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04.10.2013

11:19 Uhr

Machtkampf verloren

Schaeffler-Boss Geißinger geht sofort

VonHans-Jürgen Jakobs, Axel Höpner

ExklusivDer fränkische Autozulieferer und Conti-Großaktionär Schaeffler sucht einen neuen Chef. Und zwar nicht wie spekuliert erst Ende nächsten Jahres, sondern ab sofort. Denn: Jürgen Geißinger verlässt das Familienunternehmen.

Jürgen Geißinger soll das Unternehmen offenbar „in gegenseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung verlassen“. dpa

Jürgen Geißinger soll das Unternehmen offenbar „in gegenseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung verlassen“.

DüsseldorfDer fränkische Industriekonzern verliert mit sofortiger Wirkung, seinen Chef. Nach 15 Jahren verlässt Jürgen Geißinger das Familienunternehmen, das in dieser Zeit einen steilen Aufstieg genommen hat. Das Verhältnis zu den Eigentümern Maria-Elisabeth Schaeffler und ihrem Sohn Georg F.W. ist zerrüttet. Das Führungschaos ist perfekt, weil der Wunschnachfolger für den Chefposten, Klaus Deller, von seinem aktuellen Arbeitgeber Knorr-Bremse offenbar blockiert wird. So muss interimsmäßig Schaeffler-Finanzchef Klaus Rosenfeld die Verantwortung übernehmen.

Über die bevorstehende Ablösung hat vor allem das „Manager Magazin“ immer wieder spekuliert. Er sei „kein Mann der Zukunft“, verbreitete das Blatt mit Bezug auf Maria-Elisabeth Schaeffler. Das sei der Grund, warum die Matriarchin und ihr Sohn nun früher als ursprünglich geplant eine Entscheidung über die Vertragsverlängerung Geißingers (er läuft bis Ende 2014) getroffen hätten, heißt es aus Kreisen.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Der Aufsichtsrat der Schaeffler-Gruppe hat am Freitagmorgen beschlossen, den Vorstandsvertrag von Geißinger nicht zu verlängern. Die Entscheidung sei in gegenseitigem Einvernehmen erfolgt, teilte Schaeffler mit.

Gleichzeitig sollen die Gesellschafter den Weg bereiten, um die Schaeffler Gruppe und ihre Führung für die Zukunft neu auszurichten. Bis zur Bestellung eines Nachfolgers werde Klaus Rosenfeld den Vorstandsvorsitz der Schaeffler AG zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben als Finanzvorstand übernehmen.

Den Finanzexperten hatte Geißinger von der Dresdner Bank geholt. Rosenfeld konsolidierte die Schulden, die nach der teuren Übernahme der Continental AG aufgelaufen waren und die immer noch die Möglichkeiten der Gruppe aus Herzogenaurach einschränken. Geißinger hatte sich um die Aufnahme neuer Investoren gekümmert. Rosenfeld genießt den Kreisen zufolge das „das volle Vertrauen“ der Familie Schaeffler, er bringe die nötigen Fähigkeiten und Kompetenzen mit, das Unternehmen in der Übergangsphase zu führen.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

04.10.2013, 11:24 Uhr

CFO und CEO zur gleichen Zeit? In der Theorie soll der eine doch auf den anderen aufpassen. Da wird wohl einer in Interessenkonflikte kommen...

kraumi55

04.10.2013, 11:54 Uhr

CFO sorgt und kontrolliert für die Ausgabengrenze. Und dies ist die "alternativlose" Strategie von Frau Schäffler. Der CEO darf auch nicht mehr , also ist er eigentlich überflüssig.Noch Fragen ?

Account gelöscht!

04.10.2013, 21:23 Uhr

Schade, der Mann war enorm fähig undf weitsichtig (trotz der einen Panne, für die er nichts konnte). Wahrscheinlich konnte Madame im Pelz den nicht mehr ertragen. Sohnemann, völlig unfähig und gerne in USA aussendraussen gelassen, muß nun auch ins Spiel gebracht werden.

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