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29.01.2015

16:41 Uhr

Mahle

Autozulieferer plant weitere Milliardenübernahme

ExklusivMahle, Deutschlands viertgrößter Autozulieferer, hat erneut eine milliardenschwere Übernahme im Visier. Der Stuttgarter Konzern bietet auf die Klimatechnik-Sparte des US-Autozulieferers Delphi Automotive.

Der Autozulieferer Mahle aus Stuttgart plant eine weitere große Übernahme. dpa

Auf Expansionskurs

Der Autozulieferer Mahle aus Stuttgart plant eine weitere große Übernahme.

DüsseldorfDeutschlands viertgrößter Autozulieferer Mahle will offenbar eine weitere Milliardenübernahme stemmen. Nach Informationen des Handelsblatts bietet der Stuttgarter Konzern auf die Klimatechnik-Sparte des US-Autozulieferers Delphi Automotive, die 2013 einen Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro, erzielte. Es gehe um gut ein Dutzend Produktionsstandorte und etwa 10.000 Mitarbeiter, heißt es aus dem Umfeld der Schwaben.

Mahle-Chef Heinz K. Junker ließ ausrichten, dass sein Unternehmen unterschiedliche Möglichkeiten im Wachstumsfeld Thermomanagement untersuche. Zu einzelnen Aktivitäten äußere sich Mahle nicht.

Womit die Zulieferer zu kämpfen haben

Hoher Finanzbedarf

Immer mehr Innovationen müssen von den Zulieferern selbst kommen. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben steigen dadurch stark an. Die Zulieferer müssen stärker in Vorleistung gehen und tragen damit ein höheres unternehmerisches Risiko.

Globalisierung

Die Autokonzerne bauen immer mehr Werke in Asien oder Mexiko. Damit steigt der Druck auf die Zulieferer, ebenfalls in neue Standorte zu investieren.

Benachteiligung von Mittelständlern

Global agierende Autokonzerne schreiben ihre Aufträge immer öfter für die weltweite Produktion aus. Viele mittelständische Zulieferer können weder die geforderten Stückzahlen herstellen noch den Konzernen einfach ins Ausland nachfolgen.

Hoher Preisdruck

Autokonzerne wie PSA und GM bilden immer öfter Einkaufsgemeinschaften, gleichzeitig steigt die Zahl von Modulbaukästen für die identische Teile in sehr hoher Stückzahl benötigt werden. Beides führt dazu, dass der Preisdruck steigt. Die Zahl der Zulieferer, die das leisten kann, sinkt.

Der Konzern steht unter Druck. Viele Werke, in denen Mahle Motorteile wie Zylinderkolben, Ventilteile oder Nockenwellen baut, decken ihre Kosten nicht. Für etwa die Hälfte der zwei Dutzend deutschen Mahle-Produktionen rechnete das Unternehmen Ende 2014 mit negativen Betriebsergebnissen, erfuhr das Handelsblatt. Konzernchef Heinz Junker ließ ausrichten, dass die „Standorte in West- und Mitteleuropa unter erheblichem Wettbewerbs- und Kostendruck“ stehen. Zu Betriebsergebnissen auf Werks- und Länderebene mache Mahle keine Angaben.

Kommentare (1)

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real. ist

29.01.2015, 17:19 Uhr

Vielleicht braucht man in 15 Jahren gar keine Hersteller mehr von Kolben und Ventilen für Autos. Sehr viele Autozulieferer scheinen das mittlerweile zu ahnen. Sind sie es (waren sie es), welche stets das Elektroauto verhindert haben?

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