasse-Flug nehmen zu können.

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