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05.05.2015

09:01 Uhr

MAN und Scania

VW führt Truck-Hersteller zusammen

Der neue Truck-Chef Andreas Renschler bekommt eine eigene Gesellschaft: Die VW-Töchter MAN und Scania werden künftig unter einem Dach gebündelt. Damit will Volkswagen den Kampf bei den Nutzfahrzeugen aufnehmen.

Gemeinsame Messeauftritt haben die VW-Töchter schon lange, jetzt werden sie unter einer Holding gebündelt. Reuters

Truck von MAN, Bus von Scania

Gemeinsame Messeauftritt haben die VW-Töchter schon lange, jetzt werden sie unter einer Holding gebündelt.

HannoverEuropas größter Autobauer Volkswagen unternimmt erste Schritte für eine Dezentralisierung seiner Führung. Dazu bündelt der Konzern sein schweres Nutzfahrzeug-Geschäft mit den Töchtern MAN und Scania in einer eigenständigen Holding, wie das Unternehmen am Dienstag vor Beginn seiner Hauptversammlung in Hannover mitteilte. Die neue Dachgesellschaft für die Lkw und Busse im VW-Konzern erhält einen eigenen Aufsichtsrat, in dem die Arbeitnehmer nach Konzernvorbild ein gewichtiges Wort mitreden. Die Pläne für die Holding sind schon seit längerer Zeit bekannt.

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Der Wolfsburger Autokonzern Volkswagen hat fast die Spitze der Autoindustrie erobert. Aber die Margen sind nur Mittelmaß. Der Führungsstreit lähmt den Konzern, obwohl ein Showdown auf der Hauptversammlung ausbleibt.

Die Dezentralisierung in der Nutzfahrzeug-Sparte könnte als Blaupause für weitere Teile des Konzerns dienen. „Wir brauchen klare Strukturen im Konzern, um in den einzelnen Bereichen schnell und flexibel handeln zu können“, forderte Betriebsratschef Bernd Osterloh. Von der neuen Holding verspricht sich der Konzern eine „engere Vernetzung der Marken, kürzere Entscheidungswege und mehr Tempo in der Umsetzung“.

Osterloh wird in dem paritätisch besetzten Aufsichtsrat der neuen Nutzfahrzeug-Holding sitzen, in dem erstmals Arbeitnehmervertreter von MAN, Scania und Volkswagen gemeinsam mit der Kapitalseite über die Weichenstellungen für das Geschäft entscheiden. Die Holding soll das Nutzfahrzeug-Geschäft vorbei am Branchenprimus Daimler an die Weltspitze führen. Chef wird Nutzfahrzeug-Vorstand Andreas Renschler.

Den neuen Aufsichtsrat leiten wird Konzernchef Martin Winterkorn. Er sagte: „Unser klares Ziel ist es, auch bei Lkw und Bussen als Global Champion gemeinsam mit den Mitarbeitern in die Weltspitze zu fahren.“

Für die neue Holding nutzen die Wolfsburger das Dach der Truck & Bus GmbH, in der bereits die Durchgriffsrechte auf den Münchner Lkw-Bauer MAN liegen, und in die nun auch die Scania-Anteile einfließen. Der Ort, an dem die Holding ihren Sitz haben wird, ist noch unbekannt.

Die größten Lkw-Bauer der Welt

Platz 10

Weichai Power - Shaanxi (China) - 104.100 neu zugelassene Fahrzeuge in 2013

Die Sinotruk-Tochter gehörte zu den ersten Firmen, die in China Dieselmotoren produzierte. In Deutschland wurde das Unternehmen durch seinen Einstieg beim Gabelstaplerhersteller Kion bekannt.

Quelle: IHS Automotive

Platz 9

Tata (Indien) - 133.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Mutterkonzern von Jaguar und Land Rover gehört auch im Nutzfahrzeugbereich zu den ganz Großen. Insbesondere im Heimatmarkt spielt das Unternehmen eine führende Rolle.

Platz 8

BAIC - Foton (China) - 136.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Daimlers Schlüssel zum chinesischen Markt ist auch die Kooperation mit den Chinesen. Mit dem Lkw-Bauer Foton, der zum Reich von BAIC gehört, betreiben die Stuttgarter seit 2012 das Joint-Venture BFDA.

Platz 7

Paccar (USA) - 139.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Hersteller aus Bellevue, Washington, baute im Zweiten Weltkrieg noch Panzer. Durch mehrere Übernahmen gehören die Amerikaner zu den Weltmarktgrößen im Lkw-Bereich.

Platz 6

CNHTC - Sinotruk (China) - 150.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Der hinesische Lkw-Produzent beherrscht rund 20 Prozent des heimischen Marktes. Seit 2009 hält der deutsche Lkw-Bauer MAN 25 Prozent an den Chinesen.

Platz 5

Volvo Trucks (Schweden) - 177.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Aus Göteborg in die Welt: Bei den ganz schweren Jungs gehören die Schweden zu den größten in Europa. Seit 2011 werden die Volvo Lastwagen auch in den USA gebaut.

Platz 4

Volkswagen (Deutschland) - 178.500 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit den Marken MAN und Scania unter ihrem Dach schaffen es die Wolfsburger im weltweiten Vergleich auf die oberen Ränge. Geht es nach den Plänen des Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch soll das Duo die Weltspitze erobern.

Platz 3

First Automotive Works (China) - 180.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit mehreren internationalen Herstellern unterhalten die Chinesen Joint Ventures, darunter Volkswagen und Toyota. Auch bei den Lastwagen gibt der Konzern, der einst mit sowjetischer Hilfe aus der Taufe gehoben wurde, den Ton an.

Platz 2

Dongfeng (China) - 264.400 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Ostwind, wie die Marke übersetzt heißt, bläst weiter kräftig. Im Segment der mittelgroßen Lkw beherrscht das Unternehmen den wachsenden Heimatmarkt. Nur ein Konzern verkauft noch mehr Lastwagen.

Platz 1

Daimler (Deutschland) - 355.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Neue Modelle geben dem Marktführer neuen Rückenwind - auch weil die Stuttgarter mit ihren internationalen Marken Freightliner, Fuso und Barat Benz auch international gut aufgestellt sind.

Kommentare (1)

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Frau Ute Umlauf

05.05.2015, 09:03 Uhr

In 2 Jahren ist Rentschler Geschichte!

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