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25.01.2009

10:17 Uhr

Machtkampf entschieden

Conti-Aufsichtsrat von Grünberg gibt auf

Auf Druck von Großaktionär Schaeffler ist Hubertus von Grünberg von seinem Posten als Aufsichtsratsvorsitzender zurückgetreten. Von Grünberg bleibe aber Mitglied des Aufsichtsrats, teilte Conti am Samstag mit. In das Kontrollgremium ziehen vier Vertreter von Schaeffler ein – darunter auch der neue AR-Vorsitzende. Finanzchef Alan Hippe verlässt das Unternehmen in Richtung Thyssen-Krupp.

Muss dem Schaeffler-Mann Rolf Koerfer weichen: Der bisherige AR-Chef Contis, Hubertus von Grünberg. Foto: dpa dpa

Muss dem Schaeffler-Mann Rolf Koerfer weichen: Der bisherige AR-Chef Contis, Hubertus von Grünberg. Foto: dpa

HB HANNOVER. Im Machtkampf beim Autozulieferer Continental hat sich Hauptaktionär Schaeffler durchgesetzt. Wie von den Franken gefordert räumt der bisherige Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg in Kürze seinen Posten. Künftig werde der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer dem Gremium vorstehen, teilte Conti am Samstag nach einer Krisensitzung des Aufsichtsrats mit. Zudem ziehen drei weitere Schaeffler-Vertreter in das 20-köpfige Kontrollgremium ein: Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler, ihr Sohn Georg sowie Geschäftsführer Jürgen Geißinger. Außerdem verlässt Conti-Finanzchef Alan Hippe Ende Februar das Unternehmen. Er geht zu Thyssen-Krupp.

Hippe werde zum 1. April in den Vorstand eintreten, teilte Thyssen-Krupp am Samstag mit. Er werde unter anderem die Ressorts Controlling, Accounting und Financial Reporting verantworten. Nach dem Eintritt Hippes werde Finanzchef Ulrich Middelmann die Bereiche Investor Relations und Corporate Finance verantworten und zum 21. Januar 2010 aus dem Vorstand ausscheiden. Hippe übernehme dann dessen Ressorts.

Der Aufsichtsratschef von Thyssen-Krupp, Gerhard Cromme, hatte am Freitag auf der Hauptversammlung des Konzerns in Bochum berichtet, Gespräche über einen Nachfolger für Middelmann zu führen, der im kommenden Jahr 65 Jahre alt wird. Middelmann ist seit 2001 stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Thyssen-Krupp und seit Dezember 2006 Finanzchef des Konzerns.

Grünberg, der dem Aufsichtsrat weiter angehören wird, wurde beauftragt, die organisatorische und rechtliche Loslösung der Conti-Gummisparte zu begleiten. Ein Verkauf würde die Schulden des Conti/Schaeffler-Konglomerats drücken. Allerdings ließen sich angesichts der Marktlage derzeit wohl nur niedrige Preise dafür erzielen, weshalb ein Verkauf derzeit keine Option sei, sagten mehrere Aufsichtsräte. Medienberichten zufolge hatte von Grünberg bereits selbst Interesse an der Sparte gezeigt und wollte sie im Zuge eines sogenannten Management-Buyouts übernehmen, was aber bislang auf wenig Gegenliebe stieß.

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