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13.09.2012

12:53 Uhr

MAN-Korruptionsprozess

Deal mit Weinmann gescheitert

Im Bestechungsprozess gegen den früheren MAN-Vorstand Weinmann hat das Gericht für einen Deal geworben: Er gesteht und bekommt ein mildes Urteil. Ohne Erfolg. Jetzt soll Ex-Konzernchef Samuelsson vorgeladen werden.

Der wegen Beihilfe zur Bestechung angeklagte ehemalige MAN-Vorstand und frühere Leiter der Abteilung Nutzfahrzeuge des Lastwagen- und Busherstellers, Anton Weinmann, steht in München vor Gericht. dapd

Der wegen Beihilfe zur Bestechung angeklagte ehemalige MAN-Vorstand und frühere Leiter der Abteilung Nutzfahrzeuge des Lastwagen- und Busherstellers, Anton Weinmann, steht in München vor Gericht.

München Im Bestechungsprozess gegen den früheren MAN-Vorstand Anton Weinmann ist auch ein zweiter Anlauf zu einer Verständigung zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht gescheitert. Das Landgericht München will jetzt den früheren MAN-Konzernchef Hakan Samuelsson als Zeugen hören und setzte weitere Termine bis November fest. Weinmanns Verteidiger Holger Matt kündigte eine Erklärung am nächsten Verhandlungstag, dem kommenden Mittwoch, an. Weinmann ist der Beihilfe zur Bestechung bei Lastwagen- und Busverkäufen in Belgien und Slowenien angeklagt.

Der Vorsitzende Richter Hans-Joachim Eckert legte dem früheren Chef der MAN-Nutzfahrzeugsparte am Donnerstag ein Geständnis nahe, um das Verfahren „vernünftig zu beenden“. Nachdem der frühere Leiter der MAN-Revisionsabteilung als Zeuge ausgesagt hatte, er habe Samuelsson im Mai 2006 über Schmiergeldzahlungen in Slowenien informiert, müsse Weinmann sich fragen lassen, warum ausgerechnet er nichts gewusst haben wolle, sagte der Richter. Weinmann habe möglicherweise im vermeintlichen Interesse des Unternehmens nicht alles getan, um Bestechung abzustellen. Er sei nur der Beihilfe durch Unterlassen angeklagt, betonte der Richter und lobte, Weinmann habe Bargeldzahlungen in Slowenien unterbunden. Das anschließende Gespräch der Prozessbeteiligten über eine Verständigung blieb aber erfolglos.

Das Gericht will jetzt auch Samuelsson fragen, was er 2006 veranlasst und ob er Weinmann informiert habe. MAN hatte sich nach dem Auffliegen der Bestechungsaffäre 2009 von Samuelsson und Weinmann getrennt und 150 Millionen Euro Bußgeld gezahlt Samuellson sei eine "potenzielle Erkenntnisquelle", sagte der Vorsitzende Richter Joachim Eckert. Wenn er von den Schmiergeldzahlungen im Konzern tatsächlich gewusst habe, sei es interessant, was er dagegen getan habe und ob Weinmann, der bisher ranghöchste Angeklagte innerhalb des Lkw- und Nutzfahrzeug-Herstellers, eingebunden gewesen sei. Weil gegen Samuelsson aber selbst ermittelt wird, kann er die Aussage verweigern - was auch sehr wahrscheinlich ist. Der Richter will dann weitere Vertriebsleute vorladen, um mehr über die umstrittenen Zahlungen zu erfahren, mit denen MAN über Jahre den Absatz von Lastwagen, Bussen und Maschinen angekurbelt haben soll.

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