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15.10.2011

10:22 Uhr

"Made in Germany"

Das glänzende Geschäft mit dem Gütesiegel

Mit dem Siegel machen deutsche Konzerne blendende Geschäfte in Schwellenländern. Dabei wecken sie mit unterschiedlichsten Strategien den Wunsch nach deutschen Marken.

Polierter Mercedes-Stern: Gütesiegel für die Schwellenländer. dpa

Polierter Mercedes-Stern: Gütesiegel für die Schwellenländer.

FrankfurtRasantes Wirtschaftswachstum, viele junge Menschen und eine steigende Lust auf Konsum: Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien spielen für die exportstarke deutsche Industrie als Märkte eine wachsende Rolle. Autos, Stromleitungen, ganze Fabriken oder Maschinen für die Lebensmittelindustrie liefern die Firmen in die aufstrebenden Länder. Dabei setzen die Konzerne auf unterschiedliche Strategien, um den Wunsch nach deutschen Marken zu wecken: Ob „Made in Germany“ oder vor Ort produzierte und an Klima, Geschmack und Geldbeutel angepasste Produkte und Maschinen.

Blendende Geschäfte versprechen die Länder, weil der Nachholbedarf so groß ist, etwa in der Autoindustrie. Die deutschen Hersteller sind vor allem mit prestigeträchtigen Luxusschlitten erfolrgeich. Mit Fabrikaten von Mercedes zeigt die zunehmend wohlhabende Mittelschicht in den Schwellenländern, dass sie es geschafft hat. Nach Einschätzung von Experten dürfen die deutschen Hersteller dabei aber nicht stehenbleiben. „Sie müssen nach unten nachlegen“, sagt Richard Viereckl, Leiter des Autoteams der Unternehmensberatung Management Engineers.

Bis hinunter zu den Billig-Autos à la Tata Nano wird es aber wohl nicht gehen. „Gerade westlichen Herstellern fällt es unheimlich schwer, in das Billig-Segment hineinzukommen.“ Dazu kommt: „Eine Billig-Version eines BMW, Mercedes oder Audi wird es nicht geben. Dazu ist das gute Image der Marken viel zu wertvoll“, sagt Ulrich Winzen, Chef-Analyst des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Polk.

Eine „Premiumstrategie“ fährt auch der Maschinenbauer Krones mit seinen Getränkeabfüllanlagen. Obwohl nahezu 90 Prozent der ausschließlich in Deutschland gebauten Neumaschinen exportiert werden, kommt eine Produktion außerhalb der Heimat für Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus nicht in Frage. „Die Produktion von hochkomplexer Technik und Systemen auf Weltstandard-Qualitätsniveau ist in Asien nämlich mindestens so teuer wie in Deutschland.“

Angst vor Konkurrenten aus den Schwellenländern hat Krones nicht.

Kommentare (1)

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Smokie2011

15.10.2011, 22:53 Uhr

Typisch Berater. Alle Länder der Welt werden exportieren. Wer findet den Fehler?

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